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Das neue Labyrinth hat inzwischen eine eigene Eingangstür im Zaun entlang des Mittleren Neubergwegs. Dieser zweigt von der Mathias-Ehrenfriedstraße unweit der Bushaltestelle St. Alfons der Linie 6 ab. Von der Abzweigung etwa 100 m entfernt ist auf der rechten Seite die Tür im Zaun um den Klostergarten der Redemptoristen links und unterhalb der St. Alfons Kirche im Würzburger Stadtteil Keesburg.
Jeder ist eingeladen das Labyrinth zu besuchen. Es ist geöffnet vom Sonnenaufgang bis zum Sonnenuntergang.

Am 18. September 2011 war die Einweihung.
Hier einige Eindrücke:

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Inzwischen hat die Main-Post vom Labyrinth berichtet und letzten Sonntag gab es auch einen kurzen Beitrag auf Radio Charivari in der Sendereihe Cappuccino.

Der Hörfunkbeitrag der Radioredaktion der Diözese Würzburg vom 23. Oktober 2011 mit folgender Anmoderation:

Labyrinth in Würzburg

Auf den ersten Blick wirkt sie immer etwas verwirrend: Die Form eines verschlungenen Labyrinths. Wer davor steht, versucht den richtigen Weg zu erkennen. Aber das ist gar nicht so einfach!
Das Labyrinth – ein ausdrucksstarkes Symbol, das schon seit über 3000 Jahren bekannt ist. Ursprünglich wahrscheinlich im Mittelmeerraum entstanden.
In den letzten Jahren gibt es eine Art „Labyrinth-Renaissance“ – in Städten wie Zürich zum Beispiel.
Petra Langer hat von einem neuen Labyrinth im Würzburger Stadtteil Keesburg erfahren.
Neugierig hat sie sich auf den Weg gemacht

Ich habe sie ein Stück begleitet

Petra Langer vor dem Labyrinth

Petra Langer vor dem Labyrinth

Hier ein Sendungsmitschnitt von 3:45 Minuten Dauer:

oder der Hörfunkbeitrag der Radioredaktion vom 23.10.2011 als Link

Verwandte Links

Das Chartres Labyrinth hat viele Qualitäten. Es ermöglicht etliche Variationen, unter anderem auch durch Reduzierung der Anzahl der Umgänge. Aus dem 11-gängigen Original lässt sich ein 5-gängiges Labyrinth ableiten. Durch Weglassen der ersten 6 Umgänge (wenn ich von außen nach innen zähle). Dazu diese Zeichnung:

Das ganze Labyrinth mit den inneren 5 Umgängen

Das ganze Labyrinth mit den inneren 5 Umgängen

Übrigens kann ich auch die inneren 6 Umgänge weglassen und nur die äußeren 5 Umgänge nehmen. Das funktioniert ebenso. Hier die Zeichnung:

Das ganze Labyrinth mit den äußeren 5 Umgängen

Das ganze Labyrinth mit den äußeren 5 Umgängen

Hier das 5-gängige Chartres Labyrinth im Ganzen:

Das 5-gängige Chartres Labyrinth

Das 5-gängige Chartres Labyrinth

Schauen wir uns die Wegfolge etwas genauer an: Als erstes kommt man ganz nahe zur Mitte, nämlich zum Umgang 5. Dann geht es der Reihe nach wieder nach außen: 4 – 3 – 2 – 1, wenn auch in mehreren Sektoren. So ähnlich wie bei manchen römischen Labyrinthen, wo sich das in jedem Sektor abspielt. Am Schluss komme ich dann unmittelbar von ganz außen ins Zentrum. Das ist eine verkürzte Wiedergabe der Wegfolge des 11-gängigen Originals, enthält aber deren ganze Dramaturgie.

Konkrete Beispiele für diesen Typ gibt es bisher nur wenige, wie zum Beispiel dieses hier in den Niederlanden in Nieuwegein, das ich heuer besuchen konnte.

Kann ich nun aus diesem Chartres Labyrinth mit seinen Barrieren in den waagrechten und senkrechten Achsen durch Weglassen derselben ein klassisches Labyrinth mit nicht unterbrochenen Umgängen und den vier typischen Wendepunkten herstellen? Es ist möglich. Hier das Ergebnis:
Das runde 5-gängige klassische Labyrinth

Das runde 5-gängige klassische Labyrinth

Die Wegfolge ist identisch mit der im vorhergehenden Chartres Labyrinth: 5 – 4 – 3 – 2 – 1 – Zentrum. Wir haben ein rundes klassisches Labyrinth mit einer großen Mitte und einer zentralen und gemeinsamen Achse für das letzte Wegstück und das Zentrum vor uns. Aber die vier Wendepunkte liegen nicht im Qaudarat wie wir es vom klassischen Labyrinth mit kleiner Mitte kennen. Zur Umwandlung ermitteln wir das Grundmuster und zeichnen ein Labyrinth mit kleiner Mitte. Hier das Ergebnis:

Das 5-gängige klassische Labyrinth mit Grundmuster

Das 5-gängige klassische Labyrinth mit Grundmuster

Wir sehen die gewohnten vier Punkte mit dem zentralen Kreuz. Nur gibt es hier in der Mitte eine Linie mehr. Die senkrechte Achse ist gleichsam aufgesplittet in zwei Linien. Dadurch erreichen wir die gleiche Wegfolge wie beim Chartres Labyrinth.

Für das 5-gängige klassische Labyrinth sind noch andere Wegfolgen möglich, wie zum Beispiel in Peters Steingartenlabyrinth.

Lässt sich nun aus dem 5-gängigen klassischen Labyrinth mit kleiner Mitte auch eines mit größerer Mitte erzeugen, das sich dann Knidos Labyrinth nennen kann? Es geht. Hier die Zeichnung:

Das 5-gängige Knidos Labyrinth

Das 5-gängige Knidos Labyrinth

oder auch:

Das schiefe/ schräge / krumme / verdrehte / verschobene / verwundene Labyrinth

Betrachtet mit den Augen eines Geometers und Labyrinthebauers (wahlweise: Designer oder etwas abgehobener: experimenteller Labyrinthologe)

Das klassische Labyrinth

Hier das klassische Labyrinth, entwickelt nach dem bekanntem Grundmuster mit dem Kreuz, den vier Punkten und den vier Winkeln dazwischen. Angeordnet in einem Quadrat.
 

Das klassische Labyrinth mit gleichen Wegbreiten

Das klassische Labyrinth mit gleichen Wegbreiten

Daraus entfaltet sich das ganze Labyrinth, indem alle Elemente bogenförmig miteinander verbunden werden. Also eine Synthese von Quadrat und Kreis. Somit ergeben sich 5 Mittelpunkte, die alle im Quadrat liegen und und deren Bogenstücke (Halb- und Viertelkreise) knickfrei (hierbei spielt der rechte Winkel eine Rolle) aneinanderstoßen. Das ergibt die Labyrinthfigur mit ihren Begrenzungslinien.
Will man ein (begehbares) Labyrinth mit gleichen Wegbreiten, tritt das zentrale Ausgangskreuz zurück und es bleibt ein rautenförmiges Gebilde (die Fontanelle).
Schaut man die Lage der sich ergebenden Wege an, erkennt man. dass die Eingangsachse, die Mittelachse, die Zentrumsachse in verschiedenen Ebenen liegen. Die Eingangsachse liegt nicht in einer Linie mit der Wegachse, die in die Mitte führt. Es gibt so etwas wie ein Zentrum und eine Mitte, die voneinander verschieden sind. Erst im römischen Labyrinth fallen die zusammen.
Oder anders ausgedrückt:
Ein Labyrinth ist nicht symmetrisch, obwohl es gleichmäßig aussieht.
Ein Labyrinth  ist keine Spirale, obwohl sich die Wege winden.
Ein (klassisches) Labyrinth ist keine Kreisfigur, obwohl es aus lauter Kreisbögen besteht.

Hier können Sie sich die Konstruktionszeichnung für ein klassisches Labyrinth als PDF-Datei anschauen / drucken / speichern / kopieren.

 
Das Knidos Labyrinth

Für begehbare Labyrinthe wird oft eine größere Mitte gewünscht.
Erstmals ist ein solches Labyrinth auf einem Graffito zu sehen, das auf einem Steinblock auf der Halbinsel Knidos in der heutigen Türkei bei Ausgrabungen römischer Anlagen gefunden wurde und in die byzantinische Epoche datiert werden kann.

Das Knidos Labyrinth

Das Knidos Labyrinth

Der Mittelpunkt für die Mitte springt also gleichsam aus dem Quadrat heraus (quasi ein Eisprung).
Die geometrische Umsetzung wird nun schwieriger. Behält man die übrigen vier Mittelpunkte im Quadrat bei, verschieben sich die verschiedenen Achsen in unterschiedlichen Abständen und aus den Halb- und Viertelkreisen werden größere und kleinere Segmente (Kuchenstücke). Insgesamt wird die Labyrinthform runder.

