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Heimlicher Abflug vom Balkon

Die haben uns ganz schön ausgetrickst, die Blaumeisen.

Oder anders ausgedrückt: Die haben ihre eigenen Vorstellungen gehabt, wie das weitergeht. Sie wollten nicht gezählt werden und sie wollten nicht, dass man ihnen beim ersten Flug zuschaut. 
Am Samstag Nachmittag habe ich das Foto von unten gemacht und bis Sonntag früh waren sie verschwunden. Dabei hat es in der Nacht und am Sonntag sogar geregnet.
Nachdem sie sich den ganzen Sonntag nicht sehen ließen, habe ich schließlich am Montag gewagt, das Vogelhäuschen aufzuklappen und siehe da: Das Nest war leer.

Das leere Nest

Das leere Nest

Sie waren einfach in jeder Hinsicht schneller und schlauer. Die Jungen waren schon längst ausgebrütet und der von uns vermutete Nestbau war schon längst die Fütterung.
Und der Abflug vom 1. Stock und aus dem engen Ein- und Ausflugloch ging ebenso schnell und problemlos vonstatten. 
Vermutlich genau während der Zeit, als Lena in Oslo den Eurovisison Song Contest gewann.

Nachrichten vom Balkon

Ein Blick von der anderen Seite (vom Boden aus und mit Teleobjektiv) zeigt, was sich am Einflugloch tut.
Die Sprößlinge lassen sich schon sehen.

Der Papa?

Der Papa?

Wo bleibt die Mama?

Wo bleibt die Mama?

Auf jeden Fall ist von früh bis spät Flugbetrieb auf dem Balkon. Und es sind zwei Meisen, also er und sie. Das Männchen ist vermutlich das größere Vögelchen und hat eine Haube. Der fliegt auch anders heran. Mit Zwischenstopp und genauerer Lageerkundung. Das andere, also vermutlich das Weibchen, wählt den direkten Weg ins Einflugloch.