Internationaler Tag des Labyrinths 2008
13. Oktober 2008 von Erwin
Heute, am 13. Oktober, ist der Internationale Tag des Labyrinths.
Nun, zuerst einmal: Warum an diesem Tag?
So richtig wusste ich das gar nicht (mehr) und da habe ich Agnes gefragt und bekam folgende Antwort:
Nun zu Deiner Frage.
Am Kongress in Wetzlar wurde am letzten Tag beim Open Space das Thema internationale Vernetzung behandelt und dabei der Wunsch geäussert, so einen Labyrinth Tag künftig zu feiern. Es waren damals die meisten Teilnehmenden anwesend.
Wir haben damals gemeinsam beschlossen:
Der 13. Oktober wird zum Internationalen Labyrinthttag erklärt: Ab 18:00 Uhr (Ortszeit) versammeln sich alle Interessierten auf einem Labyrinth ihrer Wahl. Sie wissen sich verbunden mit den Versammelten auf andern Labyrinthplätzen, “versorgen” einander mit Wünschen und guten Energien für das Zusammenleben aller Wesen auf diesem Planeten. Darin ist die Hoffnung und das Begehren verborgen, dass diese Kräfte sich über die ganze Erde ausbreiten.
Schön wäre es, diesen Abend mit einem Feuer- oder Lichterlabyrinth zu feiern.
Der Kongress war 2005 in Wetzlar und ich war sogar (teilweise) dabei. Also hätte ich es wissen müssen.
Ich versammle jetzt einfach alle Interessierten hier in diesem Blog und bringe dazu ein kleines Lichterlabyrinth mit, das vor einiger Zeit für einige Zeit auf Schloss Honhardt zugegen war:
So sind wir alle miteinander verbunden.
Ich wünsche allen alles Gute.
Ich bedanke mich bei allen, die heute an mich denken.



Lieber Erwin!
Schön, dass du zwischenzeitlich wieder zu Hause bist!
Schön, dass du an den Labyrinthtag erinnerst!
Danke für das Lichterlabyrinthfoto und das Miteinander-verbunden-sein.
Ich wünsche dir schöne nebelige und sonnige Tage zu Hause und für deinen nächsten Aufenthalt im Krankenhaus alles Gute!
Eveline
Ein Lichtbild-Beitrag zum Internationalen Tag des Labyrinthos:

Des Himmels feuriger Lichtbogen kuesst der Erde Bergbrustwarze.
Moege dieses Zeichen des Bundes in unseren zukuenftigen Beruehrungen heilsam wirksam werden!
Vom Monte Labbro, dem Feur-Berg, ein Gruss
an alle begeisterten Pflegerinnen & Pfleger des Labyrinthos!
In herzlicher Verbundenheit,
Zoltan L. Kruse
lieber erwin,
manchmal materiell, manches mal virtuell
manches mal aber auch mit gedankenkraft
ob nonverbal bildhaft oder lyrisch oder musikalisch …
gehen wir miteinander un/sichtbar verbunden
durchs weltenlebenslabyrinth
einfach so
grundloses erkennen gründet begründet
im labyrinthischen vertrauen
hab ich was vergessen?
danke dir für alles
&
alles liebe und gute dir !
ilse
Beitrag zum Erwin’s Text „Wie zeichne ich ein Labyrinth (Trojaburg)“,
von Zoltán Ludwig Kruse
Lieber Erwin, erfreut und anerkennend betrachte ich Deine vorzüglichen, klaren, technischen Anweisungen zum Zeichnen der geometrischen Ur-Labyrinthos Figur. Das Zeichen, woraus diese raumstrukturierende Ordnung sich entwickeln lässt, ist das Kreuz-Zentrum. Das Grund-Zeichen (in Deinem Text mit „Grundmuster“ benannt) des gleichschenkeligen Kreuzes, das sich in 4 Richtungen durch Winkelzeichen in den Raum ausdehnt, ist schon ab den Anfängen des 5. Jahrtausend v. u. Z. im antiken Zentral- und Südost-Europa bekannt. In den wertvollen, reichbebilderten Büchern der Archäoethnologin Marija Gimbutas wurde es präsentiert auf Kultobjekten der Tisza-Kultur in Szegvár-Tűzköves, nähe Szentes in SO Ungarn, der Cucuteni-Kultur in der Region Moldau Rumäniens und auch der Vinča-Kultur im heutigen Serbien. Und Deine Bemerkung, dass im Grundmuster die Labyrinthos-Struktur potentiell enthalten sei, ist wahrlich zutreffend. Das was weniger bekannt ist, ist die Gegebenheit, dass dieses archaische Zeichen, wie viele andere auch, einen konkreten Sprachbezug hat. Darüber habe ich übrigens in meinem Buch „Labyrinthos Wortkernschichtung” bereits detailliert berichtet (S. 111).
