
Ikea Würzburg
Seit 29. Juni 2009 genießen wir in Würzburg ein nagelneues Ikea, mit einem eigenen Bundesstraßenanschluß. Neugierig wie viele bin ich natürlich auch hin. Mit dem festen Vorsatz nichts unnötiges zu kaufen und auf keine Tricks hereinzufallen.
Früher war diese Gegend nur von Feldhamstern besiedelt und Ziel meiner abendlichen Spaziergänge auf freies Feld. Die Feldhamster hat man erfolgreich umgesiedelt, aber “meine” Feldwege sind nun ausgebaut und neuen Straßen, Parkplätzen und Ikea gewichen. Also muss ich neue Wege suchen (denn der Weg war weg wie in Werneck).

Die Rolltreppe
So bin ich nun direkt mit der Rolltreppe ins Restaurant von Ikea im Obergeschoss gefahren, habe die von meiner Schweden-Tour 2007 bekannten Köttbullar (gut und günstig) gegessen, mein Glas mit den unbegrenzten Nachfüllmöglichkeiten genossen und wollte so getränkt und gesättigt den Rückweg antreten.
Nicht so einfach bei Ikea. Denn hier greift die raffinierte Wegführung in einem solchen Warenhaus. Es gibt eine Rolltreppe und Aufzüge vom Eingangsbereich in das Restaurant, aber nichts zurück, zumindest nicht direkt. Fast wie in einem Labyrinth (doch da ist der Eingang auch der Ausgang).

Orientierungshilfe
In irrgartenmäßiger, mäandernder Linienführung, mit Richtungspfeilen auf dem Boden und Hinweisschildern an den Wänden, nebst sogar einigen Abkürzungen, wird man durch das ganze Warenangebot zum Ausgang geleitet. Nicht natürlich ohne vorher die Kassen zu passieren, vor denen auch die Sonderangebote des Tages aufgebaut sind. Wo ist da die Mitte? Oder ist eher der Weg das Ziel?
Also doch kein echtes Labyrinth, aber auch kein Irrgarten. Denn heraus kommt man immer. Und man geht (fast) alle Wege. Allerdings ist der Hinweg nicht auch der Rückweg.
Die Definition eines Labyrinths von Wikipedia:
Labyrinth bezeichnet ein auf einen Mittelpunkt ausgerichtetes System von Linien oder Wegen, das durch zahlreiche Richtungsänderungen ein Verfolgen oder Abschreiten des Musters zu einem Rätsel macht.
trifft ziemlich genau das Wegesystem bei Ikea.

Eingepacktes Würzburg
Erleuchtung finde ich da allerdings vergeblich, eher Erleichterung meines Geldbeutels. Also bin ich weiterhin auf der Suche nach dem echten Labyrinth.
“Wir zeigen Würzburg, was in uns steckt” steht auf der Werbung. Darum schauen wir ja auch nach.
Nachtrag vom 5. November 2010:
Heute bin ich auf einen Blogbeitrag (in Englisch) gestoßen, der sich mit den Kundenströmen bei Ikea beschäftigt und die schöne Überschrift trägt: The Labyrinth of Ikea
Nachtrag vom 24. Januar 2011:
Heute bin ich auf einen Artikel (in Englisch) gestoßen, in dem Professor Alan Penn vom University College London über das Ikea Wegsystem schreibt. Erschienen ist der Beitrag in der britischen Daily Mail (Mail.Online).
Nachtrag vom 25. Januar 2011:
Die Schweriner Volkszeitung berichtet am 25. Januar 2011 ebenfalls über die Ikea-Falle.
Nachtrag vom 28. Januar 2011:
Die Frankfurter Allgemeine schreibt am 28. Januar 2011: Stiftung im Steuerparadies, Ein Labyrinth namens Ikea