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Dass das Labyrinth mit dem Mäander zu tun hat, wissen alle Labyrinthenthusiasten.
Dass das Urlabyrinth (auch kretisches oder klassisches Labyrinth genannt) aus zwei aneinandergefügten Mäandern besteht, wussten schon die alten Griechen und Römer und heutzutage die Labyrinthexperten. 
Wie aus dem Mäander (durch drehen) ein Labyrinth wird, ist bekannt.
Dann müsste sich doch auch umgekehrt ein Mäander aus dem Labyrinth herausholen lassen?
Wie ein experimenteller Labyrinthologe das macht, wird hier nachvollziehbar gezeigt.

Zwischenbemerkung für Ilse und alle Anhängerinnen der gendergerechten Sprache:
Wenn hier steht “die”, ”man”, “jene”, “alle”, “wer”, “jemand” ist immer gemeint und miteingeschlossen: Mann, Frau, Kind, alt, jung, reich, arm, gebildet, ungebildet, Besucherinnen, Enthusiastinnen, Expertinnen, Griechinnen, Römerinnen, Labyrinthologinnen, Lehrerinnen, Leserinnen usw..

Vor zwei Jahren haben wir in Schwäbisch Hall gegenüber der Comburg ein kretisches Labyrinth besucht. Etwas unterhalb am Berg steht eine alte romanische Kirche. Der Altarraum war im 19. Jh. historisierend ausgemalt worden und da fiel mir auch ein dreidimensionaler Mäander auf.

Labyrinth Schwäbisch Hall

Labyrinth Schwäbisch Hall

Mäander Schwäbisch Hall

Mäander Schwäbisch Hall

Mäander Uniklinik

Mäander Uniklinik

Mäander Türnich

Mäander Türnich

Als ich wegen meinem Herzen 2008 in der Uniklinik Würzburg war, ist mir auf dem Fußboden im Treppenhaus von Bau D20 ebenfalls der Mäander über den Weg gelaufen, vielmehr ich über ihn.
Vor einigen Monaten haben wir beim Besuch des neuen kretischen Labyrinths auf Schloss Türnich in Kerpen im Hofcafé und Hofladen an den Wänden dieses schöne Mäanderband gesehen.
Labyrinth Schlosspark Türnich

Labyrinth Schlosspark Türnich

Hofcafé Türnich

Hofcafé Türnich

Und erst vor drei Tagen ist mir in Würzburg dieses wunderbare, weil “richtige” Mäanderband an einem Haus aufgefallen. In Sichtweite zum Labyrinth im Haus St. Benedikt, das Beatrice um 1990 dort angelegt hat.
Mäanderband Würzburg

Mäanderband Würzburg

Labyrinth Haus St. Benedikt

Labyrinth Haus St. Benedikt

Wie geht das?

Wer es besser verstehen möchte, kann das Ganze auf einem Blatt Papier (am besten kariert) und mit Bleistift nachvollziehen. Ich habe es im Grunde auch so gemacht.

Zunächst der Überblick:

Übersichtszeichnung

Übersichtszeichnung

Das (hier eckige) 7-gängige Labyrinth kann man aus dem wohlbekannten Grundmuster entwickeln. Die Begrenzungslinien und der Ariadnefaden (der Weg) sind gleich breit und damit gleichberechtigt in der Darstellungsform. Der Ariadnefaden ist schwarz und die Begrenzungslinien sind weiß, bzw. weggelassen.

Der Ariadnefaden im Labyrinth

Der Ariadnefaden im Labyrinth

Aus dem Labyrinth erzeuge ich ein Diagramm in Rechteckform. Wie das geht und zu verstehen ist, habe ich schon früher einmal beschrieben (hier der Link zum Artikel). Das Diagramm könnte man auch als Ablaufplan, Fahrplan, Formel, Gebrauchsanweisung, Legende, Malen nach Zahlen, Schnittmusterbogen, Strukturplan, Wegplan, Zeichenerklärung o.ä. bezeichnen. Vielleicht hilft so eine Bezeichnung eher beim Verständnis?

Das Diagramm

Das Diagramm

Das Diagramm ist eine Abbildung des Labyrinths in rechteckiger, schematischer Form. Die Wege sind verzerrt und entsprechen nicht den tatsächlichen Längen. Das wesentliche aber ist zu sehen, nämlich die Wegstruktur: die Wegfolge, die Richtungswechsel, die Wegachsen.
Die Umgänge sind von außen nach innen nummeriert. Die Reihenfolge, in der die Umgänge abgeschritten werden, ergibt die inzwischen wohlbekannte Wegfolge: A-3-2-1-4-7-6-5-Z. Die soll uns bei der Umwandlung helfen.
Anhand der Zahlen kann man sich orientieren und den Verlauf des Weges verfolgen. Alle, die schon einmal ein Labyrinth in den Schnee getreten haben oder den Ariadnefaden in einem Zug auswendig zeichnen können, haben das verinnerlicht.

