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© Zoltán Ludwig Kruse

Sanskrit Bezüge zum Urwortskern T[i/ü/e/a/ö/o/u]R

Wie die folgenden Wortklangbeispiele es belegen, sind die Bezüge auch in dieser alten Sprache reichhaltig: dār~a (engl. ”tear~ing”) ”wild wütend, Zerriss, Brechen, Spalten” (↔ TÖR); dār~aka (engl. ”breaking, tear~ing, splitting”) ”Brechen, Zerkleinern, Bruch”; dār~i (engl. ”splitting, tear~ing asunder”) ”auseinander reissen”, dār~ita (engl. ”tor~n, rent, divided”) ”zerrissen, Riß, Sprung, Spalt, geteilt”; dār~ú (engl. ”braking, splitting”) ”Brechen, Spalten” (↔ TÖR~Ő ”Brecher, brechend/e/r”); Dār~uka, Name von Krishna´s Wagenlenker (der herum~fähr~t/-kehr~t; TÉR~Ő ”Herumkehrer, kehrend, Kehre”, TÉR~Ő~KE ”Kehrelein”); dúr = dvār (engl. ”a door”) ”ein/e Tor/Tür”; duro-dara (engl. ”door-opener”) ”Tür/Tor-Öffner” (↔ TÉR~Ő-TÁR~Ó ”Kehre-Öffner”; eine recht bemerkenswerte lautlich-inhaltliche Übereinstimmung!); dúr~ya (engl. ”belonging to the door or house, a residence”) ”zum Tor oder Haus gehörig, ein Aufenthaltsort”; tir~ás (engl. ”throu~gh, across, beyond, over, so as to pass by, apart from, without, against”) ”dur~ch, quer durch/über, jenseits, vorüber, über, vorbei, aus, zu Ende, so wie vorübergehen/-fahren, geschieden von, ohne, gegen, wider”; Dhár~ma (engl. ”that which is established or firm, steadfast decree, statue, ordinance, law”, hebr. ”Thor~a”) ”das, was festgesetzt oder beständig ist, fest gegründete Verfügung, Statue, Regel, Gesetz” (↔ TÖR~VÉNY Gesetz).

Lateinische Bezüge zum Urwortskern T[i/ü/e/a/ö/o/u]R:

Ter ”dreimal”, ter~ni ”je drei”, ter~ere ”(ab)reiben, oft gebrauchen/besuchen/befahren”, ter~gi-ver~sari ”Ausflüchte suchen”, ter~gi~ver~satio ”Verzögerung/Abweichung” (↔ EL-TÉR ”ab-weicht/kehrt”), ter~minare ”begrenzen, beschränken, bestimmen, festsetzen”, ter~rere ”(er)schrecken”, ter~ra ”Erde”, ter~renus ”aus Erde, auf/in der Erde befindlich” (↔ ÉR ”Quelle, Ader, Gang, gelangt, berührt, reift”, TÉR ”kehrt, Feld, Raum”), tor~mentum (it. ver~ricello) ”Winde”, tor~quere ”dreh~en”, tor~quis ”Gewundene/ Ge~dreh~te/Halskette”, tur~ba ”Ver~wirr~ung, Tur~bulenz”, tur~bare ”ver~wirr~en, trü~ben, aufwühlen”, tur~bidus ”s~tür~misch, ver~wirr~t, ge~trü~bt”, tur~bineus ”wir~belnd, krei~send”, tur~bulentus ”s~tür~misch/tur~bulent, wirr”, tur~ma ”Schwadron (röm. Reiterabteilung von 30 Mann), Schar, Schwarm”, tur~ris ”Tur~m, hoher Bau, Palast, Burg” usw.

Italienische Bezüge zum Urwortskern T[i/ü/e/a/ö/o/u]R:

Tir~anno/a ”Tyr~ann/in”, tir~annia ”Tyr~annei/Gewalt-/Willkürherrschaft” (Dru~ck, Er~drü~ckung, Unterdrückung ↔ TŰR ”(er)duldet”), tir~are ”(aus-, zu-)ziehen, wer~fen, ab~feuer~n, schleppen, dru~cken/abziehen”, tir~o ”Ziehen, Schießen, Wer~fen, Schuß, Wur~f, (Pferde-) Gespann, S~trei~ch”, tir~aggio ”Luftzufuhr”, tor~o ”S~tier” (gr. taur~os, lat. taur~us ↔ TÚR ”wühlt”, TÚR~ÁS ”Wühlen”, SZÚR ”sticht”, SZÚR~ÁS ”Stich, Stechen”, TÚR~ÓS ”wühlig”, SZÚR~ÓS ”stichig”), tor~re ”Tur~m” (engl. tower), tor~ta ”Tor~te” (die krei~srunde), tor~tor~a ”Tur~teltaube” (die gur~rende, TUR~BÉK~OL ”tur~telt”), tor~tuosità ”Gewundenheit, Krü~mmung”, tor~to ”Unrecht” (abge~kehr~t von der Wahrheit ↔ EL~TÉR~T).

Englische Bezüge zum Urwortskern T[i/ü/e/a/ö/o/u]R:

Thro/trou~gh ”Schnellver~kehr~ss~tra~ße, Autobahn”, tra~ck ”S~pur, Fähr~te, Pfad, Weg, Bahn”, tra~ct ”(Land-) S~tri~ch, S~tre~cke, Gebiet, Fläche”, tra~de ”Handel (Wahren-Ver~kehr)”, tra~ding ”handel~trei~bend”, tra~ffic ”Ver~kehr”, tra~in ”Zug, Kar~awane, Reihe, Ser~ie”, tra~mp ”wandern, marschieren, laufen”, tra~vel ”fahr~en, gehen, laufen”, trea~d ”be~tre~ten, gehen, schreiten auf”, tree (↔ trou~gh, terr~ain) ”Baum” (↔ russ. der~evo; die germ. Weltesche Yg~dra~sil ↔ TÉR ”Raum, Feld; kehrt”, TER~JED ”dehnt/weitet sich aus”, TER~EP ”Gelände”, TER~EB~ÉLY ”Ausladung/
-weitung/-dehnung” der Baumkrone, TER~EB~ÉLY~ES ”ausladend”), tre~nd ”sich wenden, ers~tre~cken, ausdehnen”, tear (tor~e, tor~n) ”zerreißen, (auf)spalten, zersplittern, rasen, toben, Toben, Raserei” (↔ TÖR), tear around ”herumrennen/-tour~en”, tear down ”abreißen/-brechen, Trä~ne (tre~nnt sich und kehr~t her~vor aus dem Auge)”, tra~p (it. tra~ppola) ”Falle, Fallgrube, Schlinge, Fall~tür” (↔ TŐR); tra~pper ”Fallensteller, Tra~pper”; tra~verse ”dur~ch-/überqueren, durchkreuzen, Querlinie, Tra~verse, Hindernis, Dreh~bewegung, Queren, Schwenkbereich, Schwenkung” (↔ door – Tür/Tor), thre~shold ”Schwelle”.

