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Archiv für die 'Gastbeiträge' Kategorie

liebe leserInnen!

dies ist – auf erwins ausdrücklichen wunsch – mein gastbeitrag über meine chartres-reise im juli:
was kann ich neues sagen, sind doch schon tausende von seiten darüber geschrieben worden?
vielleicht geht es ja nicht um neues sondern darum, wieder an etwas erinnert zu werden?
wie zum Beispiel daran, dass am 6.juli das licht um ca. 17.45 durch die beiden kleinen öffnungen der linken oberen glasfenster als zwei kreise auf die säule rechts vom altar fällt und die relativ rasch ineinander übergehen und ein herz bilden!

Lichtspiele

Lichtspiele

vielleicht geht es auch mehr um die wortverbindungen nach dieser lichtverbindung?
ich hab aber kein gedicht geschrieben, kein einziges …
in prosa:
die verbundenheit mit dem boden zu spüren ist beeindruckend, wenn du wirklich die schuhe ausziehst und barfuß den weg gehst
(achtung: der kirchenboden ist extrem schmutzig und danach sind es deine füße auch!
praktischer hinweis: zieh danach dünne socken an, ehe du in deine sauberen schuhe schlüpfst)

Das Labyrinth und die Stühle

Das Labyrinth und die Stühle

labyrinthe im chartres-stil habe ich schon mehrmals begangen – die labyrinth-erfahrungen des originals in der kathedrale hat noch ganz andere zusätzliche qualitäten, sodass eine reise dorthin für alle labyrinth-liebhaberInnen unumgänglich ist :-)
beachte bitte: nur im zeitraum von ostern bis allerheiligen werden freitags die sessel am 8.30 bis ca. 17.45 vom labyrinth abgeräumt!
und stell dich drauf ein, dass es zwischendurch vorkommen kann, dass ohne vorwarnung – auch wenn du dich gerade auf dem weg befindest – die sessel draufgestellt werden oder japanische touristInnen querfeld ein als gruppe drüberlatschen …
yes, that is life! die kirche ist kein geschützter ort, in der kirche findet leben statt und deine labyrinthbegehung schenkt dir so auch alltags/selbst/spiegel-erfahrungen und nicht nur meditative oder spirituelle :-)

die kathedrale von chartres hat mir so gut gefallen, ich hab mich darin so wohl gefühlt (sie ist auch wohl temperiert), dass ich am liebsten meine hängematte aufgehängt und mich reingelegt hätte!
so aber war ich wandelnd getragen
von ihrer leichtigkeit und fröhlichkeit,
berührt von ihrer schönheit und toleranz
mit der sie ein- und ausatmet
und alles sein lässt wie es ist!

Ilse mit Überblick

Ilse mit Überblick

vielleicht werden nach mehr als 700 jahren ostern 2011 die priester das ritual mit dem golden ball (der christus symbolisiert) präsentieren – geübt haben sie bereits !
damit hab ich dir/euch also doch noch eine neuigkeit mitteilen können ..

ilse

Zum Chartres Labyrinth habe ich einen interessanten Beitrag erhalten, den ich hier als Gastbeitrag veröffentlichen möchte:

Ich benutze das Labyrinth seit Jahren als Symbol bzw. Modell, um den Weg zur inneren Reinheit zu beschreiben. Dabei bin ich auf ganz interessante Zusammenhänge gestoßen, die ich hier gerne vorstellen möchte.
Ich veröffentliche meine Gedanken dazu nicht auf einer eigenen Hompage sondern stelle diese als Gedankenanstöße ins Forum von Xavier Naidoo.
Aus diesem Fundus stammen die folgenden Beiträge:

Nun gibt es rein gar nichts – ausser ZION – das einem Gnosti wirklich heilig ist und darum haben wir den Weg zur Weisheit schlicht solange analysiert bis wir ihn verstanden haben.
Folgende Phasen muss jeder durchlaufen, der es bis auf den Gipfel schaffen will.