Nach aktueller Einschätzung von Sprachforschern beginnt das Sprechen der Menschheit vor etwa Hundertfünfzigtausend Jahren, also im Altpaläolithikum. Eine ungeheuere Zeitdimension! Aber das erste ausgereifte Schriftsystem der Menschheit, nämlich die der Kingir/Šumerer, Bewohner des Landes KI-EN-GI in Südmesopotamien, erscheint, dazu relativiert, recht spät, auf der Wende vom 4. zum 3. Jahrtausend v. u. Z. Erst ab dieser Zeit sind uns die Urwortklänge schriftlich überliefert, mit welchen das archaische Zeichen, bestehend aus gleichschenkeligem Kreuz, Winkelzeichen und Quadrat, woraus wir die Figur des Ur-Labyrinthos gewöhnt sind zu entwickeln, genannt wurde. Wohlbemerkt, dies beweist nicht automatisch, dass die entsprechenden Urwortklänge gleichzeitig mit ihrer ersten Niederschrift gefunden wurden. Meiner Ansicht nach gelang dem Menschen die Findung dieser auf die Wirklichkeit eingestimmten Urwortklänge essentieller Allgemeinheiten des Seins auf Erden schon sehr früh, im Paläolithikum.
Die agglutinierende Urmuttersprache der Kingir/Šumerer ist für die Kultur der Menschheit von außerordentlich großer Bedeutung, denn sie war über einen Zeitraum von 3 Jahrtausenden, bis etwa zum Beginn unserer Zeitrechnung, die allgegenwärtige Kultsprache der alten Welt. Die oben genannten drei Ideogramm-Zeichen sind kingir/šumerische Schriftzeichen. Wohlgemerkt, sie sind nach recht langer Zeit der Reifung dazu geworden. Ihre Lautwerte sind MYŠ/MAŠ & PAR fürs Kreuz, TER/TIR/TAR fürs Winkelzeichen (anfangs 90°, später 45°) und AMA fürs Quadratzeichen, übrigens ein elaboriertes Quadratzeichen, das ergänzt ist vom zentralen Achtstern und oberen Dreieck. Ihre entsprechenden Bedeutungen sind: Kreuz, Kreuzung, Hälfte, Halbieren/Verdoppeln; Wegkreuzung/Route, Zweiwerdung, sich trennen/separieren; und Mutter, Weit- Breitsein. Es sind dies die Grund-Wortklangzutaten woraus das uns allen wohlbekannte MYS-TER-UM zustande kommt. Seine konkrete Bedeutung nenne ich, in knapper Formulierung: Anderes/Ebenbild generiert (aus der) Mutter. In erweiterter Formulierung heißt sie: Die Mutter generiert das Andere/Ebenbild, Frucht der Einigung des Paares, durch abzweigende Zweiwerdung. Es ist auffällig, dass das Kreuz-Zeichen für die Vermittlung zweier Urwortklänge verwendet wurde. Dies ist kein purer Zufall oder gar Unfähigkeit der Schaffung gesonderter Schrift-Zeichen. Es äußert sich darin vielmehr die Intention des Menschen, dieser innigen, kausalen Zusammengehörigkeit der beiden von den Urwortkernen PAR und MAŠ offenbarten Inhalte, nämlich Paar & Anderes/Ebenbild, durch die Zeichen-Koinzidenz Ausdruck zu verleihen. Durch diese Einrichtung wurden und werden die Benutzer des Kreuz-Zeichens stets an die prokreative Realität erinnert.
Heutzutage ist das Verständnis vom MYS-TER-UM sehr vage, verschwommen. Damals hingegen war es konkret. Heute wird „Mysterium” mit „Geimnis” und „Geimnisvollem” in Zusammenhang gebracht, was allgemein auch zutreffend ist. Denn die Bedeutung der Wortklänge „ge-heim”, „Ge-heim-nis” und „Ge-heim-nis-voll” gründet auf den Wortstamm „Heim, Haus” und vermittelt kohärenter Weise die Bedeutungen von “vertraut & vertraulich”. Doch das Verständnis von „Vertrautheit” und „vertraulich” bzw. „Vertraulichkeit” hat sich in modernen Zeiten zum „Geimnis” und „Geimnisvoll” im Sinne von „versteckt, kriptiert” hin verschoben und dadurch zu Etwas geworden, das nur sehr wenigen Eingeweihten eines engen Kreises zugänglich geblieben, allen anderen Ausenstehenden aber unwissbar geworden ist, eben weil verstecktgehalten, kriptiert.
