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Das Labyrinth nach Gossembrot

Ein neues Labyrinth mit einem alten Design ist der Typ Gossembrot.

Es hat 5 Achsen und 7 Umgänge und eine ganz andere Linienführung als die verwandten mittelalterlichen Typen, wie Chartres, Reims, Bayeux, Amiens usw.

Sigmund Gossembrot d.Ä. (1417 – 1493), Humanist und Ratsherr aus Augsburg, hat um 1480 neun Labyrinth-Zeichnungen in einer Sammelhandschrift zusammengestellt. Bei Hermann Kerns Standarwerk Labyrinthe (Ausgabe 1999, Prestel Verlag) sind auf Seite 205 die Abbildungen 238-245 beschrieben und zu sehen.

Andreas  Frei (Schweiz) befasst sich mit der Labyrinth-Theorie und beschreibt diesen Labyrinthtyp als kaskadierende Serpentinen mit ineinandergreifender Wegführung. Genaueres dazu erfahren Sie auf seiner Website: Das Muster im Labyrinth.

Auch in verschiedenen Ausgaben der Zeitschrift Caerdroia (herausgegeben von Jeff Saward) sind einige Artikel von Andreas Frei über diesen Labyrinthtyp erschienen. Es darf als sein Verdienst gelten, dass er das darin enthaltene Muster erkannt und gedeutet hat.

Typ Gossembrot

Typ Gossembrot

Meines Wissens wurde dieser Labyrinthtyp noch nie als begehbares Labyrinth gebaut. Wer macht den Anfang?

Entscheidend für ein gutes Labyrinthdesign sind Ausgewogenheit, gute Proportionen und nach meiner Meinung auch das, was ich (vielleicht etwas hochgestochen) mit Dramaturgie der Wegfolge bezeichnen möchte. Und das ist den unterschiedlichsten Labyrinthtypen gemeinsam.

Der erste Weg führt gleich mitten hinein ins Labyrinth, umkreist nach wenigen “Zügen” die Mitte und pendelt dann wieder nach außen und innen, kommt der Mitte evtl. wieder ganz nahe und erreicht dann überraschend von ganz außen, wieder in wenigen Zügen die Mitte.

Beim klassischen Labyrinth ist das ansatzweise so, beim Typ Chartres perfekt und ebenso beim Typ Gossembrot.