Das Chartres Labyrinth

Das Chartres Labyrinth

  • Gelbe Phase – Eintritt              Tmin = 12 Wochen
  • Rote Phase – Erkenntnis          Tmin = 1 Jahr – 12 Wochen
  • Grüne Phase – Reifung            Tmin = 2 Jahre
  • Weiße Phase – Erleuchtung      Tmin = 1/2 Jahr

Erstaunlicherweise kann man die „Zeiten“ beliebig verlängern, aber nicht um einen einzigen Tag unterbieten.

Kleiner Fahrplan durch das Labyrinth

Das Chartres Labyrinth

Das Chartres Labyrinth

  • Roter Punkt:           Ostererlebnis, der Vater meldet sich
  • Grüner Punkt:         Pfingsten, es kommt ein bisschen Geist
  • Rosa Punkt:             man begreift seine „Unsterblichkeit“
  • Blauer Punkt:          die „Frau am Himmel“ lässt grüßen
  • Schwarzer Punkt:   die Unterscheidung der Geister gelingt

Das sind zunächst einmal die wichtigsten Stationen, die jeder in der kommenden Zeit der Offenbarung erleben wird. Im Laufe der nächsten 1000 Jahre wird man dieses Labyrinth vielleicht als ein Modell für die Beschreibung der psychisch-seelischen Abläufe während der Reise zur Erleuchtung verwenden und ggf. bessere Modelle entwickeln.
Es wäre zu nett wenn wir jede „Kehre“ eindeutig erkennen und benennen könnten. Es ist ein „Modell“, mehr nicht, aber im Moment kenne ich keine andere Darstellung, die ähnlich aussagekräftig ist.
Wenn man nur genügend „Seelen“ schon begleitet hat, weiß man natürlich auch, dass die Strecke zwischen dem roten Punkt und dem schwarzen Punkt im optimalen Fall genau 19 Wochen dauert, aber leider bleiben viele nach dem grünen Punkt erst einmal stehen!

Als Konkurrenzmodell könnten wir auch den „achtfältigen Pfad“ verwenden. Aber da kenn ich mich nicht so aus, das soll mal jemand anderes erklären.

Zauberin

Das Labyrinth der Rosen

Es geht um das Buch von Titania Hardie: Das Labyrinth der Rosen, das 2008 im Diana Verlag erschienen ist.

Das Buch

Das Buch

Hier eine Buchbesprechung der Labyrinthexpertin und Autorin Ilse M. Seifried aus Wien:

Wer schon einmal das Chartres Labyrinth gegangen ist, weiss, dass der Weg ein sehr sehr langer ist, der manchmal als sehr mühsam erlebt werden kann. Ebenso verhält es sich mit dem ersten Roman der Autorin.

Im Labyrinth

Im Labyrinth

Nicht nur der Einstieg ist mühsam, denn durch ihre vielen erklärenden Erzählungen kommt die Spannung zu kurz. Auch gelingt es ihr nicht, die Personencharaktere zielsicher umzusetzen. Sie hat allerdings gut recherchiert und sich einen netten Plot ausgedacht, der die aktuellen fundamentalistischen Bestrebungen kritisch thematisiert. Doch alles in allem enttäuscht das Buch, weil die Autorin in Klischees verhangen bleibt, gleichwohl sie bemüht versucht, der weiblichen Seite der Welt Gewichtung zu geben.

Wer sich mit Labyrinthen auskennt, literarischen Stil oder Krimis wie jene von Fred Vargas schätzt, wird enttäuscht sein. Doch wer noch nie zuvor von Labyrinthen gehört hat, könnte angeregt werden, sich mit dieser Thematik vertiefender auseinandersetzen oder Chartres sehen zu wollen.

Das Chartres Labyrinth

Das Chartres Labyrinth

Das Buch, das ansprechend und aufwendig (bebildeter Anhang) gestaltet wurde, bezieht sich ausschließlich auf das Chartres (1220 n.u.Z.) Labyrinth, als hätte es davor kein anderes gegeben – auch wenn kurz Bezug auf Ariadne genommen wird. Dem „Wandlungscharakter“ nähert sie sich durch Beschreibung von Visionen aber auch der Auflösung von Raum und Zeit.

