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Am Samstag, dem 29. Oktober 2011 gab es unter dem Motto “Offene Türen, offene Herzen, offene Kirchen” von den beiden Kirchengemeinden die Nacht der Kirchen als ökumenische Veranstaltung.

Ein Programmpunkt dabei war das Lichterlabyrinth auf dem Platz am Schloss Crailsheim. Vom Beginn der Dunkelheit um etwa 18 Uhr bis zum Ende um Mitternacht konnte es begangen werden.
Ich durfte den Entwurf beisteuern und habe dafür den Typ Baltisches Rad gewählt. Zusammen mit aktiven und “alten” Pfadfindern haben wir gut 300 Lichtschalen aufgestellt. In der Mitte brannte ein kleines Kohlenfeuer und jede/r  die/der wollte, durfte einige Körner Weihrauch in die Glut werfen.

In der Diaschau kann man die Fotos bildschirmfüllend anschauen. Dazu im Foto auf das kleine Symbol rechts in der unteren Leiste klicken. Zurück geht es mit der Esc-Taste.

Die Konstruktionszeichnung

Die Konstruktionszeichnung

Das Labyrinth hatte 4 Umgänge mit einem zusätzlichen kurzen Weg, die Wegbreite war 1 m, die Mitte hatte 4 m Durchmesser, der Gesamtdurchmesser betrug 12 m, die Linien waren 122 m lang und der Weg in die Mitte knapp 100 m.

Wer sich näher für den Entwurf interessiert: Hier ist die Zeichnung als PDF-Datei zum ansehen, kopieren oder drucken.

Verwandter Link

Eine Fotoserie mit 71 Fotos von der Nacht der Kirchen in der Main-Post vom 29.10.2011

oder, frei nach Herbert Grönemeyer:

Wann ist ein Labyrinth ein Labyrinth?

Die Recherchen bei Wikipedia zum Labyrinth haben mich einmal mehr angeregt, mich selbst an einer Definition des Labyrinths zu versuchen. Das ist mein Vorschlag:

Das Labyrinth ist ein (auf den ersten Blick) verwirrendes, jedoch eindeutiges, zielgerichtetes, kunst- und sinnvolles Liniensystem. Das Labyrinth im engeren und eigentlichen Sinn ist (in der Regel) unverzweigt und führt auf verschlungenen Wegen zum Ziel, meistens in die Mitte. Das Labyrinth im weiteren Sinn hat ein verzweigtes Liniensystem mit mehreren Wahlmöglichkeiten, Sackgassen und Schleifen und wird (vor allem im deutschen Sprachraum) als Irrgarten bezeichnet. Das Labyrinth im übertragenen Sinn bezeichnet einen verworrenen (komplizierten) und meistens schwierigen Sachverhalt.

Das ist wahrscheinlich viel zu lang, klingt zu kompliziert und wirkt daher selbst schon labyrinthisch. Vielleicht genügt auch nur der erste Satz, denn er schließt den Irrgarten nicht aus und läßt die Ausnahmen zu.

Ein Labyrinth ist nicht immer unverzweigt und gänzlich ohne jede Wahlmöglichkeit. Der Typ baltisches Rad (zum Beispiel das Rad in der Eilenriede) wäre sonst kein Labyrinth, ist es nach Meinung vieler Fachleute aber doch. Das Ziel ist auch nicht immer die Mitte, schon gar nicht die geometrische Mitte oder das Zentrum. Der Wunderkreis von Kaufbeuren mit einer Verzweigung und ohne eigentliche Mitte ist eher ein Durchgangslabyrinth, daher für Festzüge bestens geeignet.

Auch der Richtungswechsel in der Bewegung gehört nicht unbedingt zum Labyrinth, denn sonst wäre ein dreigängiges Labyrinth oder manche moderne Form kein Labyrinth. Man kann sogar Kreuzungen akzeptieren, wie in den Crossing Labyrinths von Alana Forest aus Australien, denn die Wegführung ist eindeutig. Man darf weder rechts noch links abbiegen, sondern immer nur geradeaus gehen.

Labyrinth und Irrgarten haben vieles gemeinsam und sind miteinander verwandt. Ein Irrgarten ist auch ein Labyrinth (wenn auch im weiteren Sinn), aber ein Labyrinth (im eigentlichen Sinn) ist kein Irrgarten. Denn man kann sich darin nicht verirren. Aber es kann (auf den ersten Blick) verwirrend und irritierend sein.
Ich glaube, die Verwirrung kommt auch daher, dass beim Labyrinth im strengen Sinn immer von einem kreuzungs- und verzweigungsfreien Weg  die Rede ist und dann das Labyrinth in seinen Begrenzungslinien gezeigt wird. Dabei beziehen sich diese Angaben auf den Weg, den Ariadnefaden, der zwischen den Begrenzungslinien liegt und bei dieser Darstellungsform nicht sichtbar ist. Das ging mir am Anfang meiner Bekanntschaft mit dem Labyrinth genauso. Erst der zweite und genauere Blick macht einem die richtigen Zusammenhänge klar.

Es ist ja das Faszinierende am Labyrinth, dass es ein uraltes, archaisches Menschheitssymbol ist, das in verschiedenen Kulturen, Religionen und Zeitepochen anzutreffen ist und das für viele Deutungen und Annäherungen offen ist. Darum ist es auch für unsere jetzige Zeit und Welt als universales Symbol geeignet. Doch sollte niemand für sich die Deutungshoheit beanspruchen.

Das Labyrinth an der Mönchbergschule

Das Labyrinth auf dem Schulhof der Mönchbergschule in Würzburg ist vom Typ Baltisches Rad. Dabei gibt es einen kurzen Weg aus/in die Mitte. Dadurch ist es sehr gut für “Prozessionen” geeignet. Viele können sich also gleichzeitig im Labyrinth bewegen.
Die Satellitenbilder von Würzburg in Google Earth sind von sehr guter Qualität. Ich habe das Labyrinth an der Mönchbergschule gesucht und auch gefunden.
Hier das Labyrinth aus der Vogelperspektive in einem interaktiven Kartenausschnitt, in dem man auch navigieren kann:

Hier einige terrestrische Bilder vom Labyrinth, die man wahlweise in der Übersicht, im Browser oder in einer Diaschau anschauen kann: