Feeds
Artikel
Kommentare

Wie mähe ich ein Labyrinth in eine Wiese?

Sinnvollerweise wird dabei der Weg, also der Ariadnefaden, dargestellt. Und nicht die Begrenzung, wie es sonst beim Bau eines Labyrinths üblich ist. Es wird also gleichsam das Labyrinth aus dem Gras herausgeschnitten. Am besten geht das, wenn das Gras noch nicht so hoch ist.

Wenn man weiß wie der Weg verläuft und genug Platz hat, kann man gleich mit dem Rasenmäher loslegen. Dabei sollte man aber keine Fehler machen und an die Wege denken, die noch dazwischen kommen. Ich meine hier das klassische Labyrinth, das ja bekanntlich die Wegfolge: 3 – 2 – 1 – 4 – 7 – 6 – 5 – Mitte aufweist.

Wenn man es etwas genauer machen will, kann man folgende Methode verwenden.

Ich verwende dafür 5 etwa 1 m lange und 1 cm dicke Eisenstäbe (auch Pflasterereisen genannt) und ein 3 mm dickes Stahlseil, das entsprechend den verschiedenen Radien markiert ist. Ein Seil ginge auch, dehnt sich aber meistens zu sehr.

Als Beispiel dient hier ein Labyrinth mit größerer Mitte (Knidos Labyrinth) und einem Achsmaß von 1 m. Das ergibt bei 4 m Mitte einen Gesamtdurchmesser von 18 m. Das ist aber skalierbar. Das heißt, wenn ich nur 9 m Gesamtdurchmesser will, multipliziere ich alle Maße (auch die “schrägen”) mit 0,5. Bei Faktor 0,6 bekomme ich dann 10,80 m Gesamtdurchmesser. Undsoweiter.

Zunächst lege ich die 5 Mittelpunkte für die verschiedenen Bögen fest und markiere sie mit den Eisenstäben.

Die 5 Hauptpunkte

Die 5 Hauptpunkte

Das Mähen beginnt man am besten in der Mitte. Das Drahtseil ist (bei mir) an einem Karabinerhaken befestigt. Diesen hänge ich in M1 ein und lasse den Rasenmäher der Markierung (R = 1,50 m) für den entsprechenden Radius folgen. Die liegenbleibende Fläche in der Mitte wird gleich freigemäht.

Dann wird jeweils das Seil umgehängt und der Reihe nach werden alle Bögen abgemäht. Das wäre hier  der R = 2,50 m im Mittelpunkt M3. Dann R = 1,50 m um M2 herum.

Zu beachten ist natürlich von wo bis wo der Bogenverläuft und wo der Radius wechselt. Diese Punkte liegen auf einer Verlängerung der Linien durch die verschiedenen Mittelpunkte.

Ganz am Schluss mäht man noch einmal freihändig um das Ganze herum, um die äußere Begrenzung des Labyrinths sichtbar werden zu lassen.

Der Ariadnefaden

Der Ariadnefaden

Bei einer Rasenmäherbreite von etwa 50 cm, bleibt eine Breite von ebenfalls 50 cm für die Begrenzung (das, was stehen bleibt). Die Maßangaben in der Zeichnung beziehen sich jeweils auf die Achse, also die Mitte des Weges.

Das gemähte Labyrinth

Das gemähte Labyrinth

Das Labyrinth auf den Fotos ist so entstanden. Der Weg geht zuerst nach rechts, also war das Labyrinth gespiegelt. Die Größe ist 9 m, also wurden die Maße in der Zeichnung mit 0,5 multipliziert.

Villa Unspunnen

Villa Unspunnen

Im Morgenlicht

Im Morgenlicht

Offen für das Licht

Offen für das Licht

Verwandte Artikel

Wie baue ich ein Knidos Labyrinth aus Rindenmulch?

Wie das geht, müsste theoretisch klar sein. Das stand in früheren Artikeln auf diesem Blog. Wer sich nicht mehr genau erinnert oder noch einmal nachschauen möchte, dem sind die ganz unten aufgeführten Artikel empfohlen.

Das hier vorgestellte Labyrinth hat ein Achsmaß von 50 cm, die Mitte soll einen Durchmesser von 2 m bekommen, das zentrale Quadrat hat ebenfalls 2 m Seitenlänge, der Gesamtdurchmesser wird dadurch 9 m sein.

Wir stecken zuerst die 5 Hauptpunkte ab, um die sich dann später buchstäblich alles dreht.