Hier können Sie sich die Konstruktionszeichnung für ein Knidos Labyrinth als PDF-Datei anschauen / drucken / speichern / kopieren.

 
Das mittige Knidos Labyrinth

Möchte man nun dass die Achse des letzten Wegstückes und der Mittelpunkt der Mitte auf der gleichen Linie liegen, verschieben sich die beiden rechten Mittelpunkte im Quadrat etwas nach oben und nach links. Aus dem Quadrat wird eine Raute und die Kuchenstücke verändern sich ebenfalls.

Das mittige Knidos Labyrinth

Das mittige Knidos Labyrinth

Hier können Sie sich die Konstruktionszeichnung für ein mittiges Knidos Labyrinth als PDF-Datei anschauen / drucken / speichern / kopieren.

 
Das zentrierte Knidos Labyrinth

Sollen nun alle Achsen auf einer Linie liegen (wie z. B. beim Santa Rosa Labyrinth), verschieben sich die 4 Mittelpunkte im Quadrat noch mehr. Damit aber auch die Kuchenstücke und die Fontanelle. Die ursprünglichen 4 Mittelpunkte haben sich total verzogen und liegen schief im Labyrinth.

Das zentrierte Knidos Labyrinth

Das zentrierte Knidos Labyrinth

Hier können Sie sich die Konstruktionszeichnung für ein zentriertes Knidos Labyrinth als PDF-Datei anschauen / drucken / speichern / kopieren.

 
Welches Labyrinth gefällt Ihnen/Dir am besten?

Es kommt natürlich auch darauf an, an welchem Ort sich das Labrinth befindet und welchen Zwecken es dient, was damit ausgesagt werden soll und was einem persönlich wichtig ist.
Weitere Variationen sind noch möglich, die einfachsten erhält man durch Spiegeln an einer vertikalen Achse.
Die Entwicklungsstufen vom klassischen Labyrinth zum zentrierten Knidos Labyrinth könnte man auch als eine Wandlung vom Quadrat und Rechteck zum Kreis betrachten. Die Endstufe wäre dann vielleicht das Chartres Labyrinth, das den Kreis und die Mitte noch mehr betont und wo die Kreuzform im ganzen Labyrinth ausgedrückt wird.

 
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Steingartenlabyrinth

Das Labyrinth in Peters Steingarten

In der großen Welt der Steine gibt es auch ein Labyrinth. Es ist ein 5-gängiges, klassisches Labyrinth mit einer größeren Mitte (Knidos Labyrinth), dessen Weg sich zuerst nach links wendet. Daran konnte ich durch einen kleinen Entwurf und durch die Absteckung mitwirken. Am 7. Januar 2006 war das. So betrachte ich es auch ein bisschen als mein Baby, wenn auch Peter ganz allein für die Entwicklung zu einem großen Werk verantwortlich ist. Das heisst, dass er die Ideen und die Steine beiträgt. So 4 Jahre wollte er daran arbeiten. Es ist also Halbzeit und das Kind ist schon im besten Alter.

Der Grundriss

Der Grundriss

Peter bei der Arbeit

Peter bei der Arbeit

Die ersten Steine

Die ersten Steine

Grundsteinlegung: 7. Januar 2006

Danach kamen immer wieder Besucherinnen und Besuche, die ihren Stein für das Labyrinth mitbrachten, wie Els und Marjke aus Holland. Ilse wird ihren aus Wien im Juli mitbringen.
Einige technische Daten seien doch genannt: Der Durchmesser ist 12 Meter, die Mitte hat 2 Meter, von Wegachse zu Wegachse ist es 1 Meter. Die Weglänge hinein in die Mitte ist 104 Meter und die Wände haben eine Länge von 131 Meter. Ein Labyrinth ist also etwas, wo auf kleinem Raum eine ganze Menge geschieht.

Els, Peter, Marjke

Els, Peter, Marjke

Peter, Theresia, Ilse, Beatrice

Peter, Theresia, Ilse, Beatrice

Theresia, Peter, Ilse, Erwin

Theresia, Peter, Ilse, Erwin

Wachstumsstufen

So dürfen wir gespannt sein, wie es weitergeht. Das nachfolgende Bild zeigt das Labyrinth im Herbst 2007.

Luftaufnahme

Luftaufnahme

© Peter Baumann

Mehr über das Labyrinth in einem Beitrag von Peter selbst … Link>

Mehr Fotos von mir auf der Labyrinth Website mymaze.de … Link>

Die Wände und der Weg

Die Wände und der Weg

Wer sich für den Entwurf interessiert, kann ihn sich hier als PDF-Datei ansehen/speichern/drucken/versenden … Konstruktionszeichnung