Wechselbeziehung der Urwortskerne
T[i/ü/e/a/ö/o/u]R – K[i/ü/e/a/ö/o/u]R – P[i/ü/e/a/ö/o/u]R

Bild 1

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Die Labyrinthos Darstellung auf dem Weinkrug von Tragliatella selbst, die die Inschrift TRUIA im äußersten Umgang trägt, ist offenbare Kundgebung der Realität von Verwobenheit der Urwortskerninhalte KÖR – PIR – TER, denn es zeigt den Betrachtern die Bildelemente: Krei~s – Krei~sen – Kehr~e – Kehr~en – Kur~sieren (KÖR) – For~m – Fahr~t – Fahr~en – Wir~bel – Wer~den (PIR/BYR) – Tour~en – Tur~nier – Tur~nus – Dreh – Dreh~en (gr. tro~chos “Rad“) – Dreh~ung – Trieb – Trei~ben (TER). Das Korrespondieren der drei Urwortskerne wird noch deutlicher, wenn man sich die Realisierung einer bestimmten Bedeutung in den Wortklängen verschiedener Sprachen anhört und diese miteinander vergleicht. Der Vergleich spricht dann für sich selbst: wieder-dreh~en/-kehr~en ↔ it. “ri~gir~are“ ↔ engl. “re~tur~n“; Dreh~ung/Kehr~e/Wendung ↔ it. “(ri)~gir~o“ ↔ engl. “tur~n, tor~sion“; um-/zurück-kehr~en ↔ engl. “re~tur~n, tur~n round“; zurück-/wieder-kehr~en/-wer~den ↔ it. “ri~tor~nare ↔ engl. “to re~tur~n“; Rück-/Wieder-kehr ↔ it. “ri~tor~no“ ↔ engl. “re~tur~n, re~cur~rence“; Dreh~en, wir~beln, sich dreh~en, um-dreh~en, -kehr~en, Wendung, Runde, Rundgang, Wechsel, Wende ↔ engl. “tur~n“; sich um-dreh~en, -wenden, -kehr~en ↔ engl. “to tur~n about“; Dreh~ung/Kehr~en, Wendung, Übergang, Wechsel ↔ engl. “tur~nover“; zurück-/wieder-kehr~en/-wer~den, Rück~kehr/-kunft, Wieder~kehr ↔ engl. “re~tur~n“; (An-, be-)trei~ben, fahr~en, bohr~en, energisch be~trei~ben, durchsetzen/-führ~en, den Ball trei~ben, Fahr~en, Fahr~t, Trie~bwerk, Trie~bkraft, Trie~b, An~trie~b, Dru~ck (drü~cken), drä~ngen/dri~ngende Sache, Auf~trie~b ↔ engl. “dri~ve“; trei~bend, Trei~b-, Trei~ben, Fahr~en ↔ engl. “dri~ving“; ver-/um~dre~hen/krü~mmen ↔ it. “tor~cere“; um-dreh~en, -wenden ↔ rum. “în~toar~ce“; Rück~kehr ↔ rum. “în~toar~cere“; zurückge~kehr~t ↔ it. “ri~tor~nato“ ↔ rum. “în~tor~s“; Wendung/ Dreh~ung/Kehr~e ↔ it. “ri~tor~nello“ ↔ rum. “în~tor~să~tur~ă“. Diese vorliegende “Kon-fusion” der Drei Urwortskerne belegt auch der deutsche Satz: “Manche wichtige Tür~en werden geradezu fre~netisch von tur~bulent wir~belnden, ein- und aus~kehr~enden Menschen-Schar~en (SOR “Ser~ie, Reihe“) fre~quentiert, dur~ch-dru~ngen, dur~ch-quer~t“.

Bild 2

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Das die Inschrift TRUIA tragende Labyrinthos auf dem Weinkrug von Tragliatella ist zusammengewachsen dargestellt mit einer Reihe von jungen menschlichen Gestalten: zwei am Boden liegend kopulierenden (Geschlechts-Ver~kehr trei~benden: TÁR “öffnet, schließt weit auf, bietet an“, TÉR “kehr~t“, TÚR “wühlt“), eine ursprüngliche heilige Hochzeit zelebrierenden Paaren auf der rechten (das obere Paar ist auf einer erhöhten Unterlage dargestellt, während das untere sich auf dem Erdboden befindet) und zwei hintereinander reitenden, aus-kehr~enden und dahinziehenden Reitergestalten auf der linken Seite. Diese explizite Art der dicht nebeneinandergestellten Darstellung dieser Bildanteile des Weinkruges nötigt geradezu die Betrachtenden zu einer zusammen-hängenden Lesung dieser Symbole. Das Ein-/Dur~ch-/Her~vor-kehr~en, Ein-/Dur~ch-/ Ausziehen, Hinein-/Dur~ch-/Hinauss~tre~ben in, dur~ch und aus dem Labyrinthos bildet somit eine Metapher der durch paarende Fortpflanzung sich ereignenden Wiedergeburt des Menschen. Durch die Ader-Blut-Strom ÉR-VÉR-ÁR genährte ”starke Kraft” ERŐS ERŐ des Eros, die den wollusterfüllten Paarungsakt bewirkt, erhält das in der heilen Mitte des Labyrinthos geborgene Zeichen MYŠ-TER-UM: “Paargezeugtes Anderes/Neues – generiert durch Abzweigung – in der Mutter“ Gültigkeit. Wesentlich scheint mir dabei die Gegebenheit, dass diese verschmolzene Art der Darstellung der kopulierenden Paare mit dem Labyrinthos sich in direkter, natürlicher Entsprechung befindet mit der Klanglichkeit des Wortnetzgewebes, dessen Ausgangsknoten die zahlreichen Wandlungsgestalten der Urwortskerne TIR, GIR und PIR bilden. Dass heißt, dass auch in diesem Fall, wie allgemein, das Bildhafte das lautsprachliche Gewebe in eingestimmter Art und Weise reflektiert.

Bild 3

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Die Darstellung des Klein~tier-Paar~es auf dem Weinkrug, wobei das eine Tier das andere trei~bt, setzt eine zusätzliche Betonung und vermittelt die für die Tier~welt wesentliche Schlüßelbotschaft: “Trie~b, Trei~ben, Ge~trie~ben-sein“, der Weg zur unendlichen Serie von Kör~per-for~m-wer~dungen. Die onduliert krie~chende lange Schlange, Symboltier der sub~ter~restrischen hin-und-her kehr~enden (TÉR~Ő) Ader-Strom-Kräfte (ÉR-ÁR-ERŐ) ist hier ebenfalls präsent. Und auch diese Botschaften erhalten Realisierung durch die Urwortskerne T[i/ü/e/a/ö/o/u]R – K[i/ü/e/a/ö/o/u]R – P[i/ü/e/a/ö/o/u]R.

Die Botschaft von SOR ”Serie”

Wortklänge wie Zir~kulieren, Zir~kel, Zir~kus, Zer~emonie, Ser~mon, mag. SOR “Ser~ie, Sequenz, Reihe“, SOR~OZ~AT “Reihenfolge“ sind rückverbunden an die grundsätzliche Vorstellung von “Rundsein, Rotieren, Abrollen, Abspulen“ (der Sequenz), die einen wesentlichen Aspekt des Archetypus ☼, namentlich des großen himmlischen Sonnen-Kreises darstellt. Wie in früheren Texten von mir bereits erläutert, ist der Archetypus ☼ mit dem Urwortskern KIR/GIR/KÖR “Krei~s“ lautsprachlich realisiert. Die Wortklänge fra. char, engl. char~iot (beräderter, rollender) “Wagen“, Chor (Krei~s der Sängerinnen und Sänger), mag. SOR “Serie, Reihe“, die diese Verbundenheit belegen, können somit als lautlich-inhaltliche Variationsgestalten des Urwortskernes KIR/GIR/KÖR “Krei~s“ erkannt werden (K < G < CH < S).

