<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	>

<channel>
	<title>blog.mymaze.de &#187; Gastbeiträge</title>
	<atom:link href="http://www.blog.mymaze.de/category/gastbeitraege/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>http://www.blog.mymaze.de</link>
	<description>Weblog von Erwin Reißmann</description>
	<lastBuildDate>Mon, 30 Jan 2012 12:50:15 +0000</lastBuildDate>
	<generator>http://wordpress.org/?v=2.8.6</generator>
	<language>de-de</language>
	<sy:updatePeriod>hourly</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>1</sy:updateFrequency>
			<item>
		<title>Die Zauberformel ABRAKADABRA</title>
		<link>http://www.blog.mymaze.de/2012/01/19/die-zauberformel-abrakadabra/</link>
		<comments>http://www.blog.mymaze.de/2012/01/19/die-zauberformel-abrakadabra/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 19 Jan 2012 10:48:52 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Zoltán</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Gastbeiträge]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.blog.mymaze.de/?p=6416</guid>
		<description><![CDATA[Die Zauberformel ABRAKADABRA
© Zoltán Ludwig Kruse
Die Zauberformel ABRAKADABRA haben alle schon einmal artikuliert, denke ich. Ich selbst habe sie in früheren Zeiten gelegentlich ausgesprochen und war ahnungslos darüber, welche Bedeutung sie offenbart und welche starke Wirkung sie durch meine Anrufung im Raum zu verursachen vermag. Während der Lektüre von Umberto Eco&#8217;s Roman ”Das Foucaultsche Pendel”, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Die Zauberformel ABRAKADABRA</strong><br />
© Zoltán Ludwig Kruse</p>
<p style="TEXT-ALIGN: justify">Die Zauberformel ABRAKADABRA haben alle schon einmal artikuliert, denke ich. Ich selbst habe sie in früheren Zeiten gelegentlich ausgesprochen und war ahnungslos darüber, welche Bedeutung sie offenbart und welche starke Wirkung sie durch meine Anrufung im Raum zu verursachen vermag. Während der Lektüre von Umberto Eco&#8217;s Roman ”Das Foucaultsche Pendel”, an der Stelle, an der über die brasilianischen Trance-Trommler berichtet wird, regten sich dann meine Gedanken in Bezug auf diese oft verwendete Formel. Im Bewusstsein der heutigen Menschen gilt sie als Prototyp von Zauberformel schlechthin. Dabei wird sie allerdings nicht genau begriffen, sondern nur unscharf, d. h. allgemein verstanden. Mir wurde allmählich klar, dass die prägnante Zauberformel ABRAKADABRA, wie so viele andere Schätze archaischer Kultur, eine von den Inquisitoren der christlich-katholischen Kirche im Mittelalter durchgeführte Bagatellisierung erlitten haben muss. Erst nach diesem Akt der Schwächung erhielt sie diese vage, ungenaue Bedeutung. Nachdem ich meine Aufmerksamkeit auf das hallende Innenleben dieser Wort-Klanglichkeit gerichtet hatte, entfalteten sich allmählich in meiner Hörwahrnehmung ihre intonierten, stimmigen, also wahren Bedeutungen. Sie sind vermittelt durch die Urwortskerne: <strong>AB</strong>, stimmiger Ausdruck der Wurzelidee von ”heil, unversehrt, vollständig”, angewandt beispielsweise in Worten wie Ap~otheke, Ap~ologie, Ther~ap~ie, Ep~itett, Ep~ilog, Ep~os, Ep~igraphie usw., <strong>RA</strong>, stimmiger Ausdruck der Wurzelidee von ”(ein)prägen/ wirken/kerben/ritzen, siegeln”, angewandt in Worten wie z. B. Ru~ne, rau~nen, ri~tzen, St~rah~l (lat. ra~dius, it. ra~ggio) usw.. In der Urwortskern-Sequenz LA LAB AB ABY BY BYR YR YRI RI RINTH IN INTH THO THOS OS sind es die Kerne <strong>AB</strong> und <strong>RI</strong>. Und schließlich, als dritter, <strong>DOB</strong>, laut-malender Ausdruck von ”Schlag-Berührung-verursachte Wölbung”. Auf Grund ihrer Eingestimmtheit handelt es sich bei der Zauberformel ABRAKADABRA um eine Invokation besonders starker Klanglichkeit und Prägungskraft. Im Magyarischen vermittelt der Aufforderungssatz ÁBRÁK, A DOBRA! mit kristalliner Klarheit die Bedeutung ”Abbildungen/Figuren/Bilder/Gestalten, auf die Trommel!”. Mit sehr großer Wahrscheinlichkeit wurde er von den magyarischen Weisen und Heiler-Schamanen, den ”Táltos”, im Rahmen ihrer heilenden Rituale an heiligen Orten verwendet. Ganz gewiss auch am Ritualplatz DOB~OG~Ó-KŐ ”pulsierender Stein”, dem allerheiligsten der alten Kultstätten, am Donauknie, im Waldgebiet Pilis nördlich von Budapest, dort, wo das Herz-Chakra der Erde pocht.</p>
<p>Für die an den semantischen Einzelheiten interessierten Leser/innen nenne ich nun nachfolgend die Bedeutungen der einzelnen Urwortskern-Systeme:</p>
<p style="TEXT-ALIGN: justify">Der Urwortskern <strong>AB</strong>, <strong>AB</strong>-LÁ, Labat Nr. 128, vermittelt im Kingir/Šumerischen die Bedeutungen ”Fenster, Loch”. Die lautlich-inhaltliche Kontinuität ist im Magyarischen leicht nachvollziehbar: <strong>AB</strong>-LAK ”Fenster”, <strong>ÉP</strong> LUK/LYUK ”heiles Loch”, <strong>ÉP</strong> LAK ”heile Wohnstätte”. Die Formulierung des Wortes <strong>AB</strong>-LÁ, <strong>AB</strong>-LAK ereignete sich im Kingir/Šumerischen und Hungar/Magyarischen offenbar ausgehend von der Wurzelidee ”heil, unversehrt, intakt, vollständig”, stimmig ausgedrückt mit dem Urwortskern <strong>IB/IP/ÉP</strong>. Die durch die Zeichen <strong>ÍB</strong>-LÁ und <strong>IB/IP</strong>, Labat Nr. 207 und Nr. 535, vermittelten Bedeutungen ”Taille, Mitte, Gürtel” sowie ”ursprüngliche Göttin; Innen-, innere(s, r), Gürtel” bestätigen diese Gegebenheit. Sie sind, offenkundig, allesamt <strong>IB/IP/ÉP</strong> ”heil, intakt, vollständig”. Diese archetypische Wurzelidee ist im Magyarischen mit dem System blanker Wortkerne: <strong>ÉP</strong> ”heil, intakt, unversehrt”, <strong>EB</strong> ”Hund”, <strong>ÉV</strong> ”Jahr”, <strong>ÖV</strong> ”Gürtel”, <strong>ÓV </strong>”schützt, hütet”, <strong>ÍV</strong> ”Bogen” realisiert. Durch