Geschrieben in der Kategorie Labyrinth Schlagworte: Chartres am 6. Februar 2011 Kommentar »
Zur Zeit beschäftige ich mit etwas intensiver mit dem Chartres Labyrinth. Dabei bin ich auf Fotos gestoßen, die ich schon 2003 und 2004 in Chartres gemacht habe. Alle sind auch irgendwo auf mymaze.de zu sehen. Aber hier im Blog gibt es ganz andere Möglichkeiten der Darstellung, darum zeige ich hier noch einmal eine kleine Auswahl in einer Diaschau.
Es sind 34 Bilder. Die Schau läuft automatisch ab. 8 Sekunden für ein Bild =272 Sekunden = 4.5 Minuten. Probieren Sie auch den Vollbildmodus (das kleine Symbol rechts in der Bildleiste drücken).
Geschrieben in der Kategorie Labyrinth Schlagworte: Chartres, Freiluftlabyrinth, Pflasterlabyrinth am 30. Januar 2011 5 Kommentare »
Inzwischen habe ich schon etliche Chartres Labyrinthe in gepflasterter Form oder aus Steinplatten gesehen. Aber kaum eines hat mich richtig überzeugen können. Daher habe ich mir überlegt, wie man ein Chartres Labyrinth als Pflasterlabyrinth bauen könnte und was dabei zu beachten wäre. So ist dieser Entwurf entstanden.
Zur Einführung ein Blick auf das Original, dargestellt in einer selbst entworfenen Zeichnung:

Das Chartres Labyrinth
Dieses Labyrinth wird ja von vielen Labyrinthbegeisterten auf der ganzen Welt als das schönste und perfekteste angesehen. Es ist wirklich einzigartig und hat einige besondere Merkmale: Die Linienführung, die Gestaltung der Mitte mit den 6 Halbkreisen, die Zacken außen herum, die Proportionen der einzelnen Elemente und vor allem die Qualität der Ausführung. Es wurde kurz nach 1200 und vermutlich gleichzeitig mit dem übrigen Fußboden in der Kathedrale von Chartres gebaut. Es ist also Bestandteil einer gotischen Kirche.
Manche sind der Meinung man dürfte ein Chartres Labyrinth nur 1:1, also mit den Original-Abmessungen und in der gleichen Form nachbauen.
Wenn ich ein Chartres Labyrinth im Freien und in der heutigen Zeit und mit den heute zur Verfügung stehendem Material bauen will, brauche ich mich meiner Meinung nach nicht sklavisch an das Original zu halten. Aber ich sollte die wesentlichsten “Vorgaben” beachten.
Das wären für mich: Die richtige Lage der Achsen, die richtige Reihenfolge in der Linienführung, eine einheitliche Wegbreite, annähernd gleiche Proportionen wie beim Original. Diese sind z.B. 1:4 für das Verhältnis von Begrenzung zu Wegbreite oder dass die Mitte ein Viertel des Gesamtdurchmessers hat.
Im Original ist der Weg im Mittel 34.4 cm breit bei einer Begrenzung von etwa 8.2 cm (mithin ergibt sich ein Achsmaß von 42.6 cm). In einem Innenraum ist das gerade noch vertretbar. Aber bei einem Freiluftlabyrinth sollte der Weg doch etwas breiter sein. Da sind 40 – 50 cm etwa das Minimum. Daher muss man nicht unbedingt die Originalmaße einhalten.
Besonders wichtig bei einer Ausführung mit Pflastersteinen sind die Übergänge der bogenförmigen und radial zum Mittelpunkt ausgerichteten Wegstücke an den engen Wendepunkten. Da kommt es sehr auf die genaue Lage und Ausrichtung der Fugen an.
Die Mitte kann mit den 6 Ausbuchtungen gestaltet werden, könnte aber auch einfach leer sein.
Die Zacken sind nach meiner Meinung nicht unbedingt erforderlich, da der Sinn und Zweck derselben nicht klar ist. Sie sind möglicherweise einfach Verankerungssteine oder Übergangselement im Fußboden der Kathedrale.

Mittelalterliches Pflasterlabyrinth mit 11 Umgängen
Der Entwurf ist eine Art Systemzeichnung, die nach Belieben skaliert werden kann. Das Verhältnis von Wegbegrenzung (20 cm) zu Wegbreite (80 cm) ist 1:4 und bildet damit ein Achsmaß von 1 m. Der Gesamtdurchmesser wäre dabei 29.40 m bei einer Mitte von 7.40 m und einer Weglänge von 626.18 m. Bei einer Verkleinerung mit dem Faktor 0.5 hätte man 14.70 m Durchmesser und eine Weglänge von 313.09 m.
Hier im Detail, wie die Mitte aussehen könnte:

Details der Mitte
Hier können Sie eine Konstruktionszeichnung für das 11-gängige Pflasterlabyrinth vom Typ Chartres als PDF-Datei anschauen, drucken oder kopieren.
Geschrieben in der Kategorie Gastbeiträge, Labyrinth Schlagworte: Chartres, Lichtspiele, Ostertanz am 7. August 2010 5 Kommentare »
liebe leserInnen!
dies ist – auf erwins ausdrücklichen wunsch – mein gastbeitrag über meine chartres-reise im juli:
was kann ich neues sagen, sind doch schon tausende von seiten darüber geschrieben worden?
vielleicht geht es ja nicht um neues sondern darum, wieder an etwas erinnert zu werden?
wie zum Beispiel daran, dass am 6.juli das licht um ca. 17.45 durch die beiden kleinen öffnungen der linken oberen glasfenster als zwei kreise auf die säule rechts vom altar fällt und die relativ rasch ineinander übergehen und ein herz bilden!