Bild 4

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Die Darstellungen auf dem Weinkrug von Tragliatella übermitteln sehr klar den Gedankeninhalt “Serie, Sequenz“, die, naturgemäß, Krei~slauf geprägt ist (Zir~kulieren, Tur~nier, Kur~sieren, Krei~slauf/-Dreh~ung KÖR-FOR~G~ÁS; FOR ↔ KÖR < SOR). Dies äußert sich in der serienmäßig angeordnete Aufstellung der zu Pferd reitenden und zu Fuß schreitenden Knabengestalten. Sie sind an der Zer~emonie (ser~ienartig “abrollende“ Reihenfolge von Handlungen) des TéRÚJJÁ “Kehrt zum Neuen“ Turnier-Spiels beteiligt (in einem Tur~nier kommt es stets auf (Ein)Tre~ffen – Tre~ffer – Tro~phäe und Tri~umph an). Die Ser~ie dieser, und überhaupt aller, Tier- und Menschen-Gestalten kehr~t her~vor aus dem in der Mitte des LABYRINTHOS geborgenen MYŠ-TER-UM. Die im Magyarischen gegenwärtigen Variationen und Entwicklungen des Urwortskerns SOR, Wandlungsform des Urwortskernes KOR/KÖR “Zeitalter/Kreis“ und Wurzel des Wortklanges “Ser~ie“, bieten den hörend Betrachtenden allgemeine, vielfältige und überaus wertvolle Botschaften: SOR “Ser~ie, Reihe“ (Labat, Šumerogramm Nr. 152 SAR, in “Reihe“ gepflanztes grünes Gemüse), SOR~OL “reiht auf“, SOR~S “Schicksal“ (zyklische Abfolge von Lebensereignissen), SOR~OZ~AT “Reihenfolge“, SZER “Zer~emonie, -mal/-fach, Mittel, Gerät“ (die zur Vervielfältigung dienen), SZER~V “Organ“ (Multipel gleichartiger Zellen; ein zu bestimmter Leistung dienender Kör~per~teil mehrzelliger Lebewesen), SZER~V~EZ “organisiert“, SZER~V~ES “organisch“, SZER~V~EZ~ET “Organismus“, SZER~V~EZ~ÉS “Organisierung“, SZOR~OZ “multipliziert/vervielfältigt/mehrt“, SZER~ET “liebt“, SZER~ET~Ő ”Liebende/r, Geliebte/r“, SZER~ET~ET (universale) “Liebe“ (lat. car~itas), SZER~EL~EM (sinnliche) “Liebe“, SZER~EN~CSE “Glück“ (↔ For~tuna, FOR~OG, FOR~DUL “dreht/wendet sich“).

Bild 5

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Ebenso bedeutend erweist sich mir die Mitteilung der Realität von “Harmonie“, von Geordnetheit, die durch die Familien-Harmonie bildende Drei~heit Mutter-Vater-Kind dargestellt ist. Diese erhält Realisierung durch die Wortklänge GAR ”Stimmenflut” (↔ Chor, Har~a, Hur~ra!, Har~e, Har~e, Gur~u!; vergl. m. ”jemandem den Gar ausmachen”), KÖR ”Kreis” (fra. cœur, it. cuor~e ”Her~z”) und GYER~EK ”Gör/e, Kind”, HÁR~OM ”Drei”, HÁR~M~AS ”Dreier”, HÁR~M~AN ”zu dritt”, HÁR~M~AN JÓ ”zu dritt Gut”, die allen wohlbekannte Har~monia/Har~monie. Wenn man das Detail dieser Drei~ergruppe, die in der eigenen Imagination die Familie als Kerngrundlage der menschlichen Gesellschaft wachruft, eine geraume Zeit anschaut, wird einem allmählich die darin geborgene Dreh~bewegung bewusst. Und zwar im zentralen Zwischenraum der Kommunikation. Die große (Ei-) Sphäre in der Hand der Frau, die etwas kleinere (Apfel-) Sphäre in der Hand des Mannes und die rechte Hand des Mädchens, die unmissverständlich auf den Frauenschoß, dem Ursprung der unendlichen Ser~ie menschlicher Geschöpfe weist, sind ihre einprägsamen Momente. Der/die mecher/etruskische Gestalter/in der Darstellung hat hier, m. E., mit aller einfachsten Ausdrucksmitteln die Botschaft des zyklischen Krei~slaufes der “Wieder~kehr“ TRUIA/TÉRÚJJÁ des Lebens aus dem Mutterschoß meisterhaft realisiert.

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© Zoltán Ludwig Kruse

Der Sinnbedeutung des sprechenden Namens TRUIA Ehre erweisend, “kehre” ich hier “erneut” auf ihn und seine außerordentlich wertvollen Botschaften “zurück”. Ja, ich denke, dass die Notwendigkeit besteht, seine von mir begonnene Erkundung weiter zu führen. Denn die Sinnbezüge aus dem Bereich der agglutinierender Sprachen Kingir/Šumerisch und Hungar/Magyarisch, die ich in meinem ersten Beitrag mitgeteilt habe, bilden erst das Kernstück eines sehr viel umfangreicheren Systems von Wortklängen, das natürlicher Weise auch in den Bereich der flektierenden Sprachen sich ausdehnt. Aus meinen bisherigen Erläuterungen geht bereits hervor, dass der sprechende Name TRUIA weit mehr ist als das wofür er im Rahmen der Labyrinthforschung gehalten wird, nämlich ein für das Labyrinthwesen bedeutender, dennoch veralteter Name. Der Urwortskern T[i/ü/e/a/ö/o/u]R, der seine Grundlage bildet, hat ganz konkret mit der Realität unserer heutigen Sprachen zu tun. Er ist ebenso wie für die agglutinierenden Sprachen Kingir/Šumerisch, Mecher/Etruskisch und Hungar/Magyarisch auch für den Wortschatz der flektierenden deutschen und aller anderen indogermanischen/-europäischen Sprachen von grundlegender Bedeutung. Seine Botschaften sind nach wie vor hochaktuell. Ja, es lässt sich sagen: er ist für die alltägliche Kommunikation schlicht unentbehrlich.

In diesem, dem sprechenden Namen TRUIA gewidmeten Folgebeitrag gedenke ich einige weitere Türen der Erkenntnis zu öffnen. Überhaupt, ”Tür” und ”Tor” sowie eine Serie anderer hiermit verwandten Wortklänge ganz konkret in den Brennpunkt meiner Erkundungen zu stellen.
Die Zeitwort- und Namenbedeutungen des Urwortskernes TÉR ”kehrt, wendet, windet, (ver)wandelt, tritt ab, wendet zu, richtet; Raum, Feld, Platz, Gebiet, Bereich”, Teilgrundlage des Namens T[e]RUIA, erhalten Bestätigung in einer ganzen Reihe europäischer Sprachen durch Wortklänge wie: ”Tür(e), Tor”, engl. ”door”, niederl. ”deur”, schwed. ”dörr“, lit. “dùrys“, alb. “derë“, gr. “thýrā“ usw., die, offenkundig, Variationen davon darstellen. ”Tür” und ”Tor” sind die allgegenwertigen Öffnungen, die dem Menschen zum Einkehren, Auskehren, Durchqueren, also ganz allgemein zum Verkehren dienen. Die Realisierung dieser Wortbedeutungen aus dem Urwortskern TÉR heraus ist somit nur schlüssig. ”Räume” und ”Räumlichkeiten” (TÉR, TER~EM) werden getrennt und gleichzeitig untereinander verbunden durch Tür~en und Tor~e. Durch ihre Präsenz entsteht die Teilung in ein Diesseits und ein Jenseits.

Doch wohin führt im deutschen Wortschatz der rote Sinnfaden von den Urwortskern T[i/ü/e/a/ö/o/u]R bestimmten Wortklängen “Tor“ und “Tür“? Er führt weiter zu Wortklängen wie: “dur~ch, trei~ben, drä~ngen“. Und immer dann, wenn Durchgangs-Türen und -Tore genannt, geöffnet, geschlossen und benutzt werden, durch sie ein-, ausgekehrt und hindurch gedrungen wird, ja, wenn das alltägliche, weltweite Trei~ben dur~ch Tür~en und Tor~e geschieht, gelangt der Urwortskern T[i/ü/e/a/ö/o/u]R stets zur Anwendung.

Deutsche Bezüge zum Urwortskern T[i/ü/e/a/ö/o/u]R:

Die Wirksamkeit des Urwortskernes T[i/ü/e/a/ö/o/u]R im Wortschatz der deutschen Sprache ist ganz besonders stark. Für den Ausdruck der Vorstellung von Einkehren, Auskehren, durchqueren der Tür und/oder des Tores erscheint der Urwortskern T[i/ü/e/a/ö/o/u]R unentbehrlich. Selbst die Präposition und das Adverb ”durch, hindurch” (aind. “tiráh“, lat. “trans“, it. “attraverso“, engl. “th[o]rough“, niederl. “door“) sind mit den Worten “Tür“, “Tor“ und also mit dem Urwortskern T[i/ü/e/a/ö/o/u]R in engster lautlich-inhaltlicher Verbindung, wie man das hörend und sehend leicht nachvollziehen kann. Folglich, immer dann, wenn ”Tür”- und ”Tor”-bezogene Wortklänge wie beispielsweise ”dur~ch, hin~dur~ch, Dra~ng, dri~ngen, drä~ngen, dur~ch~dri~ngen, dur~ch~drä~ngen, dur~ch~dru~ngen, Dur~ch~dru~ngenheit, Trie~b, trei~ben, dur~ch~trei~ben, dur~ch~trie~ben, Dur~ch~trie~benheit, Dur~ch~dri~ngung, Dur~chgang” gedacht, gesagt, geschrieben oder/und benutzt werden, winken unentwegt die Botschaften des Utwortskernes T[i/ü/e/a/ö/o/u]R. Der unsichtbare, hörbare, stets wirksame, kapillare rote Sinnfaden gewährleistet die Verbindung im Wortnetzwerk. Er dur~ch-dri~ngt es und verbindet alle Wortklänge, die darin zusammengehörig sind.

In einem früheren Beitrag (”Ursprung und Bedeutungen des Namens Chartres”) wies ich bereits hin auf die zwischen den Urwortskernen GAR/KIR “Kreis“, BAR/PIR “Sonnen-(Py)röte“ und TAR/TIR “(ab)kehren/-zweigen“ bestehende sehr enge Wechselbeziehung. Man kann sagen, dass sie von wahrhaftiger Vermischung, ja, von Verwobenheit sei. Dies weil sie alle drei auf das große Thema “Sonnenkreis“ bezogene archetypische Klanglichkeiten sind. Anhand der zwischen den folgenden Wortklängen bestehenden Sinnzusammenhänge lässt sich diese Verwobenheit leicht nachvollziehen: mag. TÉR ↔ “kehr~t, dreh~t“ ↔ it. “gir~a, cir~cola, tor~na“; Kehr-/Dreh ↔ it. “tru~cco“; TÉR~NI ↔ “dreh~en, kehr~en“ ↔ it. “gir~are, tor~nare“; TOR~NA VER~SENY ↔ “Tur~n Wettbe~wer~b, Tur~nier“ ↔ it. “tor~neo“; her~um ↔ it. “tor~no“; Kehr~e, Kur~ve ↔ it. ”tor~nante, cur~va”; FOR~DUL~Ó ↔ ”Tur~nus, Runde” ↔ it. ”tur~no, gir~o”; krei~sen, kehr~en, dreh~en, wir~beln ↔ it. ”gir~are, vol~gere, vor~ticare, vir~are, tor~nare; Kehr~reim ↔ ”ri~tor~nello” usw.

Aus der Fülle der zur Bedeutungssphäre des Urwortskernes T[i/ü/e/a/ö/o/u]R gehörigen deutschen Wortklänge hier nur einige wenige Beispiele, als Anregung zum Weiterforschen: Tur~m (mit krei~send kehr~ender Wendeltreppe), Tur~ban, Tul~ipan (Tur < Tul), Tur~bine: Maschine in der die S~trö~mungsenergie von Dampf, Gas oder Wasser mit Hilfe rotierender, krei~send kehr~end, dre~hend wir~belnder (KIR ↔ TIR ↔ PIR) Laufräder in mechanische Arbeit umgewandelt wird; Tur~bo, Tur~bolenz, Dreh~ung (TIR), Trie~bwerk (eines Fahr~zeuges, TIR ↔ PIR). Hierher gehört natürlich auch der Tor~nado (TIR), der her~um-krei~sende (KIR) Wir~bel-S~tur~m (PIR ↔ TIR). Er trei~bt übers Gelände/Terr~ain (TIR); seine S~tre~cke fähr~t/führ~t über ein gewisses Terr~itorium (TIR ↔ PIR ↔ TIR), fegt über S~tra~ßen und behindert erheblich die Fahr~t der Fahr~enden mit ihren Fahr~zeugen (TIR ↔ PIR).

Der Asen-Gott THOR

In der germanischen Sagenwelt ist Thor/Donar der Sohn des Hauptgottes Wotan/Odin. Neben seinem Vater ist er der mächtigste und berühmteste Asen-Gott. Seine Naturgrundlage ist das mit dem Donner hereinbrechende Gewitter. Seine wohl bekannte, ihn kennzeichnende Waffe ist der Hammer “Miölnir“, mit dem er das Böse “zermalmt“ (↔ EL-TÖR). Diesen schmettert er gegen das Böse. Der Hammer fährt dann dahin wie ein Blitzstrahl, trifft mit “zerbrechender“ (↔ TÖR~Ő) Gewalt sein Ziel und, Wunder, “kehrt“ (TÉR) von selbst “wieder“ in die Hand des Asen Thor “zurück“. Bemerkenswert ist hierbei die Realisierung des Sinnzusammenhanges “fahr~en ↔ tre~ffen ↔ bre~chen ↔ kehr~en“ mit Variationsgestalten der Urwortskerne PIR ↔ TER ↔ PIR ↔ KÖR. Sie stellt einen zusätzlichen Beleg für die besagte, zwischen diesen bestehende, Wechselbeziehung. Der Hammer-schmetternde, rot-behaarte und -bebartete Thor/Donar ist der Gott der Bauern. Er bringt ihnen den gesegneten Gewitterregen, der die Erde fruchtbar macht. Des Asen-Gottes Thor Lieblingsbaum war die Eiche. Der Vogelbeerbaum (Eberesche) mit seinen (py)roten Beeren, das Eichhörnchen, das Rotkehlchen und das Rotschwänzchen waren wegen ihrer (py)r~oten Far~be ebenfalls ihm geweiht. Er galt als Midgard´s Wehr, der Welt Verteidiger und Schirmherr. Als stärkster unter den germanischen Asen-Göttern, verkörpert er die Wahr~heit und die Wir~klichkeit (↔ PIR) im Leben. Thors Hammer galt bei den Germanen als Sinnbild göttlicher Gewalt über Leben und Tod. Mit ihm pflegte man daher bei feierlichen Handlungen die Weihe zu vollziehen. So beispielsweise bei Trauungen (“Zusammen-Kehr~en“ ÖSSZE-TÉR~ÉS); da wurde der Hammer auf den Schoß der Braut gelegt und über ihn wurde durch Händedruck der Bund fürs Leben geschlossen. Der Hammer weihte den Toten auf dem Scheiterhaufen zur “Wieder-Kehr“ (ÚJJÁ-TÉR-ÉS; TRUIA/TÉR-ÚJJÁ “kehrt wieder/erneut“) durch die Kraft der Wahrheit. Er heiligte und befriedete die Tür- und Tor-Schwelle des Hauses und ebenso die Marksteine zwischen den Gauen und Stämmen. Auch wurde die Vermessung der Flur bei Verteilung von eroberten Ter~ritorien durch Hammerwurf vorgenommen.