Lautspiel und agglutinative Erweiterung erhält diese Wortkern-Grundlage ihre weiträumige inhaltliche Differenzierung: <strong>ÉP</strong>~SÉG ”Heilheit, Intaktheit, Integrität”, <strong>ÉP</strong>~ÜL ”wird gebaut, erbaut sich”, <strong>ÉP</strong>~ÜL~ÉS ”Erbauung”, <strong>ÉP</strong>~ÍT ”baut, erbaut, ergänzt”, <strong>ÉP</strong>~ÍT~Ő ”Bau-, konstruktiv, erbaulich”, <strong>ÉP</strong>~ÍT~ÉS ”Bau, Erbauung, Errichtung”, <strong>ÉP</strong>~ÍT~ÉSZ ”Architekt”, <strong>ÉP</strong>~ÍT~MÉNY ”Gebäude, Bauwerk”; <strong>ÁP</strong>~OL ”pflegt, hegt”, <strong>ÁP</strong>~OL~T ”gepflegt”, <strong>ÁP</strong>~OL~Ó ”pflegend, hegend, Pfleger/in”, <strong>ÁP</strong>~OL~ÁS ”Pflege, Hege”, <strong>ÁB</strong>~RA ”Abbildung, Figur, Gestalt”, <strong>ÁB</strong>~RÁ~Z~AT ”Gesicht, Miene, Antlitz”, <strong>ÁB</strong>~RÁ~Z~OL ”stellt dar, bildet ab, gibt wieder, schildert”, <strong>ÁB</strong>~RÁ~Z~OL~ÁS ”Darstellung, Wiedergabe”; <strong>AB</strong>~RAK ”Futter”, <strong>AB</strong>~RAK~OL ”füttert”; <strong>ÁB</strong>~RÁND ”Tagtraum, Vision”, <strong>ÁB</strong>~RÁND~OS ”träumerisch, visionär”, <strong>ÁB</strong>~RÁND~OZ~Ó ”Visionär/in”, <strong>ÁB</strong>~RÁND~OZ~ÁS ”Träumerei, Phantasterei”; <strong>ÉV</strong>~I ”Jahres-”, <strong>ÉV</strong>~EL ”überwintert”, <strong>ÉV</strong>~EL~Ő ”Jahresgewächs”, <strong>ÉV</strong>~AD ”Jahreszeit, Saison”, <strong>ÉV</strong>~EN~TE ”jährlich”; <strong>ÖV</strong>~EZ ”umgürtet”, <strong>ÖV</strong>~EZ~ET ”Gürtel, Zone”, <strong>ÓV</strong>~Ó ”hütend, schützend, Hütende/r, Schützende/r”, <strong>ÓV</strong>~ÁS ”Behüten, Beschützen, Bewahrung”, <strong>ÓV</strong>~AD~ÉK ”Kaution”; <strong>ÍV</strong>~EL ”wölbt, schweift”, <strong>ÍV</strong>~ÁS ”Laiche”, <strong>ÍV</strong>~IK ”laicht”, <strong>ÍV</strong>~EL~T ”geschwungen, gewölbt”, <strong>ÍV</strong>~EL~ÉS ”Wölbung”, <strong>ÍV</strong>~EN~KÉNT ”bogen-weise” usw..</p>
<p style="TEXT-ALIGN: justify">Die Urwortskerne <strong>RI</strong>, Labat Nr. 86, und <strong>RA</strong>, Labat Nr. 328, vermitteln im Kingir/Šumerischen die Bedeutungen ”fixierte Zeit, Frist; zusammentragen, sammeln; fallen, nieder-prasseln, prezipitieren, siegeln” bzw. ”geschlagen sein, Schlag; auf der Stelle treten, herum-trampeln; Abgesandter; jdn. stechen/beißen, nieder-stürzen, brennen, sich verbrennen”. Diese, die Wurzelidee ”(ein)prägen/ wirken” reflektierenden Urwortskerne erscheinen im Magyarischen übereinstimmend in den Gestalten: <strong>RÁ</strong> ”d(a)rauf, daran”,<strong> RÓ</strong> ”kerbt/schneidet/ritzt (Zeichen) ein, durch-misst/-schreitet, auferlegt, rügt”; als <strong>RÁ-RÓ</strong> kombiniert bedeuten sie ”auferlegt, bürdet auf, stürzt drauf/nieder (oft verwendeter Name für Pferd und Falke); und, als dritte, <strong>RÍ </strong>”sch~rei~t, k~rei~scht, wehklagt”. Einige wenige Erweiterungen dieser blanken Wortkerne sind: <strong>RA</strong>~J ”Schwarm” (stürzt sich drauf); <strong>RA</strong>~J~Z ”Zeichnung” (Ri~tzung), <strong>RA</strong>~K ”setzt, lädt, packt (d~rau~f)”, <strong>RA</strong>~G ”Bildungs-Suffix/-Präfix”, <strong>RA</strong>~G~AD ”klebt, haftet (d~rau~f)”; <strong>RÁ-RA</strong>~K ”setzt/lädt d~rau~f”; <strong>RA</strong>~GY~OG ”st~rah~lt”, <strong>RA</strong>~GY~OG~ÁS ”St~rah~len”, <strong>RÁ-RA</strong>~GY~OG ”d~rau~f-st~rah~lt”; <strong>RÁ</strong>~Z ”schüttelt, rüttelt, zittert, schlägt” (Stromschlag); <strong>RÓ</strong>~TT ”geritzt”, <strong>RÓ</strong>~V~ÁS ”Einkerbung, Ru~ne, Rü~ge”; <strong>RI</strong>~AD ”alarmiert/sch~re~ckt sich, <strong>RI</strong>~AD~Ó ”Alarm”; <strong>RÁ-RÍ </strong>”drauf sch~rei~t”; <strong>RE</strong>~Z~DÜL ”erzittert, erbebt”, <strong>RE</strong>~Z~EG ”zittert, schwingt”, <strong>RE</strong>~Z~G~ÉS ”Schwingung, Zittern”, <strong>RE</strong>~Z~G~Ő ”zitternd, schwingend”, <strong>RE</strong>~Z~ON~ÁL ”resoniert (schwingt, zittert mit)”. Ein Anwendungsbeispiel hierzu: A <strong>RE</strong>~Z~G~ŐN <strong>RA</strong>~GY~OG~Ó NAP-SUG~<strong>ÁR</strong> <strong>RÁ</strong>~<strong>ÁR</strong>~AD A HAT~<strong>ÁR</strong>~<strong>RA</strong> MEG AZ ÉP ÁB~<strong>RÁ</strong>~<strong>RA</strong> ”Der zitternd scheinende Sonnen-St~rah~l d~rau~f-st~rö~mt auf den H~or~izont und auf die heile Figur/Gestalt” (<strong>ÁR</strong> ”Strömung, Flut; Preis”; <strong>RÁ</strong>~Z~Ó <strong>ÁR</strong>~AM ”zitternder/schlagender Strom”).</p>
<p style="TEXT-ALIGN: justify">Der Urwortskern <strong>DUB</strong>, schließlich, vermittelt im Kingir/Šumerischen die Bedeutungen ”Musik- Instrument; schlagen”, Labat Nr. 352; aber zugleich auch ”Täfelchen; gießen, schütten, Ausströmen, Ausschütten, (Guss-)Strahl”, Labat Nr. 138. Wie das Musikinstrument heißt, das geschlagen wird, das wissen wohl alle: ”Trommel”. Im Magyarischen vermittelt der selbe Urwortskern in der nur geringfügig variierten Gestalt <strong>DOB </strong>(U&lt;O) die selbe Bedeutung ”Trommel”; seine Zeitwortbedeutungen sind ”wirft, schmeißt, schleudert”. Auch die variierte Umkehrungsform <strong>VET</strong> (<strong>DOB</strong> | <strong>VET</strong>; D&lt;T, B&lt;V) vermittelt die selben Bedeutungen ”wirft, schmeißt”, zusätzlich dazu ”bringt auf die Schreibunterlage; sät, legt” und ist verbunden mit dem Akt des mehrenden (<strong>TÖBB</strong> ”mehr”) ”Buchstaben-Schreibens/Säens/Werfens” <strong>BET</strong>~Ű &#8211; <strong>VET</strong>~ÉS , auf die ”Taf~el” <strong>TÁB</strong>~LA (lat. tab~ula, tab~ella, fra. tab~le, tab~lette, it. tav~ola, tav~oletta, engl. tab~let). Der kingir/šumerische &#8211; hungar/magyarische Urwortskern <strong>DUB/DOB</strong> liefert die Grundlage von Worten wie z. B.: gr. tymp~ano, lat. tymp~anum, it. tamb~uro, fra. tamb~our, sen. djemb~e usw. Wie man merkt, hat in diesen Wortbeispielen der