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Wie mache ich mir ein Labyrinth?

Auf dem Labyrinthkongress in Dresden habe ich unter anderem auch einen kleinen Flyer erhalten, auf dem Heike Arndt dargelegt hat, wie man sich ein Labyrinth machen kann. Sie hat mir freundlicherweise erlaubt, dieses Wissen weiterzugeben, und das tue ich hiermit.

Dabei entsteht der Ariadnefaden, also der Weg, den man geht. Und nicht, wie sonst allgemein üblich, die Wegbegrenzung, die Linien, zwischen denen man geht. Besonders geeignet für diese Art der Darstellung ist ein Labyrinth im Schnee oder am Strand im Sand, wo man also etwas einritzen kann. Oder man malt es mit Kreide auf einen festen Untergrund.

In Dresden hat Heike das auch im Saal vorgeführt. Auf einer Folie, bestreut mit Schrot, den man dann mit den Füßen beiseite schieben kann.

Bei der Performance vor der Dresdener Frauenkirche war es dann umgekehrt. Da diente der Schrot dazu, den Ariadnefaden auf dem Pflaster kenntlich zu machen, auf dem dann alle, die es wollten, gegangen sind.

Der Faden der Ariadne -
ein Labyrinth entsteht:

Mach Dir einen Kreis, ausgerichtet an den vier Himmelsrichtungen und schlage darüber ein Kreuz, verbinde den Norden mit dem Süden und den Osten mit dem Westen. Jetzt hast Du eine Mitte. Hier hat Dein Labyrinth Wurzel und Krone, verbindet das Unten mit dem Oben.

Umtanze dreimal die Mitte, dreimal die Richtung wechselnd.
Beginne mit einem großen Kreis rechts herum,

Bild 1

Bild 1

dann nach innen wendend wieder links herum

Bild 2

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und noch einmal nach innen wendend rechts herum.

Bild 3

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Tanze dann hinaus an die Grenze, indem Du noch einmal einen großen Kreis links herum schlägst und dann nach aussen gehst.

Bild 4

Bild 4

Umtanze dreimal die Grenze, dreimal die Richtung wechselnd, zuerst den großen Kreis bis an den Rand des Platzes rechts herum,

Bild 5

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dann nach innen wendend wieder links herum

Bild 6

Bild 6

und noch einmal nach innen wendend wieder rechts herum.

Bild 7

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Und überschreite die Grenze. Deine Füße haben ein siebengängiges Labyrinth hinterlassen, in das Du nun wieder hineintanzen kannst.

Bild 8

Bild 8

Sehen

Ansichtssache

Ansichtssache

In Dresden gibt es auf den Brühlschen Terrassen ein Denkmal für den Maler Caspar David Friedrich (1774 – 1840). Es zeigt wunderbar und deutlich was die Zentralperspektive ist. Und auf einer Tafel wird der Maler der deutschen Romantik selbst zitiert:

Der Maler soll nicht bloss malen, was er vor sich sieht, sondern auch, was er in sich sieht.
Sieht er also nichts in sich, so unterlasse er auch zu malen, was er vor sich sieht.

Knotenpunkt

Knotenpunkt

Bei Wikipedia gibt es einen als lesenswert eingestuften Artikel über Caspar David Friedrich.
Einige seiner Werke kann man auf der Website von Philipp Hauer anschauen.

Workshopbericht Nr. 523 vom Labyrinthkongress in Dresden

Vorbemerkung: Dieser Beitrag erschien ursprünglich am 20. Juli 2008. Da darin aber Verstöße gegen das Urheberrecht vorkamen, habe ich den Bericht überarbeitet und lege ihn nun neu vor.

Am 13. Juli 2008 ging der 4. Internationale Labyrinthkongress in Dresden zu Ende. Es waren spannnende, erlebnis- und erkenntnisreiche Tage.
Am Morgen des letzten Tages gab es auch eine Abschiedsrunde, wo die einzelnen Teilnehmerinnen und (wenigen) Teilnehmer der unterschiedlichen Workshops von denselben berichteten.
Hier mein bescheidener Beitrag, den ich in Form einer kleinen Geschichte mit Zitaten aus dem Literaturwettbewerb vortrug:

Wettbewerbsbeitrag Nr. 523

An einem schwülen Sommernnachmittag begaben sich 3 Sonnen und 4 Monde (heilige Geometrie) zu einem Workshop: Männer im Labyrinth – geht das überhaupt? nach Grumbach in das Haus der Stille.

Sonne und Mond im Labyrinth

Sonne und Mond im Labyrinth

Einer der Teilnehmer fragte: „Ist das nicht ein Fall für die Gleichstellungsbeauftragte? Wegen der Männerquote?”
„Nein”, sagte eine Teilnehmerin, „die ist dafür nicht zuständig.”

Nächtliche Begegnung im Zwinger

Nächtliche Begegnung im Zwinger

Ein weiterer Teilnehmer fragte besorgt: „Aber gell, der rechte Winkel ist nicht an und für sich schlecht, oder?”(*)
„Nein”,
sagte die Gleichstellungsbeauftragte, „der rechte Winkel ist nicht an und für sich schlecht.”(*)
Und schwieg wieder. Das kann Jahrhunderte dauern.(*)
Und dann kramte sie einen Zettel heraus und las vor:
„ …..” (Anmerkung)

Labyrinth im Haus der Stille

Labyrinth im Haus der Stille

Quelle:
Und plötzlich die Tür, Vom Irrgarten zum Labyrinth, Kurzgeschichten und Gedichte
Herausgeber: Frauenbildungszentrum „Hilfe zur Selbsthilfe”
www.frauenbildungszentrum-dresden.de

(*): Bea Schilling, An einem lauschigen Sommerabend (zitiert mit freundlicher Erlaubnis der Autorin)

Anmerkung: Aus Rechtsschutzgründen nenne ich hier weder den Name der Autorin noch den Titel des preisgekrönten Werkes.

Die geneigte Leserin, der geneigte Leser, wird gebeten, selbst im vorgenannten Buch nachzulesen. Eine genaue Bezugsquelle erfahren Sie auch im 1. Kommentar.

Jakobs- und Labyrinthpilger unterwegs

Abschied in Würzburg

Abschied in Würzburg

Lutz und Klaus vor der Frauenkirche

Lutz und Klaus vor der Frauenkirche

Vor einer Woche sind wir uns noch in Dresden auf dem Labyrinthkongress begegnet und heute früh habe ich ihn hier aus Würzburg verabschiedet: Den Jakobspilger Klaus auf seinem Weg von Vacha zum Bodensee. Wir sind zwar keine offizielle Pilgerherberge und können auch keinen Stempel in sein Pilgerbuch drücken, aber beherbergt haben wir ihn trotzdem gern.

Abschied in Briesnitz

Abschied in Briesnitz

In Dresden hat er am gestern erwähnten Workshop in Grumbach ebenfalls teilgenommen, wo er vor allem den berühmten rechten Winkel beigesteuert hat.
Auch zur Performance in der Dresdener Innenstadt hat er seinen (schweren) Teil zusammen mit Lutz beigetragen. Im Volkspark Briesnitz hieß es dann Abschied zu nehmen von Dresden und seiner Gattin.
Seit heute trägt er auf seinem Rucksack neben der Muschel auch ein Labyrinth. So kann er also auf all seinen Wegen als Jakobspilger und als Wanderer von Labyrinth zu Labyrinth erkannt werden.

Pilgerausrüstung

Pilgerausrüstung

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