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Das kreisförmige klassische Labyrinth

Das klassische Labyrinth entwickelt sich aus dem Quadrat als Kernmuster. Dabei entstehen Bögen in Kreisform, aber kein kompletter Kreis. Wenn man nun versucht ein vollkommen rundes Labyrinth zu “schaffen”, muss man das Muster des Quadrates aufgeben. 

Das Labyrinth könnte dann so aussehen wie in der Zeichnung hier.

Es wurde eine größere Mitte gewählt mit der vierfachen Wegbreite, die zentrale Achse wurde auf das letzte Wegstück zur Mitte ausgerichtet. Dadurch verschieben sich die 4 Wendepunkte, die dann kein Quadrat mehr bilden. Auch geht das zentrale Kreuz verloren.

Das klassische Labyrinth

Das klassische Labyrinth

Das könnte also ein Übergangsstadium auf dem Weg zum Typ Chartres Labyrinth sein. Es ist aber trotz allem ein typisches klassisches Labyrinth, denn es hat 7 Umgänge. Auch bleibt die Wegfolge, also der innere Rhythmus, erhalten. In der Diagrammform (siehe im verwandtem Artikel) kann man das ganz deutlich erkennen.

Bei künstlerischen Arbeiten ist diese Art Labyrinth öfter antreffen. Bei den begehbaren Labyrinthen kommt es nicht so oft vor.

Wer gerne eines bauen möchte, kann die Konstruktionszeichnung verwenden.

Hier die Konstruktionszeichnung als PDF-Datei zum anschauen, drucken oder kopieren.

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Das Indische Labyrinth (Chakra Vyuha)

Dieses Labyrinth hat als Grundmuster ein Dreieck. Es ist ebenso leicht und einfach zu konstruieren wie das klassische Labyrinth. Von wem es erfunden wurde, wissen wir nicht. Und ob sein Ursprung im indischen Kulturraum liegt, wissen wir auch nicht. Oft wird es als Chakra Vyuha bezeichnet, eine strategische Schlachtformation, die im hinduistischen Mahabharata eine Rolle spielt.

Es hat nur zwei Wendepunkte und eine Mitte, die sich spiralförmig zuzieht (aber keine echte Spirale ist). Variationen sind sehr leicht möglich. Man muß dann nur einige Winkel im Grunddreieck hinzufügen. Oder die Mitte etwas anders gestalten, indem man sie z.B. größer macht.

Beginnen wir mit einer einfachen Ausführung, bei der die Seiten des Dreiecks in 4 gleiche Abschnitte unterteilt sind.

Das Grundmuster

Das Grundmuster

Wir fangen an der Spitze oben an und verbinden bogenförmig die Spitze mit dem rechts unterhalb liegendem freien Ende (1-1).

Die ersten Schritte

Die ersten Schritte

Dann verbinden wir der Reihe nach von links nach rechts jeweils bogenförmig um die vorher gezeichnete Linie herum die übrigen Linienenden und Punkte von 2 bis 6. Als Ergebnis erhalten wir ein Labyrinth mit zwei Wendepunkten und 5 Umgängen.

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Das fertige Labyrinth

Die genauen Mittelpunkte und Radien lassen sich der nachfolgenden Zeichnung entnehmen. Das Labyrinth besteht also aus verschiedenen Kreisbögen mit unterschiedlichen Radien und unterschiedlichen Anfangs- und Endpunkten. Sie stoßen aber knickfrei aneinander an. Dadurch ergibt sich die harmonische Linienführung.

Die Konstruktionszeichnung

Die Konstruktionszeichnung

Dieses Labyrinth hat ein anderes “Feeling” als das klassische 7-gängige Labyrinth. Das merkt man, wenn man es begeht. Sei es in echt oder mit dem Auge, z.B. hier am Bildschirm.
Aber typisch wie bei allen “echten” Labyrinthen ist, dass man gleich am Anfang mitten hinein geht, dann Wendungen zurück und nach außen erfährt und überraschend plötzlich in der Mitte ankommt. Das drückt sich auch in der Wegfolge aus: 3 – 2 – 1 – 4 – 5 – 6.

Und hier die Konstruktionszeichnung als PDF-Datei zum anschauen, drucken, speichern, kopieren.