Der Asen-Gott TYR

Auch Tyr (Tiu, Ziu) gehört in der germanischen Sagenwelt, neben Wotan/Odin und Thor/Donar, mit zu dem höchsten Asen-Götter. Es fällt auf Anhieb die große klangliche Ähnlichkeit zwischen den Namen Thor und Tyr auf. Lediglich der Vokalwert (o < y) verändert sich. Der Asen-Gott Tyr ist in Deutschland unter den verschiedenen Namen: Tiu, Ziu, Sarnot, Eru und Heru (↔ ERŐ ”Kraft”) bekannt. Sein Erkennungszeichen ist das “Schwert“ (↔ ŐR ”Wächter“, TŐR ”Dolch, Florett; Falle, Hinterhalt”). Sein Tag heißt Tius-Tag und ist der Dienstag, in Bayern auch Ertag (von Eru/Heru) genannt. Die Gegebenheit, dass Tyr dem Dämon Fenriswolf seinen Arm kaltblütig als Unterpfand in den Rachen legte und erduldete, dass er ihm von diesem verschlungen wurde, bezeugt seine Kühnheit. Seitdem Tyr dies ”erlitten” hat, ist er der einarmige Asen-Gott (↔ ŰR ”Leere, Raum“, TŰR ”duldet, erleidet”, TŰR~ÉS ”Duldung, Erleiden”, TÜR~ELEM ”Geduld”). Der Sinnbezug des Namens “Tyr“ zu den Urwortskernen ŐR – TŐR und ŰR – TŰR mit ihren entsprechenden Bedeutungen wie auch des Asen Tyr alternativen Namen Eru/Heru zum Urwortskern ERŐ, ist höchst bemerkenswert. Ja, er scheint mir besonders aufschlussreich zu sein, denn er erhält volle Bestätigung durch die alt-germanische Sage. Man würde denken und zu Recht erwarten, dass man eine solche oder eine ähnliche Bestätigung auch aus dem Netzwerk des deutschen Wortschatzes bekommen könnte. Aber eigenartiger Weise erhält man sie hieraus nicht.

Diese kurzen Angaben belegen offenkundig die zwischen den Asen-Gott Namen “Thor“ und “Tyr“ der germanischen Sagenwelt und der Bedeutungssphäre des Urwortskernes T[i/ü/e/a/ö/o/u]R bestehenden, vielfältigen Sinnverbindungen. Und sie bezeugen zugleich mit Klarheit, dass auch die Namen “Thor“ und “Tyr“ sprechende Namen darstellen, die aus dieser umfangreichen Bedeutungssphäre genährt sind.

Mecher/Etruskische Bezüge zum Urwortskern T[i/ü/e/a/ö/o/u]
 

Totenstadt

Tarquinia, Totenstadt von Monterozzi, Grab der Auguren; 520 v. u. Z.

Das “Tor zum Jenseits“ ist eines der meist vorkommenden Sinnbildern in den mecher/etruskischen Grabstätten. Man kennt es ebenfalls aus der Ikonographie der Grabstätten des antiken Ägypten. Es ist der Dur~chgang zwischen den Welten, den jeder Dahingeschiedene zu dur~chqueren hat. Die Gegebenheit, dass das für die Verstorbenen zum Dur~chqueren und Einkehren ins Jenseits bestimmte ”Tor” eines der zentralen Symbole der Fresken in den mecher/etruskischen Grabstätten darstellt, vermittelt seine ganz besondere Bedeutung. In der Vorstellung der Mecher (nach M. Alinei ist dies das Ethnonym, womit die Etrusker sich selbst nannten) hatten die Verstorbenen, um in den ”Raum” des Jenseits zu gelangen, das schwere ”Tor” zu durchqueren. Die Vorstellung der Mecher/Etrusker im Bezug auf das ins Jenseitsgelangen der Toten war einfach der Realität ihres Alltags entlehnt. Sie projizierten die Erfahrung der Benutzung des Räume-trennenden und -verbindenden Tores auf die Lage der Heimgegangenen. So stellten sie sich vor, dass die Verstorbenen, den Lebenden gleich, ein Tor, ja, d a s  Tor zu dur~chqueren hatten, um ins Jenseits, in den ”anderen Raum der Seelen” zu gelangen.

Das “Tor zum Jenseits“ erhält seinen ergänzenden Gegenpol in der Vulva der großen Mutter, die in Höhlen und auf Kultobjekten im alten Europa so oft dargestellt wurde. Die Vulva wurde in ihrer dreifachen Funktion als heiliges “Tor“ des weiblichen Tempels der Liebe, als heiliges “Tor“ der Ein-kehr ins Leben sowie als heiliges “Tor“ der Ausscheidung von Har~n und Menstruationsblut verehrt. Die Ein-kehr ins Leben geschieht durch das “Tor“ der Scheide, die Aus-kehr~e durch des Grabes “Tor zum Jenseits“. Und dazwischen, in der Lebensspanne eines jeden Menschen, ereignet sich das Trei~ben unzähliger “Tor“- und “Tür“- bezogener Dur~chgänge. Ja, es lässt sich ebenfalls aussagen, dass sämtliche Kör~per-eigenen Öffnungen des Menschen, im übertragenen Sinne, auch “Tore“ sind; Tore des Ein- und Aus-kehr~ens von Nahrung, von Sinneseindrücken, “Tore“ des Ver~kehr~s, des Zir~kulierens eben.

Dass es in neueren Zeiten so viele verschiedene Interpretationen über die Sprache der Mecher/Etrusker geschrieben werden konnten und können, ist der gründlichen Vernichtungsaktion ihrer schriftlichen Werke durch die römischen Päpste der jüdisch-christlichen Kirche der ersten Jahrhunderte u. Z. zu verdanken. Von diesen Werken sind nur noch die Titel bekannt, so etwa: ”Die Tagetischen Bücher”, darunter ”Die Disziplin”, ”Die Vegoe-/Begoischen Bücher (z. B.: ”Libri Fulgurales, Libri Rituales”), ”Die Sibillinischen Bücher”, um nur einige der bedeutendsten zu nennen. Das, was diese umfangreiche Vernichtungskampagne überstanden hat, sind an sich Reste, Splitter, Fragmente, meistens sind es kurze Grabaufschriften und Votivschriften. Bis auf wenige Ausnahmen, gibt es kaum zweisprachige Schriften; auch gibt es keine umfangreiche Wörterbücher. Welch eine Schande, dass all das geschriebene Wissen der Mecher/ Etrusker von den Machtgierigen zerstört und für immer ausgelöscht wurde!
Man wird sich zu Recht fragen, warum dieser Kulturvernichtungsakt veranlasst und durchgeführt wurde? Ganz einfach, um die äußerst gefärliche Konkurrenz, die die ”heidnisch” bezeichnete, feminin-, naturorientierte, und deswegen von den Machthabern stets mit Missgunst betrachtete, fremdartige mecher/etruskische Kultur im damaligen Europa darstellte, weitgehend auszuschalten.

Aus der Spärlichkeit des übriggebliebenen Sprachmaterials hier nun einige mecher/etruskische Bezüge zum Urwortskern T[i/ü/e/a/ö/o/u]R (aus M. Alinei “Etrusco: Una Forma Arcaica di Ungherese” [Etruskisch: Eine Archaische Form von Ungarisch]):
TRAMA/TaRAMA mech./etr. ”Lager-/Speicherfrau/-Mutter; Verwalterin eines Lebensmittelvorrats, Proviantmeisterin” ↔ mag. TÁR ”Lager, Speicher, öffnet, schließt weit auf, bietet an”; amag. AMA – EME ”Weib, Mutter”, mag. ANYA ”Mutter” ↔ mong. ”Frau”; mech./etr. F[a]SI-TRALS/-T[a]RAL[a]S Aufschrift neben einem das Mahl vorbereitenden Diener ↔ mag. TÁR~OL “wartet auf, bewahrt auf, lagert“, TÁR~OL~ÁS “Aufwartung, Aufbewahrung, Lagerung, Speicherung“; TIURUNIAS mech./etr. “Gesetz, gesellschaftliche Ordnung, Brauch/Gewohnheit“ ↔ mag. TÖR~VÉNY “Gesetz“, TÖR~VÉNY~ES “gesetzlich“.
TUR mech./etr. “als Weihgabe anbieten“ ↔ mag. TÉR “abtreten, zuwenden, richten“; TURAN, die mecher/etruskische Aphrodite, Göttin der Schönheit, der Liebe und Fruchtbarkeit ↔ šum. TUR Labat Nr. 144 ”klein, jung sein”, mag. TÚR ”wühlt, gräbt/senkt sich ein“ (das aus dem Mutterschoß ”hervor-gekehrte” ELŐ-TÉR~T Wesen), reflektiert sich in mag. TER~EM “generiert, gedeiht, wächst, (umschlossener) Raum“; TER~EM~T “schöpft, generiert, erzeugt“; TER~EM~T~Ő ”schöpfend/e/r, Schöpfer/in”.