Das Diagramm nach oben verlängert

Das Diagramm nach oben verlängert

Jetzt quetsche ich die Wegstruktur seitlich zusammen auf die kleinste mögliche Breite. Sie ist nun noch verzerrter, aber immer noch richtig. Ich habe praktisch aus dem Labyrinth zwei einzelne und identische Mäander erzeugt: die Bahnen 1-2-3 und 5-6-7, die über 4 verbunden sind.
Dann setze ich nach oben den Weg aus dem Labyrinth heraus an. Der entspricht dem Weg hinein in gespiegelter Form. Das Ergebnis sind vier aufeinander folgende Mäander: ein Mäanderband.

Diese Darstellung drehe ich jetzt um 90 Grad nach rechts und erhalte das gedrehte, quer verlaufende Mäanderband. An den Zahlen kann ich die Wegfolge ablesen. Dabei stelle ich auch fest, dass ich vier identische Elemente vor mir habe. Jedes einzelne Element ist ein Mäander und aus diesen ist das Labyrinth, genauer gesagt, der Ariadnefaden im Labyrinth, zusammengesetzt. Der Weg in ein Labyrinth hinein und wieder heraus entspricht somit einem Weg durch vier Mäander. Zwar nicht in der Länge, aber in der Wegfolge und der Struktur. Dadurch erkenne ich die Beziehung zwischen Mäander und Labyrinth.

Das Mäanderband ist die Darstellung des Ariadnefadens in linearer Form.

Das gedrehte Mäanderband

Das gedrehte Mäanderband

Mäanderband Würzburg

Mäanderband Würzburg

Wenn ich das Diagramm mit den Fotos von den Mäandern oben vergleiche, stelle ich fest, dass die Linienführung übereinstimmt. Der Mäander kann auch von rechts nach links laufen, dann ist er gespiegelt. Oder er kann verdreht sein. Jedoch bleibt die Wegfolge immer die gleiche. Darauf allein kommt es an. 
Nur der Mäander von der Uniklinik passt nicht. Das bedeutet, dass nicht jedes Mäandermuster für ein Labyrinth geeignet ist.

Chiotischer Kelch 600 v. Chr.

Chiotischer Kelch 600 v. Chr.

Diesen Chiotischen Kelch (Inv. Nr. L 128) aus der Zeit um 600 v. Chr. habe ich in der Antikensammlung des Richard von Wagner Museums der Universität Würzburg gefunden. Darauf ist ein schöner Mäander zu sehen.

Ist das ein Labyrinth, und wenn ja … wie viele Umgänge hat es?

Das ist die Hausaufgabe für Sie/Euch liebe Leserinnen und Leser dieses Blogs.

Gibt es eine Verwandtschaft zwischen dem 11-gängigen Chartres Labyrinth und den in Schweden meistens 11-gängigen Trojaburgen?
Welche Beziehung besteht da? Gibt es überhaupt eine?

Das Chartres Labyrinth

Das Chartres Labyrinth

Die Trojaburg Visby

Die Trojaburg Visby

Beide könnten im gleichen Zeitraum entstanden sein. Das Chartres Labyrinth entstand ca. um 1200 und die Trojaburgen vermutlich zwischen dem 13. und 15. Jahrhundert. Auch die meisten noch erhaltenen englischen Rasenlabyrinthe (bis auf Dalby – das ist ein 7-gängiges klassisches) sind vom Typ Chartres und haben 11 Umgänge.

Wie kann man nun die beiden Typen unterscheiden, bzw. miteinander vergleichen?
Dazu muss man beide etwas umformen. Chartres hat einige spezielle Eigenschaften, die es auch von den anderen mittelalterlichen Typen unterscheidet, zu denen es auch gehört. Das sind die sechs kreisförmigen Elemente in der Mitte und die Umrandung mit den 113-Zacken.

Charakteristisch für die mittelalterlichen Typen sind auch die “Barrieren” in den Wegen, die jeweils eine Wendung um 180° bewirken. Bei Chartres sind sie in den beiden waagrechten Achsen und im oberen Teil der senkrechten Achse angeordnet. Spekulationen, ob das die Kreuzigung oder Christianisierung des Labyrinths bedeutet, können wir uns sparen. Das kann sein, muss aber nicht. Denn die Achsen könnten auch in anderen Winkeln angeordnet sein und würden die gleiche Wegfolge erzielen.
Besonders charakteristisch für alle Labyrinthtypen ist die Linienführung der Umgänge, die sich in der Wegfolge ausdrückt: das ist die Reihenfolge, in der die einzelnen Umgänge nacheinander begangen werden.
Und das ist entscheidend. Denn darin drückt sich der Rhythmus oder die Melodie, wenn nicht sogar die Dramaturgie der Wegführung eines Labyrinths aus.