letzte Laut des Wortkerns, nämlich der bilabiale Plosiv ”P/B”, eine Nasalierung erfahren. Es ist interessant zu beobachten, dass während der Urwortskern<strong> DUB/DOB</strong> den dumpf~en Klang der Trommel-Schläge in laut-malender Weise reflektiert, ”Trommel”- bedeutende Worte wie z. B. engl. dru~m, dt. Tro~mmel, türk. tra~mpet, dar~buka usw. den repetitiv rollenden Klang der Trommel-Wirbel TRRRR&#8230; ebenfalls laut-malend wiedergeben. Die selbe Vorstellung ”Trommel” wurde hier offenbar aus zwei verschiedenen Hörperspektiven formuliert. Zur Abrundung seien hier noch einige interessante, agglutinierte Gestalten des Wortkerns <strong>DOB</strong> genannt: <strong>DOB</strong>~OS ”Trommler/in”, <strong>DOB</strong>~OL ”trommelt”, <strong>DOB</strong>~ON ”auf der Trommel”, <strong>DOB</strong>~OG, <strong>DOB</strong>~BAN ”dröhnt, pocht, schlägt”. Der Anwendungssatz: <strong>DOB</strong>~OG~Ó <strong>DOB</strong>~OK~ON <strong>DOB</strong>~OL~NAK A <strong>DOB</strong>~OS~OK vermittelt die Bedeutung “Auf dröhnenden Trommeln trommeln die Trommler“.</p>
<p style="TEXT-ALIGN: justify">Es lässt sich zusammenfassend feststellen, dass der auffordernde Anrufungssatz ÁBRÁK, A DOBRA! zwei Grund-Substantive enthält: ÁBRA und DOB, die jeweils erweitert sind. ÁBRÁ~K ist die Mehrzahlform von ÁBRA ”Abbildung, Figur”, also ”Abbildung~en/Figur~en”, während A DOB~RA die agglutinierte, d. h. mit dem Bildungssuffix RA erweiterte Form von DOB ”Trommel” darstellt und die Bedeutung ”die Trommel-darauf”, der deutschen grammatikalischen Ordnung entsprechend umgeordnet, ”auf die Trommel” vermittelt. Zusammenhängend erkennt man also den Satz: ÁBRÁ~K, A DOB~RA! ”Abbildung~en/Figur~en, die Trommel~auf!” / ”Abbildungen/Figuren, auf die Trommel!”</p>
<p style="TEXT-ALIGN: justify">Die Trommel ist, wie man weiss, eines der Hauptinstrumente der schamanistischen Rituale. Die heilen ”Abbildungen, Figuren, Bilder, Gestalten”, die sich im Laufe des Trancerituals bei den Teilnehmern allmählich einstellen, sind engstens mit dem Vibrieren der Trommel verbunden, ja, sie werden durch das intensive Pochen der Trommel induziert. Die durch Schlagen in Vibration geratende Trommel-Haut, die Diesseits- und Jenseits-, also Welten-scheidende Membran, ist das Verbindung kreierende Vehikel, das die Trance-Bilder in die angeregte, aufnahmebereite Imagination der Tänzer transportiert.</p>
<p style="TEXT-ALIGN: justify">Die brasilianischen ”Trommler” werden im Roman ”Das Foucaultsche Pendel” U. Eco&#8217;s mit dem Wort ”Atabaques” bezeichnet. Interessanter Weise erhält dieser Ausdruck Bestätigung durch den gleichlautenden magyarischen Ausdruck A DOBOSOK. Meines Erachtens handelt es sich beim Ausdruck ”Atabaques” um die Wortkonstruktion: ”A tab~aq~ues”, worin ”A tab~aq” die leicht veränderte Gestalt von A DOB~OK ”die Trommeln” darstellt (DOB &lt; tab; OK &lt; aq) und ”A tab~aq~ues” A DOB~OS~OK ”die Trommler”, mit invertierter Anordnung der beiden letzten Silben ”aq-ues”, vermittelt. So wie in Brasilien, das von den Europäern kolonialisiert wurde, findet man überall auf der Welt Urwortskerne aus dem kingir/šumerischen Wortschatz. Das sollte keinen Menschen verwundern, denn die Kingir/Šumerer waren selbst Kolonien gründende, große Reisende, sowohl auf dem Lande, wie auch auf dem Meere. Ihre innovative, an genialen Erfindungen reiche Kultur hat die damalige Welt geprägt, ja, man kann sagen, dass die Menschheit heute noch von dieser Geist-Essenz zehrt. Überall dort, wo sie hinkamen, wurde ihre Kultur und Sprache verbreitet. Auch die Tatsache, daß viele der kingir/šumerischen Urwortskerne im Magyarischen oft in der selben Gestalt und mit der selben Bedeutung präsent sind, sollte die Menschen nicht verwundern, denn in dieser, im Herzen Europas gesprochenen Sprache, lebt die archaische Muttersprache der Kingir/Kangar/Šumer-er weiter. Die Gleichlautung der beiden Ethnonyme Kingir und Hungar, in frühen mittelalterlichen Quellen noch ”Kangares” genannt, ist nicht nur zufällig, sondern besonders aufschlußreich. Beide Sprachen entwickeln ihre Wort-Kerne, die die Grundlage ihres jeweiligen Wortschatzes ausmachen, durch Agglutinierung, d.h. durch erweiternde Anreihung von Bildungs-Suffixen, -Präfixen und -Formanten.</p>
<p style="TEXT-ALIGN: justify">So wie die Verwandschaft der flektierenden Sprachen untereinander, die Akkadisch über Amorräisch &#8211; Babilonisch &#8211; Assyrisch mit Hebräisch, Griechisch, Latein und den indogermanisch-/indoeuropäischen Sprachen verbindet, sich einer zurecht allgemeinen Akzeptanz erfreut, genauso selbstverständlich muß auch die Verbundenheit der agglutinierenden Sprachen Anerkennung in der Welt erhalten. Aus machtpolitischen Gründen wird diese Anerkennung bislang jedoch boykottiert. Dennoch, die Gegebenheit der Verwandtschaft von Kingir/ Šumerisch und Hungar/Magyarisch ist, wie auch meine Sparchstudien es belegen, durch zahlreiche Zeugnisse offenkundig dokumentiert. Wer Ohren zum hören und Augen zum sehen hat, wird diese Realität selbst entdecken und erfahren können.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.blog.mymaze.de/2012/01/19/die-zauberformel-abrakadabra/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>dürrenmatt und das labyrinth</title>
		<link>http://www.blog.mymaze.de/2011/12/18/durrenmatt-und-das-labyrinth/</link>
		<comments>http://www.blog.mymaze.de/2011/12/18/durrenmatt-und-das-labyrinth/#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 18 Dec 2011 18:48:37 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Ilse</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gastbeiträge]]></category>
		<category><![CDATA[Labyrinth]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.blog.mymaze.de/?p=6132</guid>