„… Sie hatte ihn gestern davon überzeugt, dass das Labyrinth die Macht der Alchemie besaß. Wenn man dafür aufnahmefähig war, konnte es die Seele heilen, zu einer neuen Sicht auf die Welt und zu neuen Gefühlen führen.“

Das Thema „zelluläres Gedächtnis“ arbeitet sie auf, indem sie die Heldin eine Herztransplantation erfahren lässt. Historische Persönlichkeiten wie Shakespeare, Giordano Bruno, John Dees u. a. spannen den Bogen über die Jahrhunderte.

Das Buch ist also ein bunter Schmöker geworden, den manche ungeduldig aus der Hand legen, andere mit Begeisterung lesen werden.

Anmerkungen:

Es gibt eine eigene Website über das Buch.

Wenn Sie möchten, können Sie noch weitere Kundenrezensionen bei Amazon.de nachlesen.

Vorbereitung

Nach langer Vorbereitungszeit, die von der Suche nach experimentierfreudigen blinden Menschen, einem Durchführungsort und dem richtigen Material für einen Handlauf geprägt war, fand im April 2009 das Pilotprojekt im Bundes-Blindenerziehungsinstitut Wien statt.

Der Labyrinthaufbau fand am Vortag mit Hilfe von Herrn Manfred Lima (Gärtner der Schule), den Co-Leiterinnen Eveline Weiss und Erika Schafellner sowie des Schülers Patrik statt.

Das Labyrinth

Das Labyrinth

Es wurde nicht die Labyrinthstruktur, sondern der Weg (Ariadnefaden) eckig gesteckt.
Als beste Aufbauvariante stellte sich heraus, von innen heraus die Stöcke zu setzen und die Schnur zu spannen – was ca. 30 Minuten benötigt.

Der Ariadnefaden

Der Ariadnefaden

Labyrinthgröße
ca. 16 m x 16 m

Material
38 Kunststoffpfähle der Firma Kerbl
Handlauf: 1,5 Wollpackungen à 155 m – Wolle mit weichen Pompons der Firma Regia Nr 9801.0266 (siehe auch www.coatsgmbh.de )

Als Co-Leitung trugen Frau Mag. Eveline Weiss (Wien) und Erika Schafellner (Salzburg) zum Gelingen bei.

Eveline mit Teilnehmerin

Eveline mit Teilnehmerin

Ermöglicht wurde dieses Pilotprojekt erst durch die großzügige Unterstützung der Firma Kerbl, die die Weidenstecken kostenlos zur Verfügung stellte.

Projektablauf

  1. Begrüßung und Vorstellungsrunde
  2. Vermittlung des geplanten Ablaufs und der Zeitstruktur von 3 Stunden
  3. Einführung ins Thema
  4. Einführung in die Labyrinthbegehung
  5. Labyrinth-Erfahrungen (Holz, Stoff, Wiese) u. Erfahrungsaustausch in Kleingruppe
  6. Erfahrungsaustausch, Analyse u. Resümee in der Großgruppe
  7. TeilnehmerInnen erhalten Skript
  8. Dank und Verabschiedung

Schlussrunde

Schlussrunde

Zusammenfassung

  1. Für Sehende dem Ariadnefaden mit geschlossenen Augen zu folgen, ist eine sehr bereichernde Erfahrung.
  2. Für Blinde dem Ariadnefaden zu folgen, wurde von allen als eine sehr positive Geh-Erfahrung erlebt.
  • Die Befindlichkeit danch der Begehung wurde von allen als sehr angenehm beschrieben.
  • Die Erfahrungen am Ariadnefaden wurden als komplett neu, schön, faszinierend, super und heiter sowie nachdenklich, Ruhe ausstrahlend benannt.
  • Unangenehm war so gut wie nichts, denn auch die Überraschungen bzw. Stöcke waren positiv, da keine Verletzungsgefahr gegeben war.
  • Nichts wurde angstvoll sondern alles angstfrei und als etwas sehr Vertrautes erlebt (speziell genannt im Vergleich zum Gehen sonst im Alltag). Ohne Begleitung und im eigenen Tempo gehen zu können, war besonders erwähnenswert.