Können wir die Barrieren weglassen und haben wir dann immer noch ein Labyrinth? Oder anders ausgedrückt: Können wir aus dem 4-achsigen Labyrinth ein einachsiges machen? Ja, es geht beim Typ Chartres. Nicht bei jedem mittelalterlichen Labyrinth (z.B. beim Typ Reims) gelingt das. Das deutet schon darauf hin, von welch hoher Qualität der Chartres Typ ist.
Wie sieht dann die Wegfolge aus? In der nachfolgenden Grafik ist das abzulesen.
Gleichzeitig ist in der Grafik das im Labyrinth steckende Grundmuster für die Begrenzungslinien durch die schwarzen Linien kenntlich gemacht. Damit wird das Chartres Labyrinth vergleichbar mit der Trojaburg.
Wegfolge Chartres: 5-4-3-2-1-6-11-10-9-8-7-12

Grafik Chartres

Grafik Chartres

In der Grafik der Trojaburg ist ebenfalls das darin enthaltene Muster deutlich gemacht. Um es mit Chartres vergleichbar zu machen, ist es an die kreisförmige Form angepasst. Die Wegfolge bleibt dabei erhalten. So wie es auch egal ist, ob das Labyrinth rechts- oder linkshändig ist oder ob es kreisförmig oder eckig ist, kurz: welche Form es hat.
Wegfolge Trojaburg: 5-2-3-4-1-6-11-8-9-10-7-12

Grafik Trojaburg

Grafik Trojaburg

Der Vergleich zeigt, dass Umgang 5 der “Einstieg” in beide Labyrinthe ist. Bei Chartres geht es weiter mit 4-3-2, bei der Trojaburg mit 2-3-4, also umgekehrt. Dann bei beiden 1-6-11. Danach bei Chartres 10-9-8, bei der Trojaburg 8-9-10, also wieder umgekehrt. Am Schluss bei beiden Typen 7-12, der Eintritt in die Mitte.
Einige Passagen sind identisch, an zwei Stellen ist die Reihenfolge vertauscht. Es ist also eine gewisse Ähnlichkeit zu finden.

Jetzt entwickeln wir aus dem Grundmuster im Chartres Typ (ohne die Barrieren) ein klassisches 11-gängiges Labyrinth (eben eine Trojaburg) in gewohnter Weise. Das Grundmuster wird in die eckige Form gebracht und die rechten Teile um einen Umgang nach unten abgesenkt. Es ist nun nicht mehr quadratisch, wie wir es sonst gewohnt sind, sondern rechteckig (doppelt so hoch wie breit) und zeigt wieder sein zentrales Kreuz. Aus dem kreisförmigen Modell mit größerer Mitte wird das Modell mit der kleinen Mitte.
Die Wegfolge in dieser Trojaburg ist identisch mit der im Chartres Labyrinth:
5-4-3-2-1-6-11-10-9-8-7-12
 

Grafik Trojaburg Typ Chartres

Grafik Trojaburg Typ Chartres

Ein solches Labyrinth gibt es meines Wissens bisher nicht. Und ob diese Zusammenhänge zwischen Trojaburg und Chartres den damaligen Baumeistern sowohl des Chartres Labyrinths als auch der Trojaburgen bekannt waren, wissen wir auch nicht.
Für mich ist jedenfalls klar: Es gibt eine größere Verwandtschaft zwischen den klassischen Labyrinthen und den mittelalterlichen als manche bisher angenommen haben.

Interessant wäre es auch zu erfahren, wann eigentlich die “Barrieren” im Labyrinth aufgetaucht sind. Denn die stellen eine Weiterentwicklung des klassischen Labyrinths dar.

Mögliche Fortsetzungen

  • Wie sieht die im Labyrinth Typ Otfrid verborgene Trojaburg aus?
  • Die Verwandtschaft des 7-gängigen Chartres Labyrinths (Typ Greys Court) mit dem klassischen 7-gängigen Labyrinth
  • Wie verwandle ich das 7-gängige klassische Labyrinth in ein Chartres Labyrinth?
  • Die Wegfolge im Chartres Labyrinth

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Das “Grundzeichen” MYŠ-TER-UM

© Zoltán Ludwig Kruse

Im Jahr 2008 schrieb ich bereits einen Text zum Thema “Grundzeichen/Grundmuster”. Falls Interesse daran besteht, kann er unter dem Titel «Internationaler Tag des Labyrinths “Wie baue ich ein Labyrinth (Trojaburg)”» gefunden und nachgelesen werden. Im vorliegenden Text will ich unnötige Wiederholungen vermeiden und werde vorwiegend neue Elemente zum selben Thema präsentieren.

Das hier gezeigte etruskische Fresko, wie andere auch, wurde in einer von Dunkelheit erfüllten unterirdischen Grabkammer realisiert. Man fragt sich heute, mit welcher Motivation? Die farbenfrohen Bilder wurden wohl mit der Absicht gemalt, die Verstorbenen mit Darstellungen schöner Momente des irdischen Lebens ins Jenseits zu begleiten. Ja, man wollte für sie eine vertraute, heitere Umgebung erzeugen. Die etruskischen Grabkammern wurden in den lavischen Tuff hinein gegraben. Denn dort unten, im Erdinneren, dem Reich der schöpferische Kraft bergenden Dunkelheit, geschieht alle Schwangerschaft. Dort, in der Dunkelheit des Erdenschoßes, ereignet sich Transformation. Sie führt zur Wiedergeburt. Aus dem Tod, aus der Dunkelheit quillt das neue Leben. Deswegen wurden die Körper der Verstorbenen dort, in der Tiefe untergebracht. Und das belebende, farbenvolle Licht der Fresken wurde in die Dunkelheit hinein getragen, um den Prozess der Wiedergeburt anzuregen.