Vor mehr als einem Jahr entdeckte ich das MYS-TER-UM Zeichen auf der Darstellung eines etruskischen Fresko, das ein tanzendes Paar zeigt. Im Rahmen des Seminartages mit Selma Sevenhuijsen’s Gruppe im September 2007 sprach ich unter anderem auch darüber und zeigte den Teilnehmerinnen das betreffende Bild. Selma war von meiner Entdeckung so begeistert, dass sie mich bat, diese in Ihr entstehendes Buch „De glimlach van de Sirene“ Das Lächeln der Sirene integrieren zu dürfen. Da bei mir in nächster Zeit keine Buch-Publikation geplant war, habe ich Ihrem Wunsch der Vorwegnahme der Bekanntmachung meiner Entdeckung zugestimmt. Dieses farbenfrohe Fresko des tanzenden Paares (in Selmas Buch auf S. 127 zu sehen), worauf wir das gleichschenkelige Kreuz mit 4 Punkten im Quadrat auf dem roten Kleid der Tänzerin mehrfach sehen können, ist ein wichtiges Beweisstück. Es beweist nämlich, dass das MYS-TER-UM Zeichen bei den Etruskern des 1. Jahrtausends v. u. Z. noch in lebendiger Benutzung war, und zwar in seiner ursprünglichen Bedeutung. Denn das Zeichen erscheint nicht überall und auch nicht im Zusammenhang mit irgendwelchen Farben. Sondern das Zeichen erscheint nur im Bereich vom Becken bis hinunter zu den Knien der Tänzerin und auf einem Kleid das rot ist, wie die Farbe des Blutes und der Sonnenröte. Die Sendung dieser Darstellung ist somit eindeutig: die Wiedergeburt der Ahnen, die Regeneration und Aufrechterhaltung des roten Blutstromes im anderen/neuen Leben des Kind-Ebenbildes MYS/MAS ereignet sich im Uterus der Mutter AMA, durch abzweigende Zweiwerdung TER. Als Ergebnis des Eros-bewirkten Einigungsaktes des Paares. Von Generation zu Generation. Immer wieder. Im universalen Geraŋos/Keringés Kreislauf-Tanz.
Auf dem Kleid der etruskischen Tänzerin sehen wir die einfachste Gestalt des Zeichens MYS-TER-UM, nämlich das gleichschenkelige Kreuz mit 4 Punkten im Quadrat. Die Winkelzeichen erscheinen hier noch nicht selbständig, doch sie sind an sich schon im gleichschenkeligen Kreuz selbst enthalten. Wird dieses „Grundmuster“ graphisch-zeichnerisch durch Bogenverbindungen entwickelt (die in Resonanz sind mit den himmlischen Bogenbahnen von Sonne, Mond, Planeten und Sternbilder, aber auch zu den heiligen, nahrungssichernden Gesten des Ausstreuens der Samen & Erntens der reifen Getreide-Ähren mit der Mond-Sichel), so entsteht daraus die kleinste, drei Umgänge aufweisende, Ur-Labyrinthos Struktur. Das Erscheinen der 4 Unterteilungs-Winkelzeichen im MYS-TER-UM Zeichen bewirkt in der Struktur einen entsprechenden Zuwachs um 4 Umgänge. Also 3 + 4 = 7, 7 + 4 = 11, 11 + 4 = 15 usw., wie Du es in Deinem Text bereits beschrieben hast, Erwin.
Wenn wir also dieses „Grundmuster” zeichnen, tun wir weit mehr als eine technisch vorteilhafte Notwendigkeit für die Zeichnung der Ur-Labyrinthos Figur erledigen. Durch das in den Raum setzen des Zeichens, das den Wortklang großer evokativen Kraft MYS-TER-UM übermittelt, bezeugen wir unsere Verbundenheit mit dem Ahnenblutstrom, aus dem wir hervorgegangen sind. Und gleichzeitig, durch Erzeugung eines zeichenspezifischen Resonanzfeldes, bestärken wir das Werdungswunder, das, als Ergebnis der Union des Paares, sich in der Mutter ereignet und das Andere, das Kind-Ebenbild durch abzweigende Zweiwerdung generiert. Wir äußern damit nichts Geringeres, als unsere Eingebundenheit in die Ganzheit. Diese ist zyklisch-kreislaufend, eben Geraŋos / Keringés – auf allen Ebenen. Und damit begehen wir, meiner Ansicht nach, einen ganzheitlichen, heiligen, raumgprägenden Akt. Die Erinnerung an die Heiligkeit dieses Setzaktes in Dir und in den Leserinnen Deiner blog-Seite wiederzuerwecken und zu bestärken, war mein Anliegen. Möge uns MYS-TER-UM, das Geheimnisvolle, in seiner ursprünglichen Bedeutung wieder vertraut werden!