Ursprung und Bedeutung des Titels TARKUN/TARKAN

Die Stadt Tarquinia, wo sich die meisten mit Fresken ausgestatteten etruskischen Grabstätten befinden, wurde, der Überlieferung zufolge, von der mecher/etruskischen Familie der Tarquinier (die mech./etr. Gestalt des Namens ist Tarkun/Tarchun) gegründet. Nach Einschätzung des Autors M. Alinei bedeutet «Tarkan, Tarqan, Tarjan» “höchster Führer”; in anderen Gestalten: «Khagan» oder «Khan». Eine der sieben hungar/magyarischen Stämme der (Wieder)Eroberung hieß «Tarján» (Tariánu). «Tarján» ist der Titel von ”Heerführer, Vizekönig”. Alternative Gestalten sind auch: «Tarxan, Tärkän». Der Titel «Tarqan/Tarxan/Darqan», der in Alttürkisch die Bedeutung ”Haupt/Führer, hoher Würdenträger, Vizekönig” hat, ist in zahlreichen asiatischen Sprachen gegenwärtig. So beispielsweise in Kasakisch, wo «Darkan» ”Begünstigter des Khans” bedeutet; oder in Mongolisch, wo «Dar-qan» die Bedeutung ” Adlige/r, vornehm, adelig” hat; oder auch in Russisch, wo «tarxan» ”Zustand von jemanden, der steuerfrei ist” bedeutet.

In der magyarischen Toponomastik kommen vor die Varianten: TÁR~KÁNY, TAR~JÁN, TER~ÉNY. Der Wortklang TÁR~KÁNY zeigt eine enge inhaltliche Verwandtschaft zum Wortklang SÁR-KÁNY “Dra~che/n“ (engl. dra~gon, lat. dra~co, it. dra~gone, gr. dra~chos, alb. dra~gua). Die Sinnwandlung ist hier realisiert durch die Lautwandlung vom stimmlosen Dental “T“ zum stimmhaften Sibillant/Frikativ “Sch“ (T < Sch). Wesentliche, den “Drachen“ kennzeichnende Wortklänge sind unter anderen: SÁR “Schlamm“ (SZAR “Kot“), SÁR~GA “gelb“, (↔ SAR “Lohn“, SÁR~ARANY “gediegenes Gold“, SÁR~MÁNY “Goldammer“), SAR~OK “ Ferse“, SAR~KAN~TYÚ “Sporn, Sporen“, SER~KEN~T “spornt an“, SAR~KAN~TYÚ~S SÁR~GA SÁR~KÁNY “gespornter gelber Dra~chen“.

Aus der Summe der magyarischen Bedeutungen: TAR “rasiert, kahl“, TAR~KÓ “Genick, Nacken“, TAR~AJ “Kamm“, (LE)-TAR~OL “grast ab, heimst ein“; KAN “männlich“, KON~TY “Haarknoten“, HUN/HON “Heimat, Vaterland“ (im Kingir/Šumerischen bezeichnet LU HUN.GA das Sternzeichen Widder, das im Tierkreiszeichen an erster Stelle steht) ergibt sich die Botschaft des sprechenden Namens/Titels TARKUN/TARKÁNY: “Kahlköpfiger Heerführer, erster Mann der Heimat“.

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© Zoltán Ludwig Kruse

Bezüglich des Namens “Truia“, der auf dem Weinkrug von Tragliatella im äußersten 1. Umgang des Labyrinthos eingeschrieben steht, befindet sich im Buche des Autors Giovanni Semerano „Il Popolo che Sconfisse la Morte – Gli Etruschi e la loro Lingua“, im Kapitel „Il vaso di Tragliatella” S. 35 [„Das Volk das den Tod besiegte – Die Etrusker und ihre Sprache”, Kapitel „Der Krug von Tragliatella”] die folgende konklusive Angabe: «Truia significa, infine, “labirinto“ e il suo valore originario è ciclo, giro: accadico tajjaru (che compie un giro, “sich umwendend”), tajjartu (giro, ciclo, “Rückwendung”, Umwendung”)». Übersetzt auf Deutsch heißt das: «Truia bedeutet, schließlich, “Labyrinth“ und sein ursprünglicher Wert ist Zyklus, Runde: akkadisch tajjaru (das eine Runde vollzieht, “sich umwendend“), tajjartu (Runde, Zyklus, “Rückwendung“, “Umwendung“)».

Der Autor G. Semerano gibt an dieser Stelle, wie übrigens in seinen Büchern allgemein, mit überzeugter Selbstverständlichkeit die erweiterten akkadischen Wortklänge als Ursprungsquelle an. Aus sieben und acht Lauten bestehende Wortmoleküle kann man, meines Erachtens, kaum als Ursprungsquelle angeben, denn sie sind offensichtlich Erweiterungen. Aus mir unerklärlichen Gründen nennt G. Semerano beim Stichwort “tajjaru, tajjartu“ nicht den wesentlichen, unbedingt zur Erforschung der Bedeutung des Namens “Truia“ gehörigen, kürzeren und so zum Ursprung noch näher stehenden akkadischen Wortwert “târu“ mit den Bedeutungen “sich (herum)drehen, wiederkommen/zurückkehren/rückwenden“. Außerdem erfahren wir vom Autor gar nichts darüber, wie es zur Bildung der mehrsilbigen akkadischen Wortklänge “tajjaru, tajjartu“ kommt; wie sie aufgebaut sind, ja, welche Urwortskerne darin enthalten und sinnbestimmend wirksam seien. Um diesem Mangel Abhilfe zu schaffen, will ich mich im Folgenden diesen Wortklängen zuwenden und die in ihnen enthaltenen, sinnbestimmenden, -reflektierenden Urwortskerne erläutern. Denn diese sind wahrer Ursprung der angegebenen, zyklische Drehbewegungs-eigenen Bedeutungen “sich umwendend“, “Rückwendung“, “Umwendung“.

Der im akkadischen Wort “tajjaru“ vorhandene Anfangswortkern TAJ steht in engster Verbindung mit der kingir/šumerischen – hungar/magyarischen Urwortskerngestalt TAR (Lautwandlung r < l < j) und bildet ihre weiche Variante. Diese Verbindung bezeugt im Übrigen der akkadische Wortwert “târu“ selbst.

Wenn ich die Erforschung des mex-/mecher/etruskischen Wortklanges TRUIA vom Wortschatz der kingir/šumerischen und hungar/magyarischen Sprachen ausgehend vornehme, so habe ich einen plausiblen Grund dafür. Vom Typus ihres Baus sind diese drei Sprachen nämlich agglutinierend, anreihend. Dies bedeutet soviel, dass die Rolle des Wortes im Satz durch Anfügen von Bildungsaffixen (Prä-/In- und Suffixen) an die unveränderten Kerne oder Wurzel bezeichnet wird. Diese archaische Art der Sprachorganisation, die mit der wesentlichen Pflege der Urworts-Kerne einhergeht, verleiht den agglutinierenden Sprachen ihre kennzeichnende Stabilität. Akkadisch gehört nicht zu den agglutinierenden, sondern zu den flektierenden Sprachen, so wie auch Amoritisch, Assyrisch, Babylonisch, Hebräisch, Griechisch, Latein und alle indogermanischen/-europäischen Sprachen. Diese Sprachen sind alle dadurch gekennzeichnet, dass auch der Stamm/Kern des Wortes je nach der Rolle im Satz verschieden gestaltet wird. Durch die militärische Eroberung der Kingir/Šumerer seitens der aus der Wüste stammenden, allmählich in die blühenden kingir/šumerischen Tempelstädte eingezogenen Nomaden – die in der Geschichte erst später, nach der Gründung ihrer Hauptstadt Aggade, als Akkader genannt wurden – und die Übernahme der von den Besiegten kreierten Schrift, der ersten ausgereiften Schrift der Menschheit, gelangten jedoch sehr viele kingir/šumerische Wortklänge in die Sprache der Eroberer. So auch der Urwortskern TAR/TAJ.