Etruskisches Tanzpaar

"Die Farbe der Etrusker" - "Tänzer"; © Stampa Alternativa/Nuovi Equilibri

Dieses aus der archaischen Periode (7-6 Jh. v. u. Z.) stammende etruskische Fresko befindet sich in der “Tomba Giustiniani” der Totenstadt von Tarquinia. Ich entdeckte das Bild vor einigen Jahren in einer 14 Stücke enthaltenden Postkartensammlung. Meine Überraschung war groß, als ich das Grundzeichen, das ich in meinem Buch bereits ausführlich erklärt hatte (S. 111), vor mir sah. Der Titel dieses Bildes wurde vom Herausgeber mit “Danzatori“ / “Tänzer“ angegeben. Falsch ist es ja gerade nicht, doch ungenau. Das Wesentliche bleibt dabei nämlich ungenannt. Denn da sind nicht irgendwelche “Tänzer“, sondern da ist “d a s tanzende Menschen-Paar“ dargestellt. Oft betrachtet man bezaubernd schöne Bilder und übersieht dabei wesentliche Einzelheiten. Dies ist wohl eine Folge des Überkonsums von Bildern, die heutzutage in ungeheurer Überfülle angeboten werden. Die Mecher/Etrusker, wie auch andere Menschen alter Kulturen, die die große Mutter-Göttin verehrten, äußerten die von ihnen erkannten universalen Wahrheiten in klarer, dennoch subtiler Form. Diese sind oft nur zart angedeutet, als “pars per totum”. Der Mensch unserer Tage ist hingegen an eine, von den Medien allgemein verwendete, penetrant schreiende Ausdrucksform der Sendungen gewöhnt. Er reagiert deswegen kaum noch, oder nur noch selten, auf bildhaft oder klanghaft Subtiles. Das zarte, fast unscheinbare, leicht übersehbare Ornamentdetail auf dem roten Kleid der Tänzerin auf diesem etruskischen Fresko enthält nichts Geringeres als die universale Sendung von der Kontinuität des Lebens auf Erden. Im mehrfach dargestellten Kreuzornament ist das “Grundzeichen” leicht zu erkennen. Sehr stark ist auch die Sendung der (py)r~oten Far~be. Sie ist die verheißungsvolle Farbe der Morgenröte. Die rote Farbe erzählt von der glorreichen Erscheinung des wir~belnden Sonnen-Kreises. Der großen Sonnenscheibe, die auf Erden alle Wesen durch ihre Wär~me- und Lichtstrahlen belebt. Die Farbe rot erzählt vom Feuer/Für/fire/vuur. Die rote Farbe erzählt vom Leben. Die rote Farbe erzählt von feur~igen Emotionen, von Lebens~freu~de, Frei~heit, Frie~den, Feier~n, Lust, Leidenschaft und Begeisterung. Die Farbe rot erzählt vom Blut, vom Herzen, vom Blutstrom des Kreislaufes. Die Farbe rot erzählt von der bre~nnenden Glut des Sommers. Die Farbe rot erzählt von der roten Rose, die ihren berauschenden Duft in den Raum ausströmt. Und rot ist, wie wir wissen, die den Urwortskern BYR/PIR anrufende Farbqualität des Kraft-gebenden (mag. ERŐ) Blutes (mag. VÉR), des Ader-Blut-Strom-Kontinuums (mag. ÉR-VÉR-ÁR), der die von frie~dliebenden Frau~en, von Müttern geborenen Generationen verbindet und die Kontinuität der Menschheit auf Erden aufrecht erhält.

