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Am letzten Wochenende gab es in Würzburg die Tage des offenen Ateliers. Am Samstag habe ich das Atelier der Malerin Renate Jung besucht, die in der gleichen Straße wohnt wie wir vor einiger Zeit auch noch. Ich durfte die Künstlerin auf ihrem schönen roten Sofa mitten im Atelier und neben ihrem noch unvollendeten Selbstbildnis fotografieren.
Vor allem haben es mir ihre 1:1 Formate, also quadratische Bilder angetan, und da besonders die Serie “Handy-Time”. Wer aufmerksam durch Würzburg geht oder fährt, hat auch schon ihre Fassaden- und Wandbilder gesehen.

Renate Jung im Atelier

Renate Jung im Atelier

2 x Renate Jung

2 x Renate Jung

 

Handy-Time

Handy-Time

Mehr über ihre Arbeiten und sie selbst gibt es auf  ihrer eigenen Website zu entdecken: www.renate-jung.de

Labyrinth Tour rund um Würzburg

Es gibt doch viele Labyrinthe in Würzburg und um Würzburg herum. Das ist mir letzte Woche aufgefallen.

Ich hatte Besuch von Els aus Holland, die auf dem Rückweg von Dänemark in ihre Heimat den Umweg über Würzburg genommen hat, um mit mir zusammen die Labyrinthe zu besuchen, die sie beim letzten Besuch vor einigen Jahren noch nicht gesehen hatte.

Bei jedem Labyrinthbesuch legten wir auch einige Gedenkminuten für die zwei labyrinthbegeisterten Pilgerinnen Kimberly und Lisa ein, die genau an diesen Tagen von Paris nach Chartres wanderten. Diesen Weg bin ich 2003 zusammen mit Gernot Candoloni und einer österreichischen Gruppe auch gegangen. So konnte ich mich also gut in ihre Lage versetzen.

Wir haben am Dienstag die Labyrinthe in Kürnach, Münsterschwarzach (2), Neustadt a.d. Aisch, Bad Windsheim und am ZIM in Würzburg besucht. Am Mittwoch waren wir in Münnerstadt, Bad Kissingen, Theilheim und zum Abschluss noch einmal am Chartres Labyrinth im ZIM.

Die Bilanz: Das waren 10 Besuche bei 9 verschiedenen Labyrinthen, davon 7 neue für meinen Besuch.
Jedes Mal haben wir etwas anderes erlebt und viele Erfahrungen und Erinnerungen mitgenommen.

Bei fast jedem Labyrinth haben wir etwas für unsere beiden Weggefährtinnen in Frankreich in die Mitte gelegt:

  • Eine Feder, dass der Weg ihnen leichter fällt.
  • Einige Steinchen, dass sie alles Schwere hinter sich lassen können.
  • Einige Blätter und Blüten, dass sie sich an ihrem Weg erfreuen.
  • Einige Früchte, dass der Weg ihnen neue Kraft gibt.

Hier ein paar Eindrücke:

Übrigens, wenn ich alle zusammenzähle, komme ich auf etwa 20 Labyrinthe, die es in Würzburg (4) und um Würzburg herum (16) gibt. Wir sind gesegnet mit Labyrinthen.

Im Labyrinth von Ikea

Ikea Würzburg

Ikea Würzburg

Seit 29. Juni 2009 genießen wir in Würzburg ein nagelneues Ikea, mit einem eigenen Bundesstraßenanschluß. Neugierig wie viele bin ich natürlich auch hin. Mit dem festen Vorsatz nichts unnötiges zu kaufen und auf keine Tricks hereinzufallen.

Früher war diese Gegend nur von Feldhamstern besiedelt und Ziel meiner abendlichen Spaziergänge auf freies Feld. Die Feldhamster hat man erfolgreich umgesiedelt, aber “meine” Feldwege sind nun ausgebaut und neuen Straßen, Parkplätzen und Ikea gewichen. Also muss ich neue Wege suchen (denn der Weg war weg wie in Werneck).