		<description><![CDATA[peter rüedis dürrenmatt biografie erschien heuer im diogenes verlag. ein dicker schmöcker von über 960 seiten&#8230;
ich bringe hier im blog nur ein zitat daraus:
&#8220;&#8230; denn jeder Versuch, die Welt, in der man lebt, in den Griff zu bekommen, sie zu gestalten, stellt einen Versuch dar, eine Gegenwelt zu erschaffen, in der sich die Welt, die [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>peter rüedis dürrenmatt biografie erschien heuer im diogenes verlag. ein dicker schmöcker von über 960 seiten&#8230;<br />
ich bringe hier im blog nur ein zitat daraus:<br />
&#8220;&#8230; denn jeder Versuch, die Welt, in der man lebt, in den Griff zu bekommen, sie zu gestalten, stellt einen Versuch dar, eine Gegenwelt zu erschaffen, in der sich die Welt, die man gestalten will, verfängt wie der Minotauros im Labyrinth.&#8221;<br />
(Seite 238)<br />
ilse</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.blog.mymaze.de/2011/12/18/durrenmatt-und-das-labyrinth/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Der Urwortskern K/i/ü/e/a/ö/o/u/T &#8211; Teil 4</title>
		<link>http://www.blog.mymaze.de/2011/12/15/der-urwortskern-kiueeaoeout-teil4/</link>
		<comments>http://www.blog.mymaze.de/2011/12/15/der-urwortskern-kiueeaoeout-teil4/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 15 Dec 2011 16:39:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Zoltán</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Gastbeiträge]]></category>
		<category><![CDATA[Labyrinthos]]></category>
		<category><![CDATA[Urwortskern]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.blog.mymaze.de/?p=6110</guid>
		<description><![CDATA[Der Urwortskern K/i/ü/e/a/ö/o/u/T (4)
© Zoltán Ludwig Kruse
Höhlenmalereien-Botschaften
Die Vielheit urzeitlicher Höhlenmalereien und -Ritzungen sind offenbar Vehikel, Vermittler von Botschaften. Als solche sind sie, im weiten Sinne, eine urgeschichtliche rudimentäre Art von Schrift. Ihre Funktion erfüllt sich in der Vermittlung essenzieller Botschaften. Wohlgemerkt, von Botschaftsinhalten, die m. E. unbedingt in lautsprachlichen Kriterien und Zusammenhängen gedacht waren.
Folgender Zusammenhang [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Der Urwortskern K/i/ü/e/a/ö/o/u/T (4)</strong><br />
© Zoltán Ludwig Kruse</p>
<p><strong>Höhlenmalereien</strong><strong>-Botschaften</strong></p>
<p style="TEXT-ALIGN: justify">Die Vielheit urzeitlicher Höhlenmalereien und -Ritzungen sind offenbar Vehikel, Vermittler von Botschaften. Als solche sind sie, im weiten Sinne, eine urgeschichtliche rudimentäre Art von Schrift. Ihre Funktion erfüllt sich in der Vermittlung essenzieller Botschaften. Wohlgemerkt, von Botschaftsinhalten, die m. E. unbedingt in lautsprachlichen Kriterien und Zusammenhängen gedacht waren.</p>
<p style="TEXT-ALIGN: justify">Folgender Zusammenhang erscheint mir dabei wesentlich, klärend zu sein: Zum Zeitpunkt der Zeichnung von Urbildern allgemein und der beiden Urbilder von “Hand“ und “Der Scheideweg“ speziell hatte der Mensch die hierfür zugrunde liegenden Vorstellungen längst geklärt und mit Urworten genannt gehabt. Die lautsprachliche Ausformulierung scheint mir, folgerichtig gedacht, die nötige Voraussetzung für die Zeichnung von Urbildern zu sein. Das heißt, dass in diesem Fall die eng verwandten Ideen “Zwei“ &#8211; “Zwischenraum“ &#8211; “Hand“ &#8211; “bindet“ &#8211; “Bindung“ &#8211; “Scheideweg“ bereits Namen hatten. Urwortskern-Namen, die, wie in diesem Beitrag von mir dargestellt, essenziell, laut-, ja, manchmal auch bildmalend waren. Auf keinen Fall kann es umgekehrt gewesen sein, d. h. dass der Mensch zuerst die Urbilder formuliert und erst anschließend dann Worte dazu “gefunden“ oder “erfunden“ haben soll. Denn die Lautsprache entsteht nachweislich nicht erst zum Zeitpunkt der Erschaffung der ersten ausgereiften Schrift der Menschheit vor 5-6 Jahrtausenden, auch nicht vor 20 Jahrtausenden, sondern in undefinierbaren, nur erahnbaren Urzeiten. Und sie beginnt wohl, wie alles in der Natur, mit einfachen lautsprachlichen Grundbausteinen, eben mit Wort-Kernen oder Kern-Worten, mit Wort-Wurzeln, die allesamt ein Wort-Knoten-System bildeten. Daraus entwickelten sich allmählich, durch kreatives Laut-Spiel und Kern-Erweiterungen, die Wort-Bäume, die umfangreichen Wort-Sphären. Und sie entwickelten sich natürlich, in einer von verbaler Einheitlichkeit gekennzeichneten Realisierung. Durch die Erschaffung von Urbildern erhielten diese vom Menschen lautsprachlich seit Urzeiten stets ausgedrückten Botschafts-Essenzen eine bildliche, rudimentär-schriftliche Entsprechung. Die kohärente Reihenfolge der Entwicklung erscheint mir diese zu sein. Folglich sind sämtliche Höhlenmalereien, die Tierdarstellungen, Jagd- Tanzszenen und auch Anderes zeigen, materieller, bildlich anschaulicher Ausdruck erkannter und genannter Inhalte. Ja, selbst plastische Arbeiten wie Kultobjekte, Figuren, Idole, und die riesengroße Flut der die Mutter-Göttin in ihrer reichen Facettiertheit darstellenden Symbole, sie vermitteln allesamt in lautsprachlichen Kriterien gedachte und mit lautsprachlichen Mitteln ausgedrückte Botschaften. In und mit Urwortskernen realisierte Botschafts-Essenzen. Nur wird diese Tatsache von sehr wenigen Menschen erinnert, erkannt und anerkannt, was die Gültigkeit dieser folgerichtigen Entwicklung allerdings nicht nehmen kann. Man sollte sich ruhig an die Vorstellung gewöhnen, dass die Höhlenmalereien herstellende Urmenschen, als Gemeinschaftswesen, untereinander Gespräche, ja, “Schwätzchen“ (engl. <strong>chat</strong>), eben &#8220;Zwie-gespräche&#8221; pflegten.</p>
<p><strong>Die Sprechenden Hände von Çatal Hüyük </strong></p>