Der Schlüssel zur vollständigen Lesung des mex-/mecher/etruskischen Wortklanges TRUIA liegt verborgen im fehlenden Vokalwert zwischen den Konsonanten T und R. Sehr wahrscheinlich wurde dieser unnotierte Vokalwert, wenn nicht vollständig, so doch mindestens als Schwundvokal lautbar gemacht, wie es beispielsweise auch im agglutinierenden Japanischen oft vorkommt. Hiervon ausgehend wären die möglichen Artikulierungsformen des Wortklangs T()RUIA die Gestalten TiRUIA, TüRUIA, TeRUIA, TaRUIA, TöRUIA, ToRUIA, TuRUIA. Von bedeutender Relevanz erscheinen mir die Bedeutungen der Wortklanggestalten TuRUIA, TeRUIA, TaRUIA und TöRUIA. In diesen sprechenden Namen sind zunächst die Urwortskerne TUR, TER, TAR, TÖR und UIA feststellbar. Ausgehend vom magyarischen Wortschatz heißen ihre entsprechenden Bedeutungen: wühlt für TÚR; kehrt, wendet, windet (Zeitwort Bedeutungen), Raum (offener), Feld, Platz (Namen Bedeutungen) für TÉR; öffnet, schliesst weit auf, Speicher, Lager, Magazin für TÁR und bricht, strebt, verfolgt für TÖR. Den zweiten dieser Urwortskerne (TÉR), der mit den Urwortskern-Archetypen KIR/KÖR/KAR Kreis sowie BYR/BAR/PAR/PIR Sonnen-Röte und ihren Bedeutungskreisen verwoben ist, habe ich bereits in früheren Beiträgen erläutert. Namentlich in den Texten ”Ursprung und Bedeutungen des Namens CHAR-TRES” und ”Das Grundzeichen MYŠ-TER-UM”.

Diese lautmalenden hungar/magyarischen Urwortskerne sind praktisch die selben, wie die antiken kingir/šumerischen, die im „Manuel d’Épigraphie Akkadienne“ des R. Labat unter Šumerogramm Nr. 12 TAR, TIR, TUR aufgeführt sind, und zwar mit den Bedeutungen Weg, Route, sich trennen/separieren, durchschneiden, entscheiden, abstechen, sich abheben, brechen, mit anderen Worten ausgedrückt: Abzweigen, Abkehren, Umkehren, Umwenden, Entzweien, Scheiden, Zweiwerden.

Die vier Urwortsklanggestalten TÚR, TÉR, TÁR und TÖR sind im Hungar/Magyarischen Bestandteile des folgenden, in Fettschrift notierten, komplexen Urwortskernsystems:

TÉR kehrt, wendet, windet, Raum (offener), Feld, Platz, Erweiterungen TER~V Plan, TER~EL treibt, leitet, TER~ÜL (er)streckt sich, TER~JED breitet/dehnt sich aus, TER~ÜL~ET Gebiet, Gelände, TÉR~KÉP Landkarte, TER~EM (zweigt ab + Mutter) Raum (umschlossener), gedeiht, TER~EM~T schöpft, TER~EM~TŐ schöpfend, Schöpfende/r, TER~EM~T~ÉS Schöpfung; TOR Leichenschmaus, Erweiterungen TOR~OK Kehle, Rachen, TOR~ONY Tur~m; TÁR öffnet, schließt weit auf, Speicher, Lager, Magazin, Erweiterungen TÁR~OL lagert, speichert, TÁR~LÓ Vitrine, TÁR~Ó/TÁR~NA (Bergwerks-)Stollen, TÁR~OL~ÁS Lagerung, Speicherung; TAR kahl, abgemäht, Erweiterungen TAR~AJ Kammm (am Kopf), TAR~KÓ Genick, TAR~LÓ Stoppelfeld; TÖR bricht, zerstösst, knackt, schlägt auf, strebt, trachtet, verfolgt, fällt an, plagt (sich) ab, Erweiterungen TÖR~ÉS Bruch, TÖR~VÉNY Gesetz, TÖR~TÉN~ET Geschichte; TŐR Dolch, Hinterhalt, Falle, Schlinge; TŰR duldet, leidet, Erweiterungen TÜR~ÉS Duldung, TÜR~ELEM Geduld; TÚR wühlt und SZÚR sticht, Erweiterungen TÚR~Ó wühlend, Wühlende/r, Quark, Topfen, TÚR~ÁS Wühlen, SZÚR~ÁS Stechen; wobei die Sinnwandlung WühlenStechen durch die Lautwandlung T < SZ [ss] verwirklicht ist.

Die Realisierung dieses Netzwerkes von Urwortskern-determinierten Bedeutungen wurzelt wiederum in den Bedeutungen der in den Urwortskernen TÚR, TÉR, TÁR, TÖR enthaltenen und wirksamen, noch kürzeren Urwortskerne TÚ-ÚR, TÉ-ÉR, TÁ-ÁR, TÖ-ÖR (in der LABYRINTHOS-Sequenz in den Urwortskern-Archetypen THO und YR gespeichert) sowie in ihren Wandlungsgestalten:

Ansatz, Stamm, Nadel, See, TA/DA Ort, Stätte, TÁ~J Landschaft, TE~J Milch, TŐ~GY Euterund ÚT Weg, Straße, TEJ-ÚT Milch-Straße, ÜT schlägt, pocht, ÜT~EM Schlag, Rhythmus, ÖT Fünf, ÁT durch, hindurch, ITT hier, OTT dort, IDŐ Zeit; beziehungsweise ÍR schreibt, ŰR Raum, All, Leere, ÉR Ader, Quelle, Rinnsal, (er)reicht, (ge)langt, (be)rührt, reift, ist Wert, ÁR Flut, Strom, Flächenmaß, Preis, Pfriem/Ale, ŐR Wächter, ORR Nase, ÚR Herr, Herrscher und schreit, ritzt, auferlegt, durchmißt, darauf. Die semantische Differenzierung ist hier, wie stets im Magyarischen, durch kreatives Lautspiel realisiert. Natürlich sind auch diese magyarischen Urwortskerne wiederum Knotenpunkte eines reichen Wortnetzwerkes möglicher Erweiterungen.

Die für den mexer/etruskischen sprechenden Namen T()RUIA relevanten Urwortsklänge TÚR, TÉR, TÁR und TÖR haben somit einen entsprechenden, zusammengesetzten, nämlich Ansatz – Landschaft – Zeit – Weg – Ader – Strom – Schrift – Raum – Wächter- gekennzeichneten Sinnbezug.

Ernst Krause, Die Trojaburgen Nordeuropas, Glogau 1893

Quelle: Ernst Krause, Die Trojaburgen Nordeuropas, Glogau 1893

Der Wortklanganteil ~UIA im sprechenden Namen T()RUIA ist eine Erweiterung des Urwortskernes UI/ÚJ neu. UI~A/ÚJ~JÁ vermittelt im Magyarischen die Bedeutung zum Neuen (hin/werden) und ist bezogen auf den Inhaltskreis des Anfangs-Urwortskernes. Der Urwortskern ÚJ neu (archaische kingir/šumerische Gestalt: UL), das Neue ist dabei untrennbar verwoben mit dem magyarischen Urwortklang ÉJ mit der Bedeutung Nacht. Aus dieser ÚJ – ÉJ, neu – Nacht Inhaltsbeziehung wird verständlich und leicht nachvollziehbar, dass die dunkle, die tiefe Nacht A M~ÉLY ÉJ (LY = J) der Zeit-Raum ist, aus dem das Neue ÚJ, das Lebendige ÉL~Ő das lebt ÉL, ja, das neue Leben ÚJ ÉL~ET, das neue Licht, der neue Tag hervor-bricht ELŐ-TÖR. Aufschlussreich sind hierzu die Bedeutungen des kingir/šumerischen Urwortskernes UL, ULU, Šumerogramm Nr. 441, die bei Labat mit ”Stern” während bei Deimel zusätzlich mit ”Vollkraft, Prachttür, langwerdend, Hochwachsen v. Baum, Lust, Frucht, anschwellen“ u. a. angegeben sind.

