Schneelabyrinthe in Lermoos
17. Februar 2012 von Erwin
Der viele Schnee allüberall in Lermoos reizte mich, darin herumzustapfen und meine Spuren in Form von Labyrinthen zu hinterlassen. Genauer gesagt: In Form des Ariadnefadens. Denn bei dieser Art der Labyrintherzeugung geht es nicht um die Begrenzungslinien, es geht gleich um den Weg. Und um den richtigen dazu. Korrigieren ist da nicht drin.
Das ärztlich verordnete Snowboardverbot trug ebenfalls dazu bei auf diese Art der Bewegung umzusteigen. (Ich rechne mal Langlauf als Verbot mit hinzu.)
Hat man (frau auch wenn sie will) erst einmal angefangen, ist man immer auf der Suche nach dem nächsten schönen Fleckchen.
Auch die Labyrinthe wurden immer größer. Unter groß verstehe ich hier, dass der Abstand der Linien voneinander größer als ein “Seitensprung” ist. Das heißt: Weiter als man aus dem Stand seitlich hüpfen kann. Das bedeutet nämlich, dass man auf dem Rückweg von der Mitte gezwungen wird, den ganzen Weg noch einmal zu gehen und keine Abkürzungen durch “Spurwechsel” möglich sind.
Ich habe das klassische kretische Labyrinth genommen und links herum angefangen. Und mir immer wieder die Wegfolge vorgesagt: 3-2-1-4-7-6-5-Mitte. Das heißt, 3. Spur zuerst, beim Wechsel auf die 2. Spur Platz für die spätere 4. zwischendurch gelassen und dann großzügig nach außen zur 2. und 1. Spur gewechselt. Die 4. schließt sich nach innen parallel zu den vorigen an und dann kommt eine (für mich wenigstens) schwierige Stelle: Der Übergang auf die 7. Spur. Da muss genug Platz bleiben für die spätere 6. und 5. Von 7 auf 6 ist es einfacher, vor allem wenn der Platz für die 5. noch da ist. Und hoffentlich auch noch der Platz für den Wechsel von 6 auf 5 auf der linken Seite. Das war bei mir immer etwas kritisch (da zu eng), dafür oft zu viel Platz zwischen 6 und 4 für die 5. Spur.
Wem das alles zu verwirrend klingt, probiert es am besten selber aus. Notfalls mit einem Bleistift auf einem Blatt (weißem) Papier. Das ersetzt den Schnee.
So sind nach und nach 7 Labyrinthe entstanden, die man und frau in der nachfolgenden Diaschau anschauen kann (im Vollbildschirmmodus).
Wie der aufmerksame Betrachter beim Vergleich mit der roten Ideallinie in der Zeichnung feststellen kann, weichen die getretenen Linien im Schnee doch davon ab. Generell gerieten die Labyrinthe breiter als hoch. Das kommt daher, dass es bergauf anstrengender zu gehen geht. Und die Mitte war auch viel größer. Da konnte ich meistens noch ein schönes Herzchen unterbringen.



Ich habe solche Versuche auch unternommen. Beim Lesen wirkt es ziemlich einfach, aber wenn man (frau) selbst durch den Schnee stapft, ist es eine ganz schöne Herausforderung. Macht aber auch sehr viel Spaß.
Lieber Erwin,
toll sieht das aus !!!
Wenn Du das professionell – als Labyrinthschneetreter – machen willst,
dann brauchst Du noch solche Brettchen an den Füßen.
Konntest Du schon beobachten,
dass Leute deinen Spuren gefolgt sind ?
Oder denken die alle, es sei verboten, weil kein Schild da ist und kein Kassenhäuschen ?
Danke für die sehr schönen Fotos !
Lieber Erwin!
Großartig! Und diese schönen Fotos!
Wir urlaubten vorige Woche in Mühlbach am Hochkönig und konnten beim Schneeschuhwandern (das sind “solche Brettchen an den Füßen”)am Hochkeil auch nicht widerstehen und haben ein Labyrinth in den Schnee getreten. Längst nicht so professionell, weil mit “Seitensprung”, aber es hat großen Spaß gemacht!
http://labyrinth-weg-zur-mitte.at/site/index.php/temp-lab/temp-lab-2012
Danke
für das Lob, Eveline und Bettina.
@ Eveline:
Da waren wir ja am gleichen Tag in gleicher “Mission” unterwegs. Denn am 8. Februar entstand das Labyrinth (4) mit dem Zugspitzblick.
@ Bettina:
Brettchen habe ich noch keine, vielleicht nächstes Jahr.
Einmal haben Langläuferinnen angehalten und fotografiert,
ein anderes Mal kam ein Hund ganz nah und hat sich etwas aufgeregt. Aber sein Herrchen ist weitermarschiert.
Eine Kindergartengruppe kam in der Nähe vorbei, aber die Kindergärtnerin meinte: Der Schnee ist zu tief für die Kleinen.
Bei einem anderen Labyrinth sind Leute quer hindurchgelaufen. Die haben aber vermutlich gar nichts erkannt, weil es so riesig war.
Und im letzten Labyrinth habe ich einige Visitenkarten zurückgelassen. Vielleicht kommt da noch eine Reaktion?
lieber erwin,
bitte lass deinen arzt von mir herzlich grüßen
und sag ihm, dass sein verbot besser als jede erlaubnis war
wie sonst wären deine 7 schneefäden entstanden ?
wie sonst hättest du diese wunderbaren erfahrungen gemacht ?
und ich glaube, dass du nächstes jahr wieder snowboarden kannst,
denn die heilkraft der labyrinthe ist groß !
mach einfach weiter, solange, bis du sie ausgewogen harmonisch im schnee, im sand, in der wiese u.a. gehen kannst u gehst
jeden tag ein laby und das laby inkorporiert sich in dir
mlg
ilse
Liebe Ilse,
bis die Labyrinthe ausgewogen und harmonisch werden, werde ich wohl noch eine Weile üben müssen.
Und da wird es nächstes Jahr mit dem snowboarden vielleicht wieder nichts?
Jedenfalls habe ich schon erkannt, was besser werden kann.
lieber erwin,
auch wenn du den anspruch hast, ein perfekter vermessungstechnischer labyrinthexperimentator zu sein – so eine kleine unebenheit, so ein kleine ungenauigkeit darf auch mal sein !
(das entlastet nämlich uns alle nicht vermessungstechnisch begabten!) …..
kürzer treten bedeutet vielleicht auch,
das unvollkommene annehmen? sein zu lassen?
vielleicht besser keine perfektionspläne für nächstes jahr!
jedenfalls:
wunderbar, dass der heurige winter so kreativ-sportlich war
lg
ilse