<p style="TEXT-ALIGN: justify">Das Urbild “Hand“, genauer “Zwei“ &#8211; “Hand“, ist seit über 20 Jahrtausenden auf Wänden von Höhlen, Heiligtümern, megalithischen Grabstätten, auf Gefäßen oder in Stein und Fels gemeißelt immer wieder dargestellt worden.</p>
<div id="attachment_6114" class="wp-caption alignleft" style="width: 218px"><a title="Handabdrücke" href="http://www.blog.mymaze.de/wp-content/uploads/2011/12/ket_kez_koet.jpg" target="_blank"><img class="size-full wp-image-6114  " title="Handabdrücke" src="http://www.blog.mymaze.de/wp-content/uploads/2011/12/ket_kez_koet.jpg" alt="Handabdrücke" width="208" height="784" /></a><p class="wp-caption-text">Quelle: M. Gimbutas &quot;Il Linguaggio della Dea&quot;, Die Sprache der Göttin</p></div>
<p style="TEXT-ALIGN: justify">Als Beispiel sei hier eine Darstellung aus der Grabungsstätte der jungsteinzeitlichen Siedlung Çatal Hüyük/Höyük, Konya-Ebene in der Süd-Türkei, von Hand-Abdrücken aus dem 7. Jahrtausend v. u. Z. präsentiert. Die “Hände“, mag. KET~EK/KEZ~EK, sind ein vielfach wiederkehrendes Motiv der Wandmalereien in den Heiligtümern der Siedlung. Sie kommen als weiße/helle auf rotem Grund und rote oder schwarze auf hellem Grund vor. Eine der Wandmalereien zeigt mehrere Händepaare, in rot und schwarz abwechselnd, die untereinander jeweils durch einen “Seil-Geflecht“ gefüllten “Zwischenraum“ “verbunden“ sind. Die litauische Archäologin M. Gimbutas schreibt darüber, dass “die Paneele der Heiligtümer VII, 8 und E VI, 8 mit »Händen« in Çatal Hüyük von höchster symbolischer Bedeutung sind“. Sie hatte diese stimmige Eingebung, nur konnte sie den eigentlichen Grund davon nicht ahnen. Der wirkliche, für die Autorin leider unerschlossen gebliebene, Grund dafür ist nämlich, dass dieses sprechende Bild der Paneele hier unmissverständlich die lautsprachliche Botschafts-Essenz reflektiert. Und diese Botschafts-Essenz ist im Magyarischen in verbaler Einheitlichkeit stimmig realisiert:<strong> KÉT</strong> “Zwei“ – <strong>KÉZ</strong> “Hand“ – KÖZ “Zwischenraum, Intervall, Abstand; Gemeinschaft“ – <strong>KÖT</strong> “(ver)bindet, (ver)knüpft, fügt zusammen, strickt“ &#8211; <strong>KÖT</strong>~ÉL “Seil, Strick, Leine, Fessel“ &#8211; <strong>KÖT</strong>~ÉS “Bindung, Verbindung, Verband, Knüpfung, Tätigung“ – <strong>CSAT</strong> “Schnalle, Verbindungs-Verschluss“, <strong>CSAT</strong>~OL “knüpft/schließt/gliedert an“ &#8211; <strong>CSAT</strong>~OL~ÁS “Anschluss“. (In Klammer gesagt, so sehr ich mich auch bemüht habe, eine ähnliche einheitliche verbale Realisierung in einer der anderen indoeuropäischen Sprachen zu finden, ist es mir nicht gelungen). Bemerkenswerter Weise stellen diese eng verwandten Bedeutungen Inhaltsaspekte dar, die zugleich die große Mutter-Göttin in ihrer lebens-generierenden und -erhaltenden Funktion nennen. Die große Wirkerin, die den Faden zum Netzwerk wirkt, generiert. Durch Zweiwerden. Dadurch verwirklicht sie die Erhaltung des Lebensfadens und damit die Aufrechterhaltung der “Verbindung“; des “zwischen“ den Generationen bestehenden “Anschlusses“. Sie verwirklicht die zwischen “Vorfahren“ und “Nachfahren“ seiende Kontinuität des Ader-Blut-Stromes.</p>
<p style="TEXT-ALIGN: justify">In diesem Inhaltszusammenhang ist das erste Element des türkischen Toponyms <strong>Çatal</strong> Hüyük/Höyük von außerordentlicher Relevanz. Denn die Inhalte, die der Name Çatal im Türkischen vermittelt, befinden sich in Resonanz mit eben diesen, die Mutter-Göttin kennzeichnenden Urinhalten: <strong>cet</strong> “Vorfahr“, <strong>ced</strong>~di “ihr/sein Vorfahre“, <strong>çat</strong>~al “Gabel, Gabelung/Scheid~ung“, <strong>çat</strong>~al~lanmak “sich gabeln/scheid~en“, <strong>çat</strong>~al~lik “Gabelung/Scheid~ung“, <strong>çat</strong>~ i “Dach“ (↔ lat. <strong>cut</strong>~is, dt. <strong>Hut</strong>, <strong>Haut</strong>, <strong>Haus</strong>, <strong>Hüt</strong>~te, <strong>Kat</strong>~e, <strong>hüt</strong>~en), <strong>çat</strong>~işmak “zusammenstoßen, sich widersprechen/streiten“. Diese Wortlaute sind wiederum zusammengehörig mit Variationen wie z. B.: <strong>göt</strong> “Arsch“ (Ausscheidungs-Weg), <strong>güd</strong>~ü “Impuls, Trieb“, <strong>güd</strong>~ük “gestutzt, kupiert“ usw.. Die Grundlage liefernden Wort-Kerne <strong>KÉT</strong> “Zwei“, <strong>KÉZ</strong> “Hand“, <strong>KÖZ</strong> “Zwischenraum; Gemeinschaft“ und <strong>KÖT</strong> “bindet“ sind im Türkischen allerdings nicht mit dem Urwortskern <strong>K/i/ü/e/a/ö/o/u/T</strong>, sondern mit Worten anderer Herkunft realisiert. Ein Hinweis darauf, dass es sich bei dieser Serie türkischer Worte mit aller Wahrscheinlichkeit um eine Übernahme eines Teilbereiches des vorgestellten ursprünglichen Systems handelt. Das zweite Element des Toponyms, namentlich “<strong>Höyük</strong>“, ist wohl eine Entwicklung des Wortkernes <strong>köy</strong>, das im Türkischen die Bedeutungen “Ort, Ortschaft, Dorf, Land“ vermittelt und im Wort <strong>köy</strong>~lü “Bäuerin, Bauer; ländlich“ seine Ergänzung findet. Der türkische Wortkern <strong>köy</strong> ist offenbar verwandt mit dem magyarischen Wortkern <strong>KŐ</strong> ”Stein”. <strong>KŐ</strong> erhält oft Anwendung auch als lokativ Suffix, wie beispielsweise im Ortsnamen DOBOGÓ-<strong>KŐ</strong> ”pulsierender Stein”. Dieser Einsatz erhält Unterstützung durch die Existenz des verwandten, variierten Wortkerns <strong>HELY</strong>, der die Bedeutungen “Ort, Platz, Stätte, Stelle“ vermittelt. Im Übrigen, diese Anwendung des Wortes ”Stein” kommt auch in manchen deutschen Ortsnamen vor, wie z. B. in: Gerol-stein, Marien-stein, Arn-stein, Arnold-stein usw.. Zusammenfassend: der Toponym <strong>Çatal Hüyük/Höyük </strong>vermittelt die Bedeutung: “(Vorfahren-)Gabelungs-/Scheidungs- Ort/Stein“.</p>
