Wie mache ich mir ein Labyrinth?
7. Dezember 2008 von Erwin
Auf dem Labyrinthkongress in Dresden habe ich unter anderem auch einen kleinen Flyer erhalten, auf dem Heike Arndt dargelegt hat, wie man sich ein Labyrinth machen kann. Sie hat mir freundlicherweise erlaubt, dieses Wissen weiterzugeben, und das tue ich hiermit.
Dabei entsteht der Ariadnefaden, also der Weg, den man geht. Und nicht, wie sonst allgemein üblich, die Wegbegrenzung, die Linien, zwischen denen man geht. Besonders geeignet für diese Art der Darstellung ist ein Labyrinth im Schnee oder am Strand im Sand, wo man also etwas einritzen kann. Oder man malt es mit Kreide auf einen festen Untergrund.
In Dresden hat Heike das auch im Saal vorgeführt. Auf einer Folie, bestreut mit Schrot, den man dann mit den Füßen beiseite schieben kann.
Bei der Performance vor der Dresdener Frauenkirche war es dann umgekehrt. Da diente der Schrot dazu, den Ariadnefaden auf dem Pflaster kenntlich zu machen, auf dem dann alle, die es wollten, gegangen sind.
Der Faden der Ariadne -
ein Labyrinth entsteht:
Mach Dir einen Kreis, ausgerichtet an den vier Himmelsrichtungen und schlage darüber ein Kreuz, verbinde den Norden mit dem Süden und den Osten mit dem Westen. Jetzt hast Du eine Mitte. Hier hat Dein Labyrinth Wurzel und Krone, verbindet das Unten mit dem Oben.
Umtanze dreimal die Mitte, dreimal die Richtung wechselnd.
Beginne mit einem großen Kreis rechts herum,
dann nach innen wendend wieder links herum
und noch einmal nach innen wendend rechts herum.
Tanze dann hinaus an die Grenze, indem Du noch einmal einen großen Kreis links herum schlägst und dann nach aussen gehst.
Umtanze dreimal die Grenze, dreimal die Richtung wechselnd, zuerst den großen Kreis bis an den Rand des Platzes rechts herum,
dann nach innen wendend wieder links herum
und noch einmal nach innen wendend wieder rechts herum.
Und überschreite die Grenze. Deine Füße haben ein siebengängiges Labyrinth hinterlassen, in das Du nun wieder hineintanzen kannst.










lieber erwin,
ja, diese anleitung, ein laby zu gehen,
gerade jetzt zu bringen,
paßt zur zeit,
da die tage immer kürzer werden
die dunkelheit immer länger währt
der weg aus dem zentrum wird
(wie ich von mir und anderen weiß)
meist mit dem tod konfrontierend erlebt -
weil der weg – im gegensatz zur herkömmlichen begehweise -
vom zentrum “direkt” hinausführt ….
diese weise, das labyrinth zu begehen,
haben wir ja gemeinsam von jose cotallo
beim labyrinth-symposium in breamore 2005
präsentiert bekommen und in wien,
beim 2. wiss. labyrinth-workshop 2006 in wien erfahren
die in der gruppe getanzte erfahrung ist
wieder eine ganz anders, als alleine diesen weg
zu beschreiten ….
heikes vorführung in dresden
- ich als beobachterin -
war eine sehr an- und berührende !
es ist so wunderbar, welche möglichkeiten das labyrinth für uns bereit hat!
es ist so wunderbar, welche möglichkeiten das leben uns anbietet !
mit besten wünschen
und herzlichen grüßen aus dem regnerische grauen wien
ilse