Wie schon dargestellt, entspricht das “Grundzeichen” den Drei kingir/šumerischen Ideogrammzeichen: gleichschenkeliges Kreuz (Wortwert MYŠ/MAŠ, PAR, Bedeutungen: “Kreuz / Kreuzung, Hälfte / halbieren – verdoppeln”), Winkelzeichen (Wortwert TAR/TIR, Bedeutungen: “Weg / Route / sich trennen / abzweigen”) und Quadrat, mit zentralem Achtstern und oberem Dreieck (Wortwert AMA/UMMU, Bedeutungen: “Mutter, Weit-/ Breitsein”). Mit ihnen wurde seinerzeit der Wortklang MYŠ-TER-UM = “Das Paar-gezeugte Andere/Ebenbild entsteht durch Abzweigung in der Mutter” geschrieben. Der Wortklang MÁS TER~EM ist im Magyarischen Ausdruck der Doppelbedeutung: “Anderes/Ebenbild generiert/gedeiht” und “Anderer Innenraum”. Allen wohl bekannt sind die in anderen Sprachen durch Anagrammierung von TER~UM/TER~EM kreierten Wortgestalten: Ma~ter, Ma~dre, Mu~tter, Mo~ther, Moe~der, Ma~tro~na/e. Die Drei bildenden Urwortskerne des Wortklanges MYŠ-TER-UM finden wir im Magyarischen in der fast selben phonetischen Gestalt und mit den fast selben Bedeutungen. MÁS bedeutet “Anderes / Ebenbild”, PÁR heißt “Paar”; TÉR als Verb heißt “kehrt, wendet, schwenkt, zweigt ab”, als Substantiv “Raum, Feld, Platz”, während seine Wandlungsform mit mittlerem Vokalwert TÁR “Lager, Speicher, öffnet” bedeutet; MA~MA, ANYA, ANYU heißt “Mutter”, NŐ als Substantiv heißt “Frau”, als Verb “wächst”, NÉNE/NÉNI bedeutet “Tante”, EM~LŐ “Busen”, EM~SE “Sau” und EM~BER bedeutet “Mensch”. EMŐ und EMESE sind die Mutter anrufenden Frauennamen. Von besonderer Bedeutung scheint mir die Bildung des Wortklanges EMBER in dem EM den Anteil “Frau” und “Mutter”, während BER den Anteil “Mann” (FÉR-FI) und “Gatte” (FÉR-J; FÉR = “kommt unter, nimmt Raum ein”) stimmig zum Ausdruck bringen. Das bedeutet, dass wir im Wortklang EM~BER den paarungs-spezifischen Werdungsweg des Menschen realisiert vorfinden.

In einem der Bücher meines Freundes Giovanni Feo (”Pittura Segreta Etrusca” 2005) heißt es treffend: «Die Malschule der etruskischen Fresken, auf frischen (it. “fresco”) Putz ausgeführt, geht zurück auf Kunsttraditionen des antiken Ägypten (3000 v. u. Z.). Zwei sind die hervorragenden Eigenschaften: die grelle aber harmonische Polychromie und die “symbolische“ Verwendung der Darstellungen, der Farben und der ganzen Komposition. In dieser Kunst ist die Ästhetik des dargestellten Subjektes ebenso sehr wichtig, wie seine symbolische Macht. Wie eine Ikone, imprägniert von Sakralität und Magie, gemalt um die tiefe Liebe für das Leben zu exaltieren und die Allmacht seiner Mysterien, unter allen zu- erst das des Todes und der Wiedergeburt.»

Heute sehen wir uns gewohnheitsmäßig eine große Menge von Spiel-Filmen an. Wir haben uns dadurch an Bilder gewöhnt, die sich bewegen. Dabei wissen wir aber, dass Spiel-Filme an sich nichts Anderes denn eine Vielheit einzelner, regungsloser Bilder sind. Die Illusion der Bewegung entsteht erst durch das schnelle Abspulen und die pausenlose Aufeinanderfolge der Bilder. Dieses einzelne, starre etruskische Fresko-Bild vom tanzenden Menschen-Paar will tief-gehend, mit offenen Sinnen und Einfühlungsvermögen betrachtet und erfasst werden, derart, als wäre es Bestandteil einer langen Bildersequenz, eines Spiel-Filmes eben. Diesen können wir versuchen in unserer Imagination wachzurufen und abzuspielen. Es liegt also an uns, das im Tanzschritt erstarrte Paar vor unserem inneren Auge schreitend und schwingend hin und her drehend lebendig werden zu lassen. Ja, die feinen Töne, die begeisternden Klänge der mecher/etruskischen Musik mitzuhören. Und selbst den Duft der würzigen Kräuter und Harze des Räucherwerkes nachzuempfinden, das bei solchen Festanlässen den Geistwesenheiten als Opfergabe dargeboten wurde.

