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Wie baue ich ein Labyrinth (Trojaburg)?

oder

Wie könnten die Trojaburgen in den skandinavischen Ländern gebaut worden sein?

Denn dort gibt es die ältesten und meisten begehbaren Labyrinth weltweit. Und fast alle sind aus Feldsteinen in den verschiedensten Größen gelegt. So darf man also getrost dort die Heimat der Labyrinthe vermuten.

Wir wissen inzwischen wie man am einfachsten ein klassisches Labyrinth mit 7 Umgängen zeichnen kann. Und beim Bauen kann man auf die gleiche Weise vorgehen. Man legt das Grundmuster, das in einem Quadrat angelegt ist und baut dann kreisförmig daran an. Statt mit Steinen kann man das auch mit Sägemehl oder Rindenmulch oder Holzscheiten oder sonstigen Objekten machen.

Am besten baut man von innen nach außen. Man kann es allein tun und es geht zu mehreren. Nur muss man sich dann einigen, was wann mit was verbunden wird und wer was wie macht.

Wenn man ein dauerhaftes Exemplar anlegen will, sollte man sich vorher schon Gedanken über die Größe, Wegbreite, Ausrichtung und genaue Lage machen.

Als Beispiel nehmen wir hier ein Labyrinth mit 11 Umgängen, also 4 mehr als “sonst”. Die 4 mehr entstehen einfach dadurch, dass in den 4 Quadranten des Quadrates noch je ein weiterer Winkel eingefügt wird.
Und Sie ahnen es bereits: Noch je 4 mehr ergibt ein Labyrinth mit 15 Umgängen usw.

So sind jedenfalls die schwedischen Trojaburgen entstanden, die ich letztes Jahr erkunden konnte.

Hier das Grundmuster für ein 11-gängiges Labyrinth:

Grundmuster

Grundmuster

Man muss einfach immer den letzten freien Stein auf der einen Seite (links von der Mitte) mit dem letzten freien Stein auf der anderen Seite (rechts von der Mitte) parallel zum vorangegangenen Bogen verbinden.

Und hier Schritt für Schritt der Bau in einer Diaschau:

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Hier ein kleines 7-gängiges Labyrinth, gelegt 2007 von Lisa am Strand von Folhammar (Gotland, Schweden).

Steinlabyrinth

Steinlabyrinth

Die Trojaburgen Nordeuropas

ist der Titel eines Buches von Dr. Ernst Krause aus dem Jahre 1893.
Und weil im ganzen Titel (fast) schon das ganze Buch enthalten ist, sei hier das Titelblatt gezeigt:

Der Titel

Der Titel

Es geht im wesentlichen darum, dass die ganzen Sagen zu den Trojaburgen nordischen Ursprungs sind. Die Trojaburgen sind ja die eigentlichen Labyrinthe, vor allem die ältesten noch erhaltenen und vermutlich auch die ersten begehbaren überhaupt. Es gibt in Skandinavien noch so etwa 300 dieser Trojaburgen. Für mich ist daher die Heimat des Labyrinths dort zu suchen.
Wenn vom Labyrinth die Rede ist, denken die meisten zuerst einmal an den Irrgarten mit seinen komplizierten und verschlungenen, unübersichtlichen Wegen, die einen erst nach vielen Wirrungen und Irrungen, wenn überhaupt, in die Mitte führen.
Für die “Fortgeschrittenen” ist dagegen klar, dass es nur einen und einen eindeutigen Weg in die Mitte gibt. Und dass dieser Weg hinein auch der Weg heraus ist.
Dann verbinden viele das Labyrinth mit der griechischen Mythologie, wo von König Minos, dem Helden Theseus, der Königstochter Ariadne, dem Stiermenschen Minotauros, dem Baumeister Dädalus und deren Taten die Rede ist.

Ernst Krause hat nun zu beweisen versucht, dass die ganze Labyrinth-Idee eher im nordischen Kulturkreis anzusiedeln ist. Seine Gedankengänge sind manchmal schwierig nachzuvollziehen, vor allem wenn man mit den vielen angeführten Gestalten und Ereignissen nicht so vertraut ist.
So wissen wir letztlich immer noch zu wenig über den Ursprung und die Bedeutung des Labyrinths.
Seine Theorie, wie sich das Labyrinth aus der Kreisfigur entwickelt haben könnte, wird heute nicht mehr anerkannt.
Seine Freude war groß, als während oder nach dem Schreiben seines Buches der berühmte Krug von Tragliatella gefunden wurde, der seine Ideen unterstreicht. So hat er gleich noch einen Nachtrag zu seinem Buch verfasst, der in meinem antiquarisch erworbenem Exemplar als Anhang beigefügt ist.

Der Nachtrag

Der Nachtrag

Was bleibt von alledem?

  • Dass es wohl nicht so wichtig ist, genau zu wissen, wo das Labyrinth herkommt, wer es “erfunden” hat, oder ob es gar an unterschiedlichen Orten unabhängig voneinander entwickelt wurde. Wir können das Labyrinth aber in größeren und weiteren Zusammenhängen sehen, als bisher vermutet.
  • Dass das Labyrinth immer noch faszinierend sein kann und es darauf ankommt, was wir daraus machen.