Das Labyrinth in seiner einfachsten Form besteht aus 3 Umgängen. Für manche ist es gar kein “echtes” Labyrinth, weil der Weg direkt in das Zentrum führt ohne erst näher und dann wieder weiter weg zu sein.
Da es aber keine allgemeingültige Definition für das Labyrinth gibt, dürfen wir das dreigängige doch als echt ansehen.

Das 3-gängige Labyrinth
Wie entsteht es?
Das Grundmuster zur Erzeugung eines 7-gängigen, klassischen Labyrinths ist inzwischen wohl allen Leserinnen und Lesern dieses Blogs bekannt. (Falls nein, bitte hier noch einmal nachschauen.)
Ein 3-gängiges, historisches Labyrintht gibt es nicht, es entsteht durch eine Reduzierung des Grundmusters. Läßt man dort die 4 Winkel weg, bleiben nur noch das Kreuz und die vier Punkte übrig.

Das Muster
Das erinnert mich an längst vergangene Kindertage, wo es hieß: Punkt, Punkt, Komma, Strich, fertig ist das Mondgesicht. So einfach geht es aber auch mit dem Labyrinth, und darum ist es ein Kinderspiel, eines so zu zeichnen.

Der erste Bogen

Der zweite Bogen

Der dritte Bogen

Der vierte Bogen
Es gibt aber noch andere Methoden, das Labyrinth zu zeichnen: In zwei Zügen z.B., also mit zwei Linien, die jeweils von einem Punkt zum anderen gehen. Am besten, Sie probieren das einfach einmal selbst auf einem Blatt Papier aus. So lange, bis es in Fleisch und Blut übergeht.
Tipp für Rechtshänder: Von links nach rechts zeichnen. Für Linkshänder gilt es umgekehrt. Die Linien dürfen dabei ruhig “krumm” werden.

Mit zwei Linien
Eine weitere Variante wäre, im zentralen Kreuzungspunkt zu beginnen und nach allen vier Richtungen zu zeichenen. Das hat durchaus praktische Bedeutung, wenn man z.B ein Labyrinth bauen möchte.

Mit vier Linien
Jetzt darf natürlich die eleganteste Methode nicht fehlen. Nämlich das Labyrinth in einem Zug zu zeichnen. Dafür nehmen wir den Weg, den Ariadnefaden, den berühmten roten Faden.

Der Ariadnefaden
Wer das jetzt noch spiegelverkehrt (und auswendig) schafft, sowie auch noch beim 7-gängigen Labyrinth, darf sich ruhig Labyrinthexperte nennen.
Hier ein paar Beispiele für 3-gängige Labyrinthe:

Keramik

Kunst

Grafik
Das erste Bild zeigt einen Anhänger von Alexander Lautenbacher.
Das mittlere Bild zeigt das
Schuhlabyrinth aus Schwäbisch Hall. Wer ganz genau hinschaut, erkennt, dass die vier “Schuhlinien” im zentralen Kreuzungspunkt beginnen (wie oben beschrieben).
Das letzte Bild zeigt die Grafik, die auf der Einladungskarte der Labyrinth Society zum diesjährigen Gathering zu sehen war. Das Labyrinth in zwei Linien.
Sehr interessant, diese Rückführung auf das Kreuz als Grundfigur!