Welche Elemente bietet den Betrachtenden das Fresko des “Tanzenden Menschen-Paares”? Auf der linken Seite des Bildes ist die Tänzerin, ihr gegenüber, auf der rechten, der Tänzer zu sehen. Dieser ist im Begriff einen, auf seine Partnerin gerichteten, Vorwärtsschritt mit dem rechten Fuß zu tun: er geht auf sie zu. Seine rechte Schulter ist dabei nach vorne gedreht, der Arm leicht angewinkelt und die Handfläche betont vorgestreckt gehalten, so als würde er seiner Partnerin eine Ikone zeigen oder einen Spiegel vorhalten wollen. Sein linker Arm folgt dieser Vorwärtsbewegung in natürlicher Körperhöhe, hinten gehalten, und bei angewinkelt (Winkelzeichen!) balancierter Haltung. Die Gestalt der Tänzerin erscheint in einer komplementären Art zu der Gestalt des Tänzers. Sie scheint eine Drehbewegung auszuführen. Aber keine luftige, aufwärts gerichtete, sondern eine bodenbezogene, wohlgeerdete, bei leicht breitbeiniger, das Becken und die Knie hervorhebenden Haltung. Ihre beiden Arme sind dabei angewinkelt; der linke Arm vorne auf die Hüfte gestützt, der rechte komplementär dazu hinten nach oben gerichtet. Die Tänzerin ist von heller Hautfarbe und mit einem warmen hellrotfarbenen, bodenlangen Kleid bekleidet, das ergänzt wird von einer dunkelroten Weste. Von der selben Farbe ist das ihre Hüft-Mitte umspannende und betonende Gürtel-Band (heiler Bogen!) sowie der untere Rand ihres Kleides. Punkte/Kerne/Samen, wie sie auch auf dem schärpeartigen, wellenförmig fallenden Kleidungsstück des Tänzers zu sehen sind, aber etwas dichter gesetzt, befinden sich auf den Ärmeln und im unteren Bereich ihres Kleides, von den Knien abwärts bis zum abschließenden dunkelroten Band. Unterhalb des die Körper-Mitte betonenden Gürtels ist das Kleid der Tänzerin bis etwa in Kniehöhe mit zahlreichen MYŠ-TER-UM Zeichen übersät. Es ist dies der fruchtbare Körperbereich der Frau, der des Gebärmutter-Knäuels, in dem das Andere, das menschliche Ebenbild, eben, das Kind entsteht. Deswegen erscheint das Zeichen treffend nur in diesem mittleren Körperbereich. Das Stoffband, das den Tänzer mit sonnen-geröteter Hautfarbe kleidet ist hingegen von kühler, komplementärer himmelblauer Färbung und weist ein cremefarbenes Randband auf, das von roten Punkten/Kernen/Samen in regelmäßigen Abständen serienmäßig ausgefüllt wird. Die Gesichter des mecher/etruskischen Tänzerpaares sind zueinander gewandt, ja, das Paar ist im Blick-Kontakt. Ihre vom Feuer der Leidenschaft glühenden Blicke begegnen sich und verschmelzen im Wirbel des Tanzes. Im hüftwiegenden Tanzen des Paares wohnt erotische Spannung inne. Diese Eros-bewirkte Spannung der Anziehung befindet sich in Resonanz mit der rhythmisch schwingenden Realität des Paarungsaktes, der von den Etruskern immer wieder in seiner schlichten Natürlichkeit dargestellt wurde. Beispielsweise in der “Tomba dei Tori“ oder auf der Oinochoe von “Tragliatella“. Und dies ist jener heilige Schlüsselakt, der, im erotischen PIR/Für/Feuer/fire/vuur der Ekstase, die Kontinuität des Menschengeschlechts auf Erden sichert. Er ist die Ursache unseres Daseins.

Das Hauptanliegen, die vordergründige Sendung des Bildes ist Bewegung, genauer noch: Paar-Tanz-Bewegung. Diese Sendung ist verschmolzen mit der roten Farbe. Das von der “starken Kraft” (mag. ERŐ~S ERŐ) getriebene tanzende Paar kreist und pendelt, gleichzeitig, hin und her. Ihre Tanzbewegung ist somit kreis-pendelnd; genauso wie die Gehbewegung im Ur-Labyrinthos, dem Gehstrom-Alternator. In diesem Lichte und in diesen Zusammenhängen will das “Grundzeichen” MYŠ-TER-UM verstanden werden. Der Tanz, das Tanzen lebt von der Musik. Die im Fresko-Bild unsichtbare, nur erahnbare rhythmische Tanzbewegung des Paares ist Reagieren auf Musik; in Resonanz treten mit ihrer sich in Rhythmus, Melodie und Klangfarbe manifestierenden Har~monie (mag. HÁR-MAN “zu dritt”). Der “Klang-Strom” (mag. HANG-ÁR) sublimer, heilsamer Musik penetriert den Menschen. Sie beglückt und verzaubert ihn seit ewigen Zeiten. Und regt ihn an zum Tanzen. Ohne ihr könnten weder Ger~aŋos/Ker~ingés, Sir~taki, Hor~a/ Hor~ă, Csár~dás, noch Wal~zer/Ker~ingő oder Tango-Runden getanzt werden.

Wenn man die weit-verbreitete Präsenz des “Grundzeichens” MYŠ-TER-UM im alten Europa bedenkt und sich zugleich die Tatsache vergegenwärtigt, dass die Menschheit seit gut hundert-fünfzigtausend Jahren die Lautsprache pflegt, gelangt man zwangsläufig zu der Folgerung, dass das “Grundzeichen” konkrete, lautspracheneigene Inhalte reflektiert haben muss. Es scheint mir nur natürlich, dass das Bildhafte im Lautsprachlichen reflektiert vorkommt. Ja sogar, dass der Ursprung des graphischen “Grundzeichens” in lautsprachlichen Inhalten wurzelt. Diese Verbindung kann, m. E., unmöglich ignoriert werden. Es scheint mir nur natürlich, dass Gedanken, die zunächst einmal immateriell, im Lautsprachlichen geäußert wurden, anschließend dann eine entsprechende bildhafte Darstellung erhalten haben. Dies ist im Übrigen auch der Entstehungsweg der Schrift. Das lautsprachliche Zeichen, das vom Menschen seit alt-steinzeitlichen Urzeiten artikulierte Wort, wurde erst in jüngerer Zeit mit einem entsprechenden Bild reflektiert.