Lichtspiele
vielleicht geht es auch mehr um die wortverbindungen nach dieser lichtverbindung?
ich hab aber kein gedicht geschrieben, kein einziges …
in prosa:
die verbundenheit mit dem boden zu spüren ist beeindruckend, wenn du wirklich die schuhe ausziehst und barfuß den weg gehst
(achtung: der kirchenboden ist extrem schmutzig und danach sind es deine füße auch!
praktischer hinweis: zieh danach dünne socken an, ehe du in deine sauberen schuhe schlüpfst)

Das Labyrinth und die Stühle
labyrinthe im chartres-stil habe ich schon mehrmals begangen – die labyrinth-erfahrungen des originals in der kathedrale hat noch ganz andere zusätzliche qualitäten, sodass eine reise dorthin für alle labyrinth-liebhaberInnen unumgänglich ist 
beachte bitte: nur im zeitraum von ostern bis allerheiligen werden freitags die sessel am 8.30 bis ca. 17.45 vom labyrinth abgeräumt!
und stell dich drauf ein, dass es zwischendurch vorkommen kann, dass ohne vorwarnung – auch wenn du dich gerade auf dem weg befindest – die sessel draufgestellt werden oder japanische touristInnen querfeld ein als gruppe drüberlatschen …
yes, that is life! die kirche ist kein geschützter ort, in der kirche findet leben statt und deine labyrinthbegehung schenkt dir so auch alltags/selbst/spiegel-erfahrungen und nicht nur meditative oder spirituelle
die kathedrale von chartres hat mir so gut gefallen, ich hab mich darin so wohl gefühlt (sie ist auch wohl temperiert), dass ich am liebsten meine hängematte aufgehängt und mich reingelegt hätte!
so aber war ich wandelnd getragen
von ihrer leichtigkeit und fröhlichkeit,
berührt von ihrer schönheit und toleranz
mit der sie ein- und ausatmet
und alles sein lässt wie es ist!

Ilse mit Überblick
vielleicht werden nach mehr als 700 jahren ostern 2011 die priester das ritual mit dem golden ball (der christus symbolisiert) präsentieren – geübt haben sie bereits !
damit hab ich dir/euch also doch noch eine neuigkeit mitteilen können ..
ilse
Zum Chartres Labyrinth habe ich einen interessanten Beitrag erhalten, den ich hier als Gastbeitrag veröffentlichen möchte:
Ich benutze das Labyrinth seit Jahren als Symbol bzw. Modell, um den Weg zur inneren Reinheit zu beschreiben. Dabei bin ich auf ganz interessante Zusammenhänge gestoßen, die ich hier gerne vorstellen möchte.
Ich veröffentliche meine Gedanken dazu nicht auf einer eigenen Hompage sondern stelle diese als Gedankenanstöße ins Forum von Xavier Naidoo.
Aus diesem Fundus stammen die folgenden Beiträge:
Nun gibt es rein gar nichts – ausser ZION – das einem Gnosti wirklich heilig ist und darum haben wir den Weg zur Weisheit schlicht solange analysiert bis wir ihn verstanden haben.
Folgende Phasen muss jeder durchlaufen, der es bis auf den Gipfel schaffen will.

Das Chartres Labyrinth
- Gelbe Phase – Eintritt Tmin = 12 Wochen
- Rote Phase – Erkenntnis Tmin = 1 Jahr – 12 Wochen
- Grüne Phase – Reifung Tmin = 2 Jahre
- Weiße Phase – Erleuchtung Tmin = 1/2 Jahr
Erstaunlicherweise kann man die „Zeiten“ beliebig verlängern, aber nicht um einen einzigen Tag unterbieten.
Kleiner Fahrplan durch das Labyrinth

Das Chartres Labyrinth
- Roter Punkt: Ostererlebnis, der Vater meldet sich
- Grüner Punkt: Pfingsten, es kommt ein bisschen Geist
- Rosa Punkt: man begreift seine „Unsterblichkeit“
- Blauer Punkt: die „Frau am Himmel“ lässt grüßen
- Schwarzer Punkt: die Unterscheidung der Geister gelingt
Das sind zunächst einmal die wichtigsten Stationen, die jeder in der kommenden Zeit der Offenbarung erleben wird. Im Laufe der nächsten 1000 Jahre wird man dieses Labyrinth vielleicht als ein Modell für die Beschreibung der psychisch-seelischen Abläufe während der Reise zur Erleuchtung verwenden und ggf. bessere Modelle entwickeln.
Es wäre zu nett wenn wir jede „Kehre“ eindeutig erkennen und benennen könnten. Es ist ein „Modell“, mehr nicht, aber im Moment kenne ich keine andere Darstellung, die ähnlich aussagekräftig ist.
Wenn man nur genügend „Seelen“ schon begleitet hat, weiß man natürlich auch, dass die Strecke zwischen dem roten Punkt und dem schwarzen Punkt im optimalen Fall genau 19 Wochen dauert, aber leider bleiben viele nach dem grünen Punkt erst einmal stehen!
Als Konkurrenzmodell könnten wir auch den „achtfältigen Pfad“ verwenden. Aber da kenn ich mich nicht so aus, das soll mal jemand anderes erklären.
Zauberin