Zitate:

  • Das eckige Labyrinth draußen war für mich ausgesprochen entspannend und fast so wie schwebend.
    Bild 1
  • Mir hat auch das draußen am besten gefallen und zwar deshalb, weil es spannend war …. Und man hat wirklich eine Reise gemacht – also für mich war das eine Reise durch meine Gedankenwelt. Es war einfach sehr schön, das zu durchschreiten. Und zurückzukommen. Also das war eine tolle Erfahrung.
    Bild 2
  • Ja, mir hat das draußen auch am besten gefallen. Aber des war nicht schwer, weil ich hab gewusst, es kann nichts passieren, es ist der Faden, der mich führt. Ich war in total anderen Gedanken, hab mich nicht konzentrieren müssen. Das war ganz beruhigend.
    Bild 3
  • Ich wollte nicht, dass es aufhört. Es war mir ganz egal, wie lange es noch dauert, ich hab mir nur gewünscht, es sollte einfach weitergehen.
    Bild 4
  • Man muss vielleicht auch allgemein sagen, es gibt ja Blindenerholungsheime, wo es solche Wege gibt, wo man einen Pfad entlang gleitet und erst das ermöglicht das entspannte Gehen. Das haben wir ja ganz ganz selten. Denn wenn ich alleine spazieren gehe, muss ich mich ja immer konzentrieren. Und durch die Führungshilfe kann ich ganz entspannt gehen. Außer ich hab eine Begleitung oder einen Hund. Aber das ist eine der wenigen Formen, wo man auch entspannt gehen kann. Also, ich hab mir das so vorgestellt – also, ich hab keinen Garten – so etwas könnte man sich eigentlich aufstellen irgendwo und jeden Tag dann einmal durchgehen oder zweimal. Ich habe auch während des Gehens an den Maler Mone gedacht, der im Garten die Seerose… und der hat über 100 mal diese Seerose gemalt. Mit einer ein bisschen veränderten Sicht oder wie es so halt mit der veränderten Sonne ist. So ein Meditationsobjekt könnte auch so ein Labyrinth sein. Weil es braucht eigentlich nicht allzu viel Platz.
    Bild 5
  • Also ich hab es draußen auch sehr entspannt gefunden, weil man wirklich so frei und locker gehen kann. Es war recht lustig manchmal. Wenn man angestanden ist an einem Faden und um die Ecken gehen hat müssen. Und da herinnen, muss ich sagen, das Holz war nicht schwierig für mich, weil man hat wirklich in der Führung bleiben können. Und ich glaub, ich hätt mir mit dem Stock ein bisschen leichter getan, wenn ich mir das Holz vorher gemacht hätte. Weil ich hab ja nicht gewusst, wie das zusammenhängt, wie das ausschaut von oben bis unten. Bei dem Holz hat man das genau im Ganzen angreifen können wie die Umdrehung ist.
    Bild 6

Ausblick und Nachhaltigkeit

Aufgrund der Zustimmung durch SchülerInnen und LehrerInnen der Schule ist angedacht, ein permanentes Labyrinth aufzustellen.
Herr Dr Mag. Schmid plant bereits für Juli 2009 bei einem Blindensymposium einen Labyrinth-Workshop anzubieten.
Das Material ist in der Schule gelagert und steht jederzeit allen weiteren Labyrinthprojekten für Blinde zu Verfügung.

Ich danke dem Sponsor, der Firma Kerbl, die dieses Pilotprojekt ermöglicht hat.

Ilse M Seifried
www.das-labyrinth.at

Alle Fotos © Eveline Weiss

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