Verwandte Artikel

Das Labyrinth als Diagramm

Das Labyrinth ist nicht symmetrisch, zumindest nicht auf den ersten Blick. Aber es läßt sich spiegeln.

Hier einmal als linkshändiges Labyrinth. Der erste Weg hinein (bezeichnet mit 3) führt zuerst nach links.

Das linkshändige klassische Labyrinth

Das linkshändige klassische Labyrinth

Jetzt gespiegelt. Da wird es zum rechtshändigen Labyrinth, weil der Weg hinein sich zuerst nach rechts wendet.

Die Wege sind von außen nach innen nummeriert. Damit läßt sich die Wegfolge in Ziffern ausdrücken: A-3-2-1-4-7-6-5-Z.
Das ist der Rhythmus des Labyrinths oder auch die “Eigenmelodie”.

Das rechtshändige klassische Labyrinth

Das rechtshändige klassische Labyrinth

Hier eine ganz andere Darstellungsweise für das Labyrinth, nämlich als rechteckiges Diagramm.
Dabei werden die Wege verzerrt und schematisch gezeichnet. Es wird gleichsam auseinander gezogen und in eine rechteckige Form gebracht, dabei gedreht und gespiegelt. Die Eingangsachse (A) wird auf der einen Seite des Rechtecks dargestellt und die Zielachse (Z) auf der anderen Seite, obwohl sie doch ganz nahe beieinander liegen.
Vielleicht kann man sich das auch so vorstellen, dass die Wege auf einem Ring eingezeichnet sind und dieser dann durchgeschnitten und auseinandergefaltet wird, wie z.B. bei einer Konservendose.

Das klassische Labyrinth als Diagramm

Das klassische Labyrinth als Diagramm

Warum das Ganze?

Weil sich hier erkennen läßt, dass es doch eine Symmetrie im Labyrinth gibt.

Auch die innere Struktur und das Muster werden sichtbar.

Am besten ist es, das alles anhand der verschiedenen Farben und Ziffern nachzuvollziehen.

Das Labyrinth nach Gossembrot

Ein neues Labyrinth mit einem alten Design ist der Typ Gossembrot.

Es hat 5 Achsen und 7 Umgänge und eine ganz andere Linienführung als die verwandten mittelalterlichen Typen, wie Chartres, Reims, Bayeux, Amiens usw.

Sigmund Gossembrot d.Ä. (1417 – 1493), Humanist und Ratsherr aus Augsburg, hat um 1480 neun Labyrinth-Zeichnungen in einer Sammelhandschrift zusammengestellt. Bei Hermann Kerns Standarwerk Labyrinthe (Ausgabe 1999, Prestel Verlag) sind auf Seite 205 die Abbildungen 238-245 beschrieben und zu sehen.

Andreas  Frei (Schweiz) befasst sich mit der Labyrinth-Theorie und hat in diesen Labyrinthtyp kaskadierende Serpentinen mit ineinandergreifender Wegführung entdeckt. Genaueres dazu erfahren Sie auf seiner Website: Das Muster im Labyrinth.

Auch in verschiedenen Ausgaben der Zeitschrift Caerdroia (herausgegeben von Jeff Saward) sind einige Artikel von Andreas Frei über diesen Labyrinthtyp erschienen. Es darf als sein Verdienst gelten, dass er das darin enthaltene Muster erkannt und gedeutet hat.

Typ Gossembrot

Typ Gossembrot (gespiegelt)

Meines Wissens wurde dieser Labyrinthtyp noch nie als begehbares Labyrinth gebaut. Wer macht den Anfang?

Entscheidend für ein gutes Labyrinthdesign sind Ausgewogenheit, gute Proportionen und nach meiner Meinung auch das, was ich (vielleicht etwas hochgestochen) mit Dramaturgie der Wegfolge bezeichnen möchte. Und das ist den unterschiedlichsten Labyrinthtypen gemeinsam.

Der erste Weg führt gleich mitten hinein ins Labyrinth, umkreist nach wenigen “Zügen” die Mitte und pendelt dann wieder nach außen und innen, kommt der Mitte evtl. wieder ganz nahe und erreicht dann überraschend von ganz außen, wieder in wenigen Zügen die Mitte.

Beim klassischen Labyrinth ist das ansatzweise so, beim Typ Chartres perfekt und ebenso beim Typ Gossembrot.

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