Das Kreuz-geprägte “Grundzeichen” MYŠ-TER-UM ist Ausdruck des großen Themas von zyklischer (gr. kyklos “Kreis”) Lebenswerdung und -Kontinuität. MYŠ-TER-UM/ Mysterium ist wohl-intonierter Wortausdruck des Gedankens der Kontinuität vom menschlichen Leben auf Erden. Und ist seinem Wesen nach vertraut ge~heim~nisvoll, erschöpfend kaum erklärbar. Trotz aller Einblicke der modernen Naturwissenschaft bleibt es das weiterhin. Kreu~z + (mag. KER~ESZT) und Krei~s o (mag. KÖR) sind zusammengehörig. Etymologisch sind es, wie wir erfahren haben, Varianten des selben Urwortskern-Archetypen GAR/HAR/KÖR. Den Ur-Bogen bildet die heile Laufbahn des Sonnen-Kreises am Himmelsgewölbe. Die in der Natur sich auf verschiedenen Ebenen gleichzeitig äußernde, dynamische Realität des “heilen Bogens, Jahres, Gürtels” (mag. ÉP ÍV, ÉV, ŐV; in der LABYRINTHOS – Urwortskern-Sequenz im Kern AB gespeichert), ist im Gehirn des Menschen engrammiert. Bereits seit Anbeginn seiner Existenz auf Erden. Und seit dem er begonnen hat die Lautsprache zu pflegen, hat er allmählich auch die Fähigkeit erlangt diesen Gedankenkreis stimmig und klanglich hörbar zu artikulieren. Das seit gut 7000 Jahren zirkulierende, Kreuz-geprägte “Grundzeichen” bildet daher ein Sinnzeichen, das vom sprechenden, in lautsprachlichen Kriterien denkenden Urmenschen analog zu Wortinhalten gezeichnet wurde. Dieser Zusammenhang scheint mir von wesentlicher Bedeutung zu sein. Die Annahme, dass das “Grundzeichen” als pures Ornament, ohne jeglichen Zusammenhang zu lautsprachlichen archetypischen Inhalten, hätte gezeichnet werden können, halte ich für unrealistisch. Im Übrigen, wenn man das auf alteuropäischen Kultobjekten dargestellte “Grundzeichen” einmal aufmerksam betrachtet, wird man überrascht sein entdecken zu können, dass der heile Bogen schon daselbst, in allernächster Nähe des Kreuzes, vorhanden ist. Nämlich als kreisrunde Randlinie vom Siegel bzw. Wasserbecken, die das “Grundzeichen“ tragen. Als dann die Vorstellung der Erweiterung des “Grundzeichens“ heran-gereift war, hat die selbe kreative menschliche Intelligenz, die die Benennung und Zeichnung des “Grundzeichens” MYŠ-TER-UM veranlasst hatte, die Integrierung der Realität des heilen Bogens ins “Grundzeichen” mit-veranlasst. Es fand somit nur eine geänderte, fraktionierte Anwendung des heilen Bogens statt. Aus dem Anfangs als Rahmen benutzten Element wurde nun ein zentrales, Verbindungen herstellendes Bauelement. Diese Anwendungsverschiebung des heilen Bogens bildet einen naturgemäßen, ganzheitlich ergänzenden, zyklische Wachstumsbögen manifestierenden Erweiterungsakt. Das Ergebnis dieses dynamischen, Erweiterung gekennzeichneten Wachstumsprozesses ist die allen wohl-bekannte geometrische Figur des Ur-Labyrinthos. Wesentlich scheint mir dabei die Tatsache, dass durch diesen Erweiterungsprozess nichts Geringeres vollbracht wurde, als die Transformation der geraden Linien (des Kreuzes und der Winkelzeichen) in gekrümmte. Und damit ist in Urzeiten jene Erkenntnis bildhaft kundgetan worden, die erst in neuerer Zeit, im Rahmen der modernen Physik, ihre ausgereifte Formulierung erhalten hat.