Die 5 Hauptpunkte

Die 5 Hauptpunkte

Die 5 abgesteckten Punkte

Die 5 abgesteckten Punkte

Dann werden am besten die inneren und etwas komplizierteren Teile “gebaut”, also mit Rindenmulch gestreut. Das sind alle Teile, die sich innerhalb eines Dreieckes befinden, das durch die 5 Punkte gebildet wird. Es entsteht so quasi ein Tortenstück mit den inneren Wegen des Labyrinths, die jeweils von 4 verschiedenen Mittelpunkten und verschiedenen Radien gebildet werden. Es ist zweckmäßig mit dem inneren Kreuz, den einzigen geraden Linien im Labyrinth, anzufangen. Und dann der Reihe nach die übrigen Bogenstücke zu formen.
Damit ist nämlich der Grundstock für die weiteren, nachfolgenden 8 parallel verlaufenden Kreisbögen geschaffen.
Die inneren Bögen

Die inneren Bögen

Die inneren Bögen

Die inneren Bögen

Jetzt gilt es nur noch, die restlichen Bögen um den Mittelpunkt in der Mitte fertigzustellen. Alle haben sie denselben Mittelpunkt und jeweils einen um 50 cm größeren Radius als der vorhergehende Bogen; wenn man von innen nach außen arbeitet. Es geht jeweils von ganz rechts nach ganz links und umgekehrt. Hier können fast beliebige viele Leute eingesetzt werden. Man könnte sogar die 8 Bögen gleichzeitig anlegen. Oder auch von zwei Seiten her arbeiten, wie es hier getan wurde.
Das ganze Labyrinth

Das ganze Labyrinth

Das fertige Labyrinth

Das fertige Labyrinth

Die genauen Abmessungen der verwendeten Radien lassen sich der nachfolgenden Zeichnung entnehmen. Ebenso auch die übrigen noch notwendigen Maße.
Hier können Sie die Zeichnung als PDF-Datei anschauen, drucken, speichern oder kopieren.
Die Konstruktionszeichnung

Die Konstruktionszeichnung

Hier wurde das Achsmaß von 50 cm verwendet. Dadurch ergibt sich für den kleinsten Bogen ein Radius von 50 cm und für den größten ein Radius von 4,50 m, denn der Gesamtdurchmesser beträgt 9 m. Für die Größe der Mitte wurde das 4-fache Achsmaß verwendet. Somit ist der Durchmesser der Mitte gleich der Seitenlänge des Quadrates aus den 4 Wendepunkten.
Das Labyrinth ist in der Größe skalierbar. Will man z.B. eines mit einem Achsmaß von 1 m (also 18 m Gesamtdurchmesser) bauen, multipliziert man alle Maßangaben mit 2.
Hier noch einige Bilder vom Baugeschehen:
Verwandte Artikel

Wie lege ich ein Knidos Labyrinth aus Seilen?

Hier soll wieder eine Möglichkeit vorgestellt werden, wie man zu einem Labyrinth kommt.

Die ursprüngliche Aufgabenstellung war, in einem großen Raum aus Seilen ein temporäres Labyrinth zu legen.  Das schien ganz einfach zu sein, da man ja weiß wie ein Labyrinth aussieht und wie man es aus dem Grundmuster mit dem Quadrat, den Winkeln und den Punkten erzeugen kann. Es sollte ein klassisches 7-gängiges Labyrinth mit einer größeren Mitte werden.

Doch die Frage war: Wie viele Seile braucht man und wo fängt man am besten an?
Seile lassen sich leicht im Bogen verlegen und wieder verschieben. So ist schließlich nach längerem Probieren ein Labyrinth entstanden, wenn auch die Mitte etwas klein geraten war.

Danach wollte ich es etwas genauer wissen und habe mir dann so eine Art Legeanweisung entwickelt, die hier vorgestellt werden soll.

Zuerst lege ich einige Ausgangspunkte fest, an denen ich mich leicht orientieren kann und zu denen ich auch einen maßlichen Bezug nehmen kann.

Bild 1

Bild 1

In diesem Beispiel haben die Wege eine Breite von 50 cm, die Mitte hat einen Durchmesser von 2 Metern und das gesamte Labyrinth einen größten Durchmesser von 9 Metern. Die Punkte E1 bis E4 sind die Endpunkte der Linien und liegen in einem Quadrat, das mit der Diagonale von 2.83 m sehr einfach konstruiert werden kann.