<p><strong>Realisierung in verbaler Einheitlichkeit</strong></p>
<p style="TEXT-ALIGN: justify">Diese mit Urwortskernen in verbaler Einheitlichkeit formulierte Realisierung der Urvorstellung von “Zwei – Scheiden – Abzweigen &#8211; Geschieden-Verbunden-Angeschlossensein“ ist, wie mir scheint, ein überaus konsistenter, ja, kostbarer Nachweis. Die an die materialistische Denkweise verhaftete Leser/innen dieser Zeilen werden vermutlich Schwierigkeiten haben, diesen Wortlaut-schwingungs-eigenen, also immateriellen, Nachweis gebührend zu schätzen. Für diese Personen zählt vor allem (manchmal leider ausschließlich) das faszinierende, anschauliche Bild, oder die plastischen, betastbaren Gegenstände, die zeichentragenden Scherben archäologischer Funde, Kultobjekte und Idole. Zweifelsohne sind diese konkreten materiellen Zeugnisse, dank ihrer Vermittler-Funktion, auch sehr wichtig, denn sie befriedigen und erfreuen die Sinne des Menschen. Doch sollte dabei niemals vergessen werden, dass diese Symbol-trächtigen “rudimentären Schriftstücke“ im Grunde genommen Konkretisierungen, Ergebnisse immaterieller Gedanken-Essenzen darstellen. Ideen-Essenzen, die in “log-os“ &#8211; mag. LÉG-ÉSZ “Luft-Geist“- Worten ihren hallenden Ausdruck erlangt hatten. Diese Bewusstheit kann hilfreich sein, um die heute, im Zeitalter des Materialismus, übliche ungleich-gewichtige Haltung der Bevorzugung des anschaulich Materiellen, zu überwinden.</p>
<p style="TEXT-ALIGN: justify">Was ist denn der faszinierende Tanz, wenn nicht Reagieren auf rhythmisch schwingende Musik und Verschmelzen mit ihr in der rollenden Tanz-Bewegung? Und die wundersamen Mandala-artigen Schwingungsbilder, die das Auge entzücken, sind sie nicht ebenfalls Reaktionen auf Schwingungen, die aus einer Klangquelle strömen? Und könnte vielleicht ein kunstvolles Steinbauwerk einfach nur so entstehen, ohne die Voraussetzung des lautsprachlichen Entwurfs, der dann die nötige Grundlage für die anschließende zeichnerische Ausarbeitung des Bauplans liefert? Über diese Zusammenhänge nachzusinnen erscheint mir lohnenswert.</p>
<p style="TEXT-ALIGN: justify">Auch dieser Beitrag, wie die anderen von mir bislang geschriebenen, soll dazu verhelfen, das allgemein vorherrschende Wähnen, dass das LABYRINTHOS im Ursprung ein Bild, eine, die Spur choreographischer Bewegung darstellende, graphisch-geometrische Figur sei, allmählich aufzuweichen und aufzulösen. Die Ursprünge aus denen sich die Labyrinthos-Figur als choreographische und graphische Entsprechung von Wurzelideen konkretisieren konnte, liegen naturgemäß im Lautsprachlichen. Namentlich in der Urwortskern-Sequenz: LA LAB AB ABY BY BYR YR YRI RI RINTH INTH IN THO THOS OS.</p>
<p><em>Mehr über das Buch <strong>LABYRINTHOS Wortkernschichtung</strong>und den Autor selbst können Sie auf seiner Website </em><a title="Zur Website in einem neuen Fenster" href="http://www.laberintes.de" target="_blank"><em>laberintes.de</em></a><em> erfahren.</em></p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.blog.mymaze.de/2011/12/15/der-urwortskern-kiueeaoeout-teil4/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>2</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Der Urwortskern K/i/ü/e/a/ö/o/u/T &#8211; Teil 3</title>
		<link>http://www.blog.mymaze.de/2011/12/09/der-urwortskern-kiueaoout-teil-3/</link>
		<comments>http://www.blog.mymaze.de/2011/12/09/der-urwortskern-kiueaoout-teil-3/#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 09 Dec 2011 12:35:36 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Zoltán</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Gastbeiträge]]></category>
		<category><![CDATA[Urwortskern]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.blog.mymaze.de/?p=6073</guid>
		<description><![CDATA[Der Urwortskern K[i/ü/e/a/ö/o/u]T (3)
© Zoltán Ludwig Kruse
Die aus dem Urwortskern K/i/ü/e/a/ö/o/u/T entwickelte Wortsphäre im Deutschen 
Ähnlich wie im Englischen, gibt es auch im Deutschen eine Serie variierter, zum Urwortskern-System K/i/ü/e/a/ö/o/u/T gehöriger, Kernformen. Hier folgen sie: Hut, Haut, Haus, Kuss, Kat/Kate, Kot, Schiet, Schiss, Schuss, Schoß, Scheit, Schutt, Schott (k&#60; h, sch; t&#60;s). Der Anfangszischlaut “Sch“ [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Der Urwortskern K[i/ü/e/a/ö/o/u]T (3)</strong><br />
© Zoltán Ludwig Kruse</p>
<p><strong>Die aus dem Urwortskern K/i/ü/e/a/ö/o/u/T entwickelte Wortsphäre im Deutschen </strong></p>
<p style="TEXT-ALIGN: justify">Ähnlich wie im Englischen, gibt es auch im Deutschen eine Serie variierter, zum Urwortskern-System <strong>K/i/ü/e/a/ö/o/u/T</strong> gehöriger, Kernformen. Hier folgen sie: <strong>Hut</strong>, <strong>Haut</strong>, <strong>Haus</strong>, <strong>Kuss</strong>, <strong>Kat</strong>/<strong>Kat</strong>e, <strong>Kot</strong>, <strong>Schiet</strong>, <strong>Schiss</strong>, <strong>Schuss</strong>, <strong>Schoß</strong>, <strong>Scheit</strong>, <strong>Schutt</strong>, <strong>Schott</strong> (k&lt; h, sch; t&lt;s). Der Anfangszischlaut “Sch“ in diesen Worten erweist sich ursprünglich, so wie im Lateinischen und Italienischen ebenfalls, als Doppellaut “s-k/s-c“. Diese Gegebenheit ist belegt durch Wortbeispiele wie: ahd. s~cat~o, got. s~kad~us “Schatten“, norw. s~kodd[a] “Nebel“, dt. S~kat; it. s~cat~to “Aus-/Loslösen, Losgehen, Auslöser“, s~cat~ola “Schachtel“, s~cat~urire “heraus-sprudeln-laufen, entspringen“, s~chiz~ofrenia “Schizofrenie/ Gespaltenheit usw..</p>