Aus diesen Realitäts-reflektierenden, komplexen Bedeutungskreisen, die an sich noch sehr viel komplexer sind und an dieser Stelle von mir nur summarisch mitgeteilt werden konnten, scheinen mir folgende Wortklanggestalten und -Bedeutungen von Relevanz zu sein:

TÉR~ÚJ~JÁ kehrt zum Neuen, kehrt wieder, regeneriert, umgekehrt geordnet ÚJ~JÁ~TÉR erneuert sich, zum Neuen kehrt, wiederkehrt; erweitert ÚJ~JÁ~TÉR~ÉS Wiederkehren, zum Neuen kehren, Regenerieren; TÁR~ÚJ~JÁ öffnet (sich) weit zum Neuen, umgekehrt geordnet ÚJ~JÁ~TÁR zum Neuen/wiederöffnet (sich) weit; erweitert ÚJ~JÁ~TÁR~ÁS weites (sich) zum Neuen/Wiederöffnen; TÚR~ÚJ~JÁ wühlt zum Neuen, umgekehrt geordnet ÚJ~JÁ~TÚR zum Neuen/wiederwühlt; erweitert ÚJ~JÁ~TÚR~ÁS Wiederwühlen, zum Neuen wühlen; und TÖR~ÚJ~JÁ strebt/bricht hervor zum Neuen, umgekehrt geordnet ÚJ~JÁ~TÖR zum Neuen strebt/bricht hervor, erweitert ÚJ~JÁ~TÖR~ÉS zum Neuen streben/hervorbrechen.

Eine ebenso bedeutende Sendung, als die eben gelesene, erhält man gleichzeitig aus der rückläufigen Lesung des sprechenden Namens TuRUIA, nämlich AIURuT, der sich bei fortschreitender Segmentierung in den folgenden Wortklanggestalten differenzieren lässt: AIURuT → AJ/ALJ, AIURuT→ , AIURuT→ JÁR, AIURuT → ÁR, AIURuTÚT. Ihre jeweiligen entsprechenden Bedeutungen sind: Unterteil, Unterlage, Untersatz, Boden; gut, das Gute; geht; Flut, Strom, Flächenmaß; Weg, Bahn, Strasse, Strecke. Das Potential der hieraus entstehenden, möglichen Wortklanggestalten und Bedeutungen ist wie folgt:

A JÁR~T (EMBER) der/die Bewanderte (Mensch), A JÁR~T ÚT der begangene Weg, A JÁR~Ó die/der Gehende, A JÁR~DA der Gehsteig/-Weg, A JÁRT~AS die/der Bewanderte, (Orts)kundige, A JÓ JÁR~ÁS der gute Gang, das gute Gehen, die gute Fahrt, der gute Lauf, JÁR~AT lässt gehen, A JÁR~AT der Gang, A JÁR~Ó~T den Gehenden (Menschen), A JÁR~Ó~ÚT der Geh-Weg.

Wie die Inhalte dieser Bedeutungssphäre zur Anwendung gelangen können zeigen die zwei nachfolgenden, aufschlussreichen, Lautspiel-gekennzeichneten Beispiele:

A JÁR~DA JÁR~AT A JÁR~ÓT JÁR~T~AS~SÁ TESZ~I (Der Gehweg-Gang den Gehenden zum Bewanderten tut), Der Gehweg-Gang lässt den Gehenden kundig werden.
A JÁR~T JÁR~DA~ÚT~ON A JÁR~Ó JÁR~T~AS~SÁ VÁ~LIK (Auf der begangenen Gehweg-Strecke-darauf die Gehende zur Kundigen/Bewanderten verwandelt), Auf der begangenen Gehweg-Strecke die/der Gehende verwandelt zur/zum Kundigen/Bewanderten.

Das hier in diesem Text von mir erläuterte, auf die Realität lautmalend eingestimmte, urwortskerneigene Bedeutungsnetzwerk bestimmt also die stimmige Lesung der sprechenden Namen TuRUIA/TeRUIA/TaRUIA/TöRUIA, TROIA, TROY und natürlich auch der Variante DROIA/DROEA, die man aus dem zusammengesetzten Namen CAER-DROIA kennt und der den selben Aufbau aufweist wie der Name CHAR-TRES. Folglich, das Troja/Truia-Spiel alter Zeiten wurde aus diesen umfangreichen Inhalten des Lebens genährt, in deren Mittelpunkt das aus dem MYŠ-TER-UM quellende, zyklisch rückkehrende, rückwendende, umwendende, lenz-, also regenerierungseigene Hervorkehren, Hervorbrechen, Hinausstreben der unendlichen Serie (mag. SOR) der Geschöpfe steht.

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Mehr über das Buch LABYRINTHOS Wortkernschichtungund den Autor selbst können Sie auf seiner Website laberintes.de erfahren.

ist der Titel eines Buches von Dr. Ernst Krause aus dem Jahre 1893.
Und weil im ganzen Titel (fast) schon das ganze Buch enthalten ist, sei hier das Titelblatt gezeigt:

Der Titel

Der Titel

Es geht im wesentlichen darum, dass die ganzen Sagen zu den Trojaburgen nordischen Ursprungs sind. Die Trojaburgen sind ja die eigentlichen Labyrinthe, vor allem die ältesten noch erhaltenen und vermutlich auch die ersten begehbaren überhaupt. Es gibt in Skandinavien noch so etwa 300 dieser Trojaburgen. Für mich ist daher die Heimat des Labyrinths dort zu suchen.
Wenn vom Labyrinth die Rede ist, denken die meisten zuerst einmal an den Irrgarten mit seinen komplizierten und verschlungenen, unübersichtlichen Wegen, die einen erst nach vielen Wirrungen und Irrungen, wenn überhaupt, in die Mitte führen.
Für die “Fortgeschrittenen” ist dagegen klar, dass es nur einen und einen eindeutigen Weg in die Mitte gibt. Und dass dieser Weg hinein auch der Weg heraus ist.
Dann verbinden viele das Labyrinth mit der griechischen Mythologie, wo von König Minos, dem Helden Theseus, der Königstochter Ariadne, dem Stiermenschen Minotauros, dem Baumeister Dädalus und deren Taten die Rede ist.

Ernst Krause hat nun zu beweisen versucht, dass die ganze Labyrinth-Idee eher im nordischen Kulturkreis anzusiedeln ist. Seine Gedankengänge sind manchmal schwierig nachzuvollziehen, vor allem wenn man mit den vielen angeführten Gestalten und Ereignissen nicht so vertraut ist.
So wissen wir letztlich immer noch zu wenig über den Ursprung und die Bedeutung des Labyrinths.
Seine Theorie, wie sich das Labyrinth aus der Kreisfigur entwickelt haben könnte, wird heute nicht mehr anerkannt.
Seine Freude war groß, als während oder nach dem Schreiben seines Buches der berühmte Krug von Tragliatella gefunden wurde, der seine Ideen unterstreicht. So hat er gleich noch einen Nachtrag zu seinem Buch verfasst, der in meinem antiquarisch erworbenem Exemplar als Anhang beigefügt ist.

Der Nachtrag

Der Nachtrag

Was bleibt von alledem?

  • Dass es wohl nicht so wichtig ist, genau zu wissen, wo das Labyrinth herkommt, wer es “erfunden” hat, oder ob es gar an unterschiedlichen Orten unabhängig voneinander entwickelt wurde. Wir können das Labyrinth aber in größeren und weiteren Zusammenhängen sehen, als bisher vermutet.
  • Dass das Labyrinth immer noch faszinierend sein kann und es darauf ankommt, was wir daraus machen.