Die Rolltreppe

Die Rolltreppe

So bin ich nun direkt mit der Rolltreppe ins Restaurant von Ikea im Obergeschoss gefahren, habe die von meiner Schweden-Tour 2007 bekannten Köttbullar (gut und günstig) gegessen, mein Glas mit den unbegrenzten Nachfüllmöglichkeiten genossen  und wollte so getränkt und gesättigt den Rückweg antreten.

Nicht so einfach bei Ikea. Denn hier greift die raffinierte Wegführung in einem solchen Warenhaus. Es gibt eine Rolltreppe und Aufzüge vom Eingangsbereich in das Restaurant, aber nichts zurück, zumindest nicht direkt. Fast wie in einem Labyrinth (doch da ist der Eingang auch der Ausgang).

Orientierungshilfe

Orientierungshilfe

In irrgartenmäßiger, mäandernder Linienführung, mit Richtungspfeilen auf dem Boden und Hinweisschildern an den Wänden, nebst sogar einigen Abkürzungen, wird man durch das ganze Warenangebot zum Ausgang geleitet. Nicht natürlich ohne vorher die Kassen zu passieren, vor denen auch die Sonderangebote des Tages aufgebaut sind. Wo ist da die Mitte? Oder ist eher der Weg das Ziel?

Also doch kein echtes Labyrinth, aber auch kein Irrgarten. Denn heraus kommt man immer. Und man geht (fast) alle Wege. Allerdings ist der Hinweg nicht auch der Rückweg.

Die Definition eines Labyrinths von Wikipedia:

Labyrinth bezeichnet ein auf einen Mittelpunkt ausgerichtetes System von Linien oder Wegen, das durch zahlreiche Richtungsänderungen ein Verfolgen oder Abschreiten des Musters zu einem Rätsel macht.

trifft ziemlich genau das Wegesystem bei Ikea.

Eingepacktes Würzburg

Eingepacktes Würzburg

Erleuchtung finde ich da allerdings vergeblich, eher Erleichterung meines Geldbeutels. Also bin ich weiterhin auf der Suche nach dem echten Labyrinth.

“Wir zeigen Würzburg, was in uns steckt” steht auf der Werbung. Darum schauen wir ja auch nach.

Nachtrag vom 5. November 2010:
Heute bin ich auf einen Blogbeitrag (in Englisch) gestoßen, der sich mit den Kundenströmen bei Ikea beschäftigt und die schöne Überschrift trägt: The Labyrinth of  Ikea

Nachtrag vom 24. Januar 2011:
Heute bin ich auf einen Artikel (in Englisch) gestoßen, in dem Professor Alan Penn vom University College London über das Ikea Wegsystem schreibt. Erschienen ist der Beitrag in der britischen Daily Mail (Mail.Online).

Nachtrag vom 25. Januar 2011:
Die Schweriner Volkszeitung berichtet am 25. Januar 2011 ebenfalls über die Ikea-Falle.

Nachtrag vom 28. Januar 2011:
Die Frankfurter Allgemeine schreibt am 28. Januar 2011: Stiftung im Steuerparadies, Ein Labyrinth namens Ikea

Das neue Labyrinth im ZIM in Würzburg

Nachdem jetzt das Zentrum für Innere Medizin der Universitätsklinik Würzburg in diesen Tagen seinen Dienst aufnimmt, wird damit auch das Labyrinth auf der Terrasse der Aussenanlagen für die Öffentlichkeit zugänglich.

Die Krankenhausseelsorge hatte sich ein Labyrinth gewünscht. Es wurde von einem Landschaftsarchitekten mit dem Typ Chartres recht aufwändig mit maßgenauen Granitsteinen umgesetzt.

Als Labyrinthologe schaute ich etwas genauer hin und mir fiel auch manches auf. Doch zunächst überwiegt die Freude über ein neues Labyrinth in Würzburg und an dieser Stelle. Es ist ganz sicher eine gute Sache und wird seine Wirkung zum Wohl aller nun entfalten können.

Bild 1

Am Tag der offenen Tür war ich dort und habe einige Beobachtungen gemacht. Die Erwachsenen diskutieren erst einmal, die Kinder laufen los. Hier eine kleine Diaschau:

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