Das Labyrinth und das Kulturhauptstadtkreuz der Metropole Ruhr.2010
2. April 2010 von Erwin
Das Kulturhauptstadtkreuz wurde von Pater Abraham Fischer OSB in der Schmiede der Benediktinerabtei Königsmünster geschaffen.
Es ist aus Titan und hat die Form des Labyrinths.
Ich zitiere aus einem Text dazu von P. Abraham Fischer, Pfr. Andreas Isenburg und Dr. Michael Schlagheck:
WANDEL DURCH BEGEGNUNG
“Wenn wir wüssten, dass die Welt ein Labyrinth ist, dann wüssten wir, dass es ein Zentrum gibt… Wenn wir hingegen annehmen, dass die Welt Chaos sei, dann wären wir verloren.” So der argentinische Schriftsteller Jorge Luis Borges.
Das Kulturhauptstadtkreuz aus Titan, ein Kreuz für die Metropole Ruhr, ein Kreuz in der Form des Labyrinths.
Dieses uralte Bild steht seit Menschengedenken für den verschlungenen, sich immer wieder überwindenden Lebensweg.
In das Labyrinth führen der Weg hinein und der Weg heraus. Es ist kein Irrgarten, sondern der eine Weg, der zur Mitte führt. Es ist der Weg, den Menschen im Vertrauen gehen. So unübersichtlich und verwirrend der Weg auf den ersten Blick erscheinen mag, er führt sicher ins Zentrum. Im Labyrinth verirren sich Menschen nicht. Sie finden sich dort. Der Weg lädt ein, Mitte zu suchen. Er fordert auf, zu lassen, zum Richtungswechsel bereit zu sein. In der Mitte die Begegnung mit dem Kreuz, Ort der Gottesbegegnung. Botschaft der Liebe, der Verheißung von Zukunft über den Tod hinweg. Die Mitte kann der Ort einer Erfahrung sein, der Ort der Entscheidung und des Wandels, ein Ort, der einlädt, als neue Menschen zu leben, uns neu auf den Weg zu begeben. Die Erfahrung der Mitte lässt uns die Richtungen drehen, Bilder des Wandelns. Das Kulturhauptstadtkreuz als Bild persönlichen und gemeinschaftlichen Lebens in der Metropole Ruhr. Wegkreuz zum Miteinander, Weg in die Tiefe, Weg ins Leben.Weg ins Leben. Mitten hinein ins Leben. Dorthin, wo sich Leben abspielt in diesem Kulturhauptstadtjahr. Dorthin gehört auch das Kulturhauptstadtkreuz. Also an die Orte, in die dreiundfünfzig Städte des Ruhrgebiets, die selbst auf dem Weg sind – hin zur Metropole Ruhr. Ein ganzes Jahr lang, jede Woche in eine andere Stadt des Ruhrgebiets. Unter dem Titel “Local Heroes”, lokale Helden, steht jede von ihnen dabei eine Woche lang im Mittelpunkt der Kulturhauptstadt und wird sich mit ihrer kulturellen Vielfalt der Öffentlichkeit präsentieren.
In vielen Städten beginnen diese Local-Hero-Wochen mit einem ökumenischen Gottesdienst – und zugleich mit dem Kulturhauptstadtkreuz. Im Rahmen dieser Gottesdienst wird es in diesem Jahr jeden Sonntag in einer anderen Stadt präsent und sichtbar sein – als ein Zeichen für das gemeinschaftliche Leben in der Metropole Ruhr.
Dann, am Ende des Jahre, zieht es weiter. In die nächste Kulturhauptstadt: nach Tallin in Estland. Als Kulturhauptstadtkreuz nicht allein für das Ruhrgebiet, sondern für Europa! Als ein Wegkreuz zum Miteinander, Weg in die Tiefe, Weg ins Leben.
Das mit dem Kreuz in Labyrinthform hat mich interessiert und ich wollte wissen, wie es aussieht. Aus den veröffentlichten Fotos konnte man das nicht erkennen. So habe ich mir eines der in limitierter Auflage von 500 Stück angebotenen Anfertigungen in einer verkleinerten Version aus Edelstahlblech 1 mm dick in den Abmessungen 20×20x20 cm bestellt und genauer angeschaut.
Also, die labyrinthische Linienführung ist da, aber als kritischer “Labyrinthologe” würde ich doch sagen, dass es eher eine spiralförmige Figur ist. Denn der “Weg” in die Mitte führt direkt von außen nach innen, ohne den Richtungswechsel der ineinander verschlungenen Weg des Labyrinths in seiner eigentlichen Form. Da ist man ja einmal näher am Zentrum und dann wieder weiter weg.
Die übrigen Elemente, die ein Labyrinth ausmachen, sind da: Der eindeutige Weg hinein und wieder heraus. Das zielsichere Erreichen der Mitte. Es ist eher ein Umfahren des Umrisses, der schließlich in die Mitte führt.
Das besondere ist, dass das Kreuz in zwei rechtwinklig aufeinander liegenden Ebenen abgebildet wird. Dadurch ist das Element der Verwirrung stärker betont – und es sind eigentlich zwei ineinander verschlungene Labyrinthe.
Auf dem Foto lässt sich der Weg ins Zentrum leicht nachvollziehen.
Die beiden Eingänge der verschachtelten Kreuze unten sind in der Höhe versetzt und verlaufen ansonsten parallel.
Die Idee ist gut, aber ein Labyrinth im strengen Sinn ist es leider nicht.
Hier der Link zur offiziellen Website der Kulturhauptstadt 2010: http://www.essen-fuer-das-ruhrgebiet.ruhr2010.de/




lieber erwin,
danke für deine sorgfältige recherche !
anhand der fotos ist nun
diese “fälschung” gut nachvollziehbar
zu erkennen …
ja, was tut die kirche nicht alles,
damit alles ein kreuz ist / hat ?
die glaubwürdigkeit dieser institution
wird durch alte und aktuelle vorfälle
immer geringer, was sich nicht nur
an den nun erhöhten kirchenaustritten zeigt
eine echte labyrinthische transformation
täte dieser kirche gut
ohne papst, all den hierarchischen und
lebensfeindlichen strukturen,
inhalten etc etc
… ich kenne manche katholikInnen,
die bereits auf diesem weg sind
somit wünsche ich dir
einen bunten frühling
die kraft des erwachens und blühens
den mut zur erneuerung
und die freude des lebens
mit und trotz aller herausforderungen,
die manchmal betrüben und
manchmal erleuchten
herzlich
ilse
Danke,
liebe Ilse,
für alle deine guten Wünsche.
Ich kann sie gebrauchen in diesen Tagen
des Umzugs, Umbruchs,
verbunden mit Ende und Anfang
- labyrinthisch eben.