<p style="TEXT-ALIGN: justify">Soeben nannte ich mit, als Beispiel, den Ausdruck “Skat“. Es stellt sich die Frage: was kann denn der Ausdruck “Skat“ mit der Wurzelidee von “Zwei – Scheiden &#8211; Abzweigen“ zu tun haben? “Skat“ ist ein allgemein bekanntes, beliebtes, deutsches Kartenspiel zwischen drei Spielern. Es wird mit 32 Spielkarten gespielt. Jeder Spieler erhält 10 Spielkarten und von diesen 10 werden, aufschlussreicher Weise, “Zwei“ als “S-kat“ (↔ mag. <strong>KÉT</strong>), “verdeckt“ (↔ mag. <strong>KÖD</strong> “Nebel“) “beiseite“ (↔ mag. <strong>KET</strong>~TÉ “ent~zweit, abge~zweigt, ge~schied~en“) gelegt. Als namen-gebendes Kennzeichen des “Skat“ Kartenspiels erweisen sich somit diese “Zwei“, von den drei Spielern als “be~schat~tet beiseite“ gelegten, Spielkarten.</p>
<p style="TEXT-ALIGN: justify">Das Stichwort “Schatten“ (→ eines beleuchteten, undurchsichtigen Körpers dunkles, hinteres Zweitbild) mhd. schate[we], ahd. scato, got. skadus, niederl. schaduw, engl. shade, shadow, ist, laut Duden, verwandt mit norw. skodd[a] “Nebel“; und das ist zutreffend. Weiter heißt es im Duden: “Das Wort Schatten beruht mit verwandten Wörtern in anderen indogermanischen Sprachen auf der indogermanischen Wurzel skot- “Schatten, Dunkel“, vergleiche z. B. altirisch scath “Schatten“ und griechisch skotos “Dunkel“; und das hier stimmt nicht ganz. Denn der Wortstamm “s~kot-“, der eine mit sibilantem Anlaut erweiterte Variationsform des Urwortskernes <strong>K/i/ü/e/a/ö/o/u/T</strong> darstellt, wird hier, wie so oft im Duden Herkunftswörterbuch, einfach zur “indogermanischen Wurzel“ ausgerufen und vereinnahmt. Eigenartiger Weise ignoriert die Indogermanistik die von mir in diesem Text vorgestellte, grundlegende Realität des Urwortskern-Systems <strong>K/i/ü/e/a/ö/u/T</strong>. Warum wohl? Wie kommt sie dazu, das, was offenbar zusammen-gehörig ist, zu verschweigen? Ja, vom Zusammengehörigen einen willkürlich abgetrennten Entwicklungs-Teilbereich als Grundlegendes und Vollständiges der sprach-interessierten Leserschaft zu präsentieren? Allem Anschein nach gelangt hier, leider, die altbewährte lateinische Maxime: Divide et impera! “Scheide/Teile und herrsche!“ zur Anwendung.</p>
<p style="TEXT-ALIGN: justify">Es gibt der “Wege“ vielerlei. Eines dieser “Wege“ ist auch jener des Ernährungszyklus, der “Speise-Weg“ mag. <strong>ÉT-ÚT</strong>, dessen Teilbereich der Aus~scheid~ungs-Weg der Tierwesen darstellt. Das feste Produkt, das über den After-Ausscheidungs-Weg ausge~schied~en wird, ist im Deutschen folgerichtig mit Worten wie: “<strong>Kot</strong>, <strong>Schiet</strong>, <strong>Schiss</strong> und Scheiß~e“ stimmig realisiert und reflektiert. Ergänzend sei bemerkt, dass die ganz nahe beieinander liegenden Ausscheidungs-Wege von Urin und Kot bei Menschen und Säugetieren ge~schied~en angelegt sind.</p>
<p style="TEXT-ALIGN: justify">Meistens begleiten Gefühle der Geringschätzung die häufig benutzten Wortklänge “Schiet, Schiss, Scheiße, Beschiss, beschissen“ (im Duden Herkunftswörterbuch werden diese Worte als “derbe Volksworte“ bezeichnet). Dieses abwertende Gefühl begleitet mit schatten-gleichem Automatismus die Wortlaute. Es ist sofort da, sobald eines dieser Worte ausgesprochen wird; sei es beim Selbstverwenden, sei es beim Zuhören. Wie kommt das Gefühl der Geringschätzung überhaupt zustande, wovon ist es denn konditioniert, fragt man sich da? Nun, mir scheint, da ist vor allem die allgemeine Abneigung und folglich die Geringschätzung des Menschen gegenüber allem, was Abfall ist, auch, und ganz besonders, gegenüber der körpereigenen Ausscheidungsabfälle wie Harn und Stuhl. Eigenartiger Weise werden Urin und Fäkalien als unrein und schmutzig, von manchen Menschen mitunter als ekelerregend empfunden. Diese Gegebenheit weist auf ein, bei manchen Menschen vorhandenes, gestörtes Verhältnis zur Ausscheidung, und damit zur Reinigung und Läuterung. Diese Geringschätzung verursachende Abneigung findet Ausdruck immer dann, wenn Wortlaute dieses Inhaltsbereichs zur Anwendung gelangen. Sie werden mit einem, dieser Emotionen entsprechenden, Nachdruck beladen und ausgesprochen. So bedienen sich viele Menschen der Wortklänge “Scheiße, Schiss, Schiet, beschissen“ gleich dem Innbegriff von Geringschätzung, Ärger, Abneigung oder Fluch schlechthin. Die Emotion der Geringschätzung äußert sich bei diesen Sprechern in der Emphase, in der Eindringlichkeit, mit der die Wortklänge “Scheiße, Schiss, Schiet“ jeweils ausgesprochen werden.</p>
<p style="TEXT-ALIGN: justify">In dieser Lage kann eigentlich nur das Verstehen der Wirklichkeit des Wortlautes den an sich hemmenden, konditionierenden Automatismus, mit der sich die Geringschätzung einstellt, aufheben und relativieren. Das Wissen um den Urwortlaut, mit dem das Urbild “Der Scheide-Weg“ ursprünglich reflektiert wurde, nämlich <strong>KUD</strong>, hat die Kraft diesen Automatismus aufzulösen. Im Urwortskern <strong>KUD</strong> ist inbegriffen und wirksam, wie von mir bereits erläutert, der lautmalend stimmige Urwortskern <strong>ÚT</strong> “Weg“ (kingir/šum. <strong>UT</strong> “Sonne“, <strong>IT~I</strong>, <strong>IT~U </strong>“Monat, Neu-Mond“, mag. <strong>IDŐ</strong> “Zeit“, jap. <strong>DO</strong>, chin. <strong>TAO/DAO</strong> ”Weg”). An diesen sind rückverbunden deutsche Worte wie z. B.: Sch~utt, Sch~ott, Sch~att~en, Sch~eid~e (variierte diphthongierte Gestalt von <strong>ÚT</strong>), sch~eid~en, sch~eit~ern, Sch~eid~ung, Ab-sch~ied, ab-sch~eid~en, ver-ab~sch~ied~en, aus-sch~eid~en, Aus-sch~eid~ung, Ent-sch~eid~ung, Sch~iet, Sch~iß (t&lt;ß), Sch~uss, Sch~oss, Sch~eiß, Sch~eiß~e, sch~eiß~en, be-sch~iss~en usw.. Wie man merkt, stellen diese Wortlaute Erweiterungsgestalten des Urwortskernes <strong>ÚT</strong> mit sibilantem Anlaut dar. Den Ideenkomplex von “Sch~eid~en – Trennen &#8211; Geschiedensein“ findet man vermittelt auch durch die bildhafte Realität der Schwert-Scheide, die ursprünglich eine aus “Zwei“ Holzlatten gebildete “Schutz“-Hülle und Hülse darstellte. Das Bild dieser “Scheide“, die das Schwert von “Zwei“ Seiten umfasste und schützte, beeinflusste die metaphorische Anwendung dieses Wortes für die Bezeichnung des weiblichen Geschlechtsorgans. Die weibliche “Scheide“ ist der schattige “Spalt“ (mag. <strong>VÁG</strong> “schneidet, spaltet“, BE-VÁG~ÁS “Ein-Schnitt“, VÁG~ÁNY “Gleis“ ↔ lat., it. Vag~ina), den das eindringende männliche Glied-Schwert spaltend-entzweiend öffnet. Die “Zwei“ eng zusammenliegenden “Scheidenlippen“ werden vom Glied-Schwert gespalten und so voneinander ge~schied~en. Im ent~scheid~enden Moment der Vereinigung realisierenden Penetration geschieht somit “Scheidung“. Diese sich gleichzeitig ereignende “Vereinigung“ und “Scheidung“ erscheint im ersten Augenblick als widersprüchlich. Doch diese Widersprüchlichkeit liegt in der Natur der Sache selbst. Sie lässt sich leicht nachvollziehen in der stimmigen Klanglichkeit der magyarischen Urwortskerne: <strong>KÉT</strong> “Zwei“ ↔ <strong>KÉZ</strong> “Hand“ ↔ <strong>SZÉT</strong> “auseinander“ ↔ <strong>SZED</strong> “nimmt, sammelt“ (K&lt;SZ) ↔ <strong>KÖZ </strong>“Zwischenraum, Abstand; Gemeinschaft“ (K&lt;Z) ↔ <strong>KÖT</strong> “verbindet, fügt zusammen“ ↔ <strong>KÉS </strong>“Messer“ (T&lt;S). Die “beiden Hände“ sind vom “trennenden Zwischenraum geschieden“ aber gleichzeitig auch “verbunden“. Der zwischen den “beiden Händen“ seiende “Zwischenraum scheidet“ und “verbindet“ zugleich, so wie die hüt~ende-schütz~ende <strong>Haut</strong> (↔ lat. cut~is, it. cut~e) ebenfalls. Die ge~sch~ied~ene “Scheide“ ist gleichzeitig der “Weg“ <strong>ÚT</strong> der zum Ut~erus (lat. ut~er “Schlauch“, ut~er~us “Gebärmutter“), dem heiligen Tempel der Lebenswerdung, der “Zwei“- und Mehrwerdung, führt. Auch ist die Sch~eid~e zugleich Aus~sch~eid~ungs-Weg von Urin, Menstruationsblut und Leibesfrucht. Die Geburt ist ein Akt der Ausscheidung. Die im Uterus heran-gereifte Leibesfrucht wird durch die Scheide ausgeschieden. Das Ausgeschiedene ist das neue Leben, das Kind. Dicht neben der Sch~eid~e bzw. des behodeten Gliedes, ge~sch~ied~en, befindet sich der After, Aus~sch~eid~ungs-Weg von Sch~iet, Sch~iß, Sch~eiß~e. Aus dem menschlichen Sch~oß, Ursprung des Lebens, quellen sch~ieß~end hervor der Urin-, der Sch~iet-, der Samen- und der Neugeborenen- Sch~uss. Der Sch~oß erweist sich somit als zentraler Körperteil von Aus~sch~ütt~ungen, er ist der “Weg“ <strong>ÚT </strong>(&lt; ~<strong>EIT</strong>/~<strong>EID</strong>) von Aus~sch~eid~ungen, er ist eben der Sch~eid~e-Weg, sowohl des Samen-, des Menstruations-Flusses oder des Neugeborenen, als auch der überflüssigen Nahrungsreste der Verdauung, das “Ende“ VÉG des “Speise-Weges“ <strong>ÉT-ÚT</strong>.</p>
<p style="TEXT-ALIGN: justify">Im Grunde genommen haben wir es hier mit stimmiger Wortlautrealität zu tun, die an sich überhaupt nichts Derbes, Anstößiges, sondern, im wahren Sinne des Wortes, Vulgäres (lat. vulgaris), d. h. “Alltägliches, Gewöhnliches, Übliches, Allgemeines“ aufweist, und deswegen auch nicht Geringschätzung rechtfertigen kann. Der Wortschatz der deutschen Sprache, wie der anderer Sprachen auch, enthält eine gewisse Anzahl von geschlechts- und ausscheidungsspezifischen Worten, die auf die Realität eingestimmt sind und diese lautlich stimmig, also lautmalend, zum Ausdruck bringen. Wenn es gelingt diese lautsprachliche Gegebenheit zu verstehen und nachzuvollziehen, wird der sich automatisch, schattengleich einstellende Beigeschmack von Geringschätzung, Ablehnung bei der Anwendung dieser wertvollen Wortlaute verschwinden und vom Gefühl der Dankbarkeit ersetzt werden. Dankbarkeit für die treffende, differenzierte Ausdrucksmöglichkeit, die uns die von den Ahnen entwickelte Lautsprache für die Realisierung der Wurzelidee von “Zwei – Zweiheit – Scheidung – Ausscheidung“ zur Verfügung stellt.</p>
<p style="TEXT-ALIGN: justify">Die Idee von “Trennen, Trennung, Scheiden“ kommt zum Ausdruck ebenfalls in den Worten: Ver~sch~eid~en, ver~sch~ied~en, denn sie bedeuten Sterben und Gestorbensein, also die “Trennung“ vom Leben. Oder auch in den Worten Schied~s-Richter (↔ arab. Kad~i), Schied~s-Spruch, Schied~s-Vertrag, Schied~s-Gutachten, Schied~s-Urteil usw.. “Trennung“ oder auch “Untrennbarkeit“ äußern ebenfalls die folgenden Wortlaute: Sch~eit (altisländisch s~k~eid), das ist das “gespaltene Holzstück“, eben, das “aufgetrennte“ Holz~Sch~eit; hiervon abgeleitet ist das Stichwort sch~eit~ern mit der Bedeutung “in Stücke gehen/zerfallen“; Sch~eit~el, das ist die oberste Kopfstelle, wo die Haare sich “trennen, entzweien, sch~eid~en“; Sch~att~en, das ist wiederum das “untrennbare“, lichtverursachte “Doppelbild“ eines Körpers. Der Sch~ad~en hat ebenso mit “Trennen“ und Verlust zu tun und er wirkt wie ein dunkler Sch~att~en, der das Wohlergehen und -befinden des Menschen be~sch~att~et. Der Sch~ad~en stellt eben, im übertragenen Sinne, einen bedrückenden Sch~att~en dar. Das Sch~ott ist die ab~sch~ott~ende “Trennwand“ von Wasser oder Feuer. Und auch Wortlaute wie z. B.: Be~scheid gleich “Zuteilung“, be~scheid~en gleich “zuteilen“, Be~scheid geben gleich “mitteilen“, die einen Bezug zum Kommunikationspartner, dem “Gegenüber“, reflektieren, sind zu dieser umfangreichen Wortsphäre gehörig.</p>
<p><em>Mehr über das Buch <strong>LABYRINTHOS Wortkernschichtung</strong>und den Autor selbst können Sie auf seiner Website </em><a title="Zur Website in einem neuen Fenster" href="http://www.laberintes.de" target="_blank"><em>laberintes.de</em></a><em> erfahren.</em></p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.blog.mymaze.de/2011/12/09/der-urwortskern-kiueaoout-teil-3/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
	</channel>
</rss>