Die Frage, wann und wo dieser Erweiterungsakt des “Grundzeichens“ MYŠ-TER-UM zur Ur-Labyrinthos-Figur geschah, beschäftigt viele Menschen, die heutzutage das Labyrinthos kultivieren. Auch wird von ihnen ein materiell dokumentierter Nachweis erwartet, erhofft. Aber eine Darstellung, die den Übergang vom “Grundzeichen“ MYŠ-TER-UM zur Ur-Labyrinthos-Figur zeigt, ist bis heute noch nicht aufgefunden worden. Ich denke, wir sollten zunächst dankbar sein für diese durch Unschärfe gekennzeichneten Antworten, die wir durch analog folgernde Denkweise erhalten können. Diese an und für sich verständliche Erwartungshaltung des heutigen Menschen, der in der Gewohnheit der durch Schärfe gekennzeichneten Informationen lebt, scheint mir ungeeignet. Ein solches Kulturgut wie das LABYRINTHOS, dessen lautsprachliche, immaterielle Grundlagen weit zurück im Paläolithikum wurzeln und dessen sichtbare graphische Grundlagen ein gut siebentausendjähriges Alter aufweisen, mit den durch Schärfe gekennzeichneten Maßstäben heutiger Zeit messen zu wollen scheint mir unangebracht. Ehrlich gesagt, die Frage nach wann und wo scheint mir eher von zweitrangiger Bedeutung zu sein. Wichtig hingegen erscheint mir die Gegebenheit, dass es geschah. Und daran kann kaum gezweifelt werden. Wer weiß, vielleicht haben wir Glück und erhalten eines Tages doch noch die erwünschten genauen Informationen über Entstehungszeitpunkt und -Ort dieses zur Ur-Labyrinthos-Figur führenden Erweiterungsaktes.

Das von Gundula Thormaehlen-Friedman entdeckte Grundmuster zum Zeichnen des Ariadnefadens lädt ein, sich spielerisch damit auseinanderzusetzen. Einfach einmal zu probieren, mehr oder weniger Bögen zu zeichnen, die Mitte woanders festzulegen und ähnliches. Und dann schauen, ob ein “richtiges” Labyrinth entsteht oder evtl. sogar keines. Das mit dem “richtig” ist gar nicht so einfach. Es dürfen keine Sackgassen entstehen, das ist klar. Der Weg soll die Richtung wechseln, er soll sich der Mitte annähern. Er darf  sich zwischendurch auch entfernen, muss aber letztendlich die Mitte erreichen.

Und so habe ich einfach probiert, was passiert, wenn ich die Mitte um eine “Einheit” nach rechts verschiebe. Das Ergebnis stelle ich hier vor und ich erlaube mir, es Schneckenhauslabyrinth zu nennen. Denn es erinnert mich durch die Wegführung und die Form an ein Schneckenhaus.

Das Grundmuster in quadratischer Form

Das Grundmuster in quadratischer Form

Ich wähle gleich die quadratische Form, damit ich wieder einen geometrisch genauen Ariadnefaden zeichnen kann. “Z” ist nicht das obere Ende des größeren Bogens wie beim klassischen 7-gängigen Labyrinth, sondern das Ende des kleinen Bogens, rutscht also nach rechts. Dann nummeriere ich nach rechts und links absteigend von 7 bis 1. Übrig bleibt ein Bogenende, das ist “A”, der Anfang des Ariadnefadens.
Zuerst verlängere ich die rechte und die linke Quadratseite nach unten und die obere nach rechts und nach links. Beim Zeichnen der Verbindungsbögen beachte ich die verschiedenen Mittelpunkte M1 – M4 für die untere Hälfte und “Z” für die obere Hälfte. Letztlich verbinde ich alle gleichnamigen Bogenenden um “Z” herum. Am Schluss ziehe ich eine senkrechte Linie von “A” aus nach unten.

Die vervollständigten Bögen

Die vervollständigten Bögen

Alle gleichnamigen Bogenenden werden konsequent und außen herum um die Mitte “Z” verbunden. Das ist gleichsam die Formel.
Die Umgänge sind von außen nach innen aufsteigend nummeriert. Dadurch ergibt sich die Wegfolge wie folgt: 1 – 2 – 5 – 4 – 3 – 6 – 7 – Z. Zuerst geht es einmal ganz herum, dann einwärts mit einem Sprung vom 2. auf den 5. Ring, dann wieder auswärts bis zum 3. Ring und dann nur noch vorwärts zum Zentrum. Das ist ein ganz anderer Rhythmus als beim klassischen Labyrinth.

Der Schneckenhauslabyrinthariadnefaden

Der Schneckenhauslabyrinthariadnefaden

Das Labyrinth erinnert mich an ein Schneckenhaus, weil der Eingang auf der Seite und weit weg vom Zentrum liegt, und es immer wieder in die gleiche Richtung geht; am Schluss sogar spiralförmig. Aber es ist ein “echtes” Labyrinth, weil alle Kriterien für ein solches zutreffen.

Allerdings habe ich noch nirgends ein solches Labyrinth gesehen. Wer macht den Anfang und baut eines?

Konstruktionszeichnung

Konstruktionszeichnung

Hier ist die Konstruktionszeichnung für ein Schneckenhauslabyrinth mit einem Achsmaß (ca. Wegbreite) von 1 m.
Es ist skalierbar und kann damit an andere Breiten angepasst werden. Einfach alle Maße mit dem entsprechenden Faktor multiplizieren. 1 m Achsmaß x Faktor 0.6 ergibt somit 0.6 m Achsmaß; die Radien, Längen, Abstände in der Zeichnung sind ebenfalls mit 0.6 zu multiplizieren und ergeben die neuen Radien, Weg- und Linienlängen und sonstigen Maßangaben.

Hier können Sie die Zeichnung im PDF-Format anschauen, drucken oder kopieren.
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