Bild 2

Bild 2

Ausgehend von den beiden oberen Punkten E1 und E2 wird mittels Bogenschlag und den Maßen von 2.00 m und 1. 50 m der Mittelpunkt der Mitte konstruiert.  Dieser Mittelpunkt wird vorübergehend markiert, ebenso wie die Mitte des Quadrates.  Denn von hier aus und um die Mitte M herum werden die Seile gelegt.

Bild 3

Bild 3

Vom Zentrum des Quadrates aus gehe ich ein Stück gerade nach oben und lege dann das Seil in einem gleichmäßigen Abstand von 1 m (= Radius 1m) um Punkt M herum; bei E2 angekommen, gehe ich in einem Abstand von 0.5 m (=Radius 0.5m) darum herum und lege das Seil im gleichmäßigen Abstand von 1 m zum schon liegenden Teil und parallel dazu bis Punkt E1. Auf diese Art habe ich die rote Linie 8 und 6 gelegt.

Bild 4

Bild 4

Jetzt wird die blaue Linie 5 und 7 konstruiert. Ich starte wieder in der Mitte des Quadrates, gehe ein Stück gerade nach rechts zwischen die Punkte E2 und E4 und biege dann nach links oben ab, indem ich parallel und im Abstand von 0.5 m der schon gelegten roten Linie 6 folge. Bei Punkt E1 geht es weiter links herum im Abstand von 0.5 m und danach zwischen der roten Linie 6 und 8 bis Punkt E2. Ich habe die blaue Linie 5 und 7 gelegt.

Bild 5

Bild 5

Nun kommt die braune Linie. Wieder vom zentralen Punkt im Quadrat aus geht es zunächst gerade bis zwischen die Punkte E1 und E3. Dann im Abstand von 0.5 m parallel zur blauen Linie 5 bis zwischen die Punkte E2 und E4. Um den Punkt E4 geht es mit einem Abstand von 0.5 m nach außen herum und dann parallel zur gerade gelegten Linie 4 im Abstand von 1 m bis Punkt E3. Die braune Linien 2 und 4 ist fertig.

Bild 6

Bild 6

Zur Vollendung fehlt noch die grüne Linie. Von zentralen Punkt im Quadrat aus geht es gerade nach unten zwischen die Punkte E3 und E4; dann nach rechts im Abstand von 0.5 m zur braunen Linie 2 um Punkt E4 herum und weiter parallel bis Punkt E3. Dieser wird mit 0.5 m Abstand nach innen umrundet und die grüne Linie 3 wird zwischen die vorhandene braune Linie 2 und 4 bis zum Punkt E4 verlegt. Die grüne Linie 1 und 3 ist gelegt. Das Labyrinth ist fertig.

Hier können Sie sich die Legeanweisung auf DIN A4 als PDF-Datei anschauen/drucken/speichern/kopieren …

Das Knidos Labyrinth als Schemazeichnung

Hier die Konstruktionszeichnung des Prototyps eines Knidos Labyrinths.

Prototyp

Prototyp

Das Achsmaß beträgt dabei 1 m. Das bedeutet, dass bei einer vierfachen Wegbreite die Mitte einen Durchmesser von 4 m hat. Der Gesamtdurchmesser beläuft sich dabei auf 18 m (= 2 x 7 Wege + 4 m Mitte).

Das Achsmaß von 1 m bedeutet, dass ich 1 m Abstand von Mitte Begrenzungslinie des Weges bis zur Mitte Begrenzungslinie auf der anderen Seite des Weges habe. Wenn die Begrenzung 20 cm breit ist, wird demnach der Weg 80 cm breit. Das ist bei den Überlegungen zum Bau zu berücksichtigen.

Alle Dimensionen und Maße sind skalierbar. Wenn das Labyrinth nur 9 m Gesamtdurchmesser haben soll, muss ich alle Maße mit 0.5 multiplizieren (die Radien, die Weglänge, die Linienlänge, die Diagonalmaße usw.). So kann ich ein Labyrinth beliebiger Größe erstellen.

Sollen die Wege statt 1m Achsmaß 1.20 m Achsmaß erhalten, multipliziere ich alle Angaben mit 1.2. Der Gesamtdurchmesser wird dann 21.60 m (= 18 x 1.2).

Wenn Sie wollen, dass die Wegführung anders wird, also z.B. der erste Weg (3) zuerst nach rechts führt, müssen Sie die Zeichnung spiegeln (oder von hinten anschauen).

Hier können Sie sich die Konstruktionszeichnung als PDF-Datei anschauen/drucken/speichern